Genosse KIM JONG UN besuchte die Pharmafabrik Pyongyang

Der hochverehrte Oberste Führer Genosse KIM JONG UN, Vorsitzender der PdAK, Vorsitzender des Komitees für Staatsangelegenheiten der DVR Korea und Oberster Befehlshaber der KVA, leitete mit Ri Sol Ju die Pharmafabrik Pyongyang vor Ort an. Er besichtigte den Raum für die Erziehung anhand historischer und revolutionärer Gedenkmaterialien und das Kabinett Entwicklungsgeschichte. Beim Rundgang durch viele Orte […]

über Genosse KIM JONG UN besuchte die Pharmafabrik Pyongyang — Vorortanleitungen

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Olivia Kroth: Das Phänomen des Präsidenten Wladimir Putin

Hommage an den Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin
von Olivia Kroth

Olivia2010kroth's Blog

Das Phänomen des Präsidenten Wladimir Putin 

von Olivia Kroth

Seit vielen Jahren beträgt die Zustimmungsrate für den russischen Präsidenten mehr als 80 Prozent. Deshalb wird seine Wiederwahl im März 2018 die russische Nation nicht in Erstaunen versetzen. Diese Mehrheit von über 80 Prozent ist ziemlich stabil geblieben und zeigt sogar die Tendenz, sich zu vergrössern. Wladimir Putins Gefolgschaft schätzt seinen Charakter und seine stetige Arbeit zum Wohl Russlands. Er ist ein Phänomen, ein echter russischer Patriot, ein aussergewöhnlicher Präsident. Die meisten Russen halten Wladimir Putin für einen grosser Führer und exzellenten Kommunikator. Sie bewundern seine Entschlossenheit, Stärke und Willenskraft. Zudem hat er während seiner vorherigen Mandate als Präsident Russlands viel Erfahrung gesammelt. Die Russen vertrauen ihm, weil sie wissen, dass er sie nie enttäuschen wird. 

Wladimir Putin hat die russischen Streitkräfte erneuert, um Russlands Verteidigung zu stärken. Die russischen Streitkräfte sind bereit, Russlands Abwehr und militärisch-technologische Unabhängigkeit zu schützen. Die…

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100 Jahre Oktober-Revolution: Der Februar-Umsturz in Russland im Jahr 1917

Kennzeichnend für die revolutionären Bewegungen, zum Beispiel in Frankreich, war unzweifelhaft die Tatsache, dass die provisorischen Regierungen dort gewöhnlich auf den Barrikaden entstanden und infolgedessen revolutionär waren, revolutionärer jedenfalls als die von ihnen nachträglich einberufenen konstituierenden Versammlungen, die gewöhnlich erst nach der „Beruhigung“ des Landes zusammentraten. Daraus ist eigentlich auch zu erklären, warum die erfahrensten Revolutionäre jener Zeit bemüht waren, ihr Programm mit Hilfe der revolutionären Regierung noch vor Einberufung der konstituierenden Versammlung zu verwirklichen, und diese Einberufung hinausschoben. Damit wollten sie die konstituierende Versammlung vor die Tatsache bereits verwirklichter Reformen stellen.

Ganz anders bei uns. Die Provisorische Regierung ist bei uns nicht auf den Barrikaden, sondern neben den Barrikaden entstanden. Darum ist sie auch nicht revolutionär, sondern hinkt bloß widerwillig hinter der Revolution einher und ist nur ein Hemmschuh auf ihrem Weg. Urteilt man nun danach, wie die Revolution sich Schritt für Schritt vertieft, die sozialen Fragen des Achtstundentags und der Konfiskation des Grund und Bodens in den Vordergrund rückt und die Provinz revolutioniert, so kann man mit Bestimmtheit sagen, dass die künftige, vom ganzen Volk getragene Konstituierende Versammlung viel demokratischer sein wird als die gegenwärtige, von der Duma des 3. Juni gewählte Provisorische Regierung.

K. Stalin, „Prawda“ Nr. 12,
18. März 1917

In der ganzen revolutionären Bewegung spielten die Petrograder Großbetriebe eine besonders wichtige Rolle. So beschränkten sich die Arbeiter der Putilow-Werke (einer der größten Betriebe Russlands für Maschinen- und Lokomotivbau, der während des Krieges auf die Herstellung von Artilleriematerial umgestellt wurde) seit Anfang Februar nicht mehr auf Streiks oder Versammlungen, sondern gingen aktiv gegen die Polizei vor. Sie gingen mit roten Fahnen auf die Straße und führten ebenso wie die Arbeiter des Leßnerschen Betriebes die Parole „Nieder mit dem Krieg!“.

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Durch den 1. Weltkrieg verschlechterte sich die Versorgungslage der russischen Bevölkerung drastisch, so dass Hungerrevolten, Streiks und Plünderungen zur Tagesordnung gehörten. Im Februar 1917 spitzte sich die Lage zu und ganze Regimenter desertierter zaristischer Soldaten schlossen sich den Demonstrationen gegen den Krieg und die schlechte Versorgung an. Tonangebend wurden nach tagelangen Protestaktionen am 23. Februar (nach julianischem Kalender), bzw. dem Weltfrauentag am 8. März (nach gregorianischem Kalender) aber vor allem Soldatenmütter und Arbeiterinnen aus russischen Rüstungsbetrieben. Das Foto vom 23.2. zeigt Arbeiterinnen aus den Putilow-Werken in Petrograd, einer der größten russischen Rüstungsfabriken für Heer und Marine, die auf ihren Transparenten eine gerechte Lebensmittelverteilung für die Familien von Soldaten forderten und eine ausreichende Versorgung der Kinder.

Der 8. März (23. Februar alten Stils) war der Tag der Frauen. Diesen Tag kann man als den ersten Tag der bereits ausgebrochenen Revolution betrachten. Die Bewegung war nicht mehr aufzuhalten. Ganz Petrograd war von Unruhe ergriffen. Es streikten ungefähr 50 Betriebe mit 90000 Arbeitern. Die Kampfstimmung machte sich durch Demonstrationen und in Zusammenstößen mit der Polizei Luft. Eine dichte Menge von Arbeiterinnen und Arbeiterfrauen zog zum Rathaus und forderte Brot. An verschiedenen Punkten der Stadt tauchten Fahnen mit den Parolen „Nieder mit der Selbstherrschaft“, „Nieder mit dem Krieg“ auf. Gegen 4 Uhr nachmittags hielten die Arbeiter auf der Ingenieurstrasse, Sadowajastraße und auf dem Newski-Prospekt den Straßenbahnverkehr auf. Die Straßen waren voll von Polizei und berittenen Schutzleuten, die auf den Bürgersteig hinauf ritten und mit ihren Nagaikas auf die Menge einhieben. Auf dem Newski-Prospekt jagten mit Piken bewaffnete Kosaken auf und ab.

An diesem Tage leerten sich die Straßen erst gegen 10 Uhr abends. Die Stadt begab sich zur Ruhe, nur um am nächsten Tage zu neuem Kampfe zu erwachen. Am 9. März streikten in Petrograd 200000 Arbeiter. Auf den Straßen wurde geschossen, die Menge verjagte die Polizisten. An diesem Tage konnte man die ersten Schwankungen in der Haltung der Truppen verzeichnen. Die Kosaken, die sich dem Volke gegenüber sympathisierend verhielten, wurden von der Menge mit Hurrarufen begrüßt. Die in der Wohnung des Wehrkreiskommandanten Chabalow versammelten Behörden waren gezwungen, „eine Kavallerie-Formation den Kosaken des ersten Donregiments beizugeben, da diese der Menge nicht ge« nügend energisch gegenübertreten“.

Am 10. März, als die Massen auf die Straßen gingen und der Generalstreik proklamiert wurde, erließ die Russische Sozialdemokratische Arbeiterpartei (Bolschewiki) folgenden Aufruf:

Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!

Das Leben ist unerträglich geworden. Nichts zum Essen! Nichts zum Heizen! Keine Kleidung!
An der Front – Blut, Verkrüppelung, Tod. Auf­gebot nach Aufgebot, Truppentransport nach Truppentransport. Wie Viehherden werden unsere Söhne und Brüder auf die Menschenschlachtbank geführt.
Schweigen ist nicht mehr möglich!
Brüder und Söhne zur Schlachtbank führen zu lassen, selbst aber vor Kälte und Hunger zugrunde gehen und dabei unablässig zu schweigen – das wäre eine undenkbare, verbrecherische, niederträch­tige Feigheit.
Vergebens wollt Ihr Euch retten. Wenn nicht der Kerker – dann Schrapnell – dann Krankheit oder Hungertod!
Es ist unwürdig, den Kopf in den Sand zu stecken und nicht vorwärts zu schauen. Das Land ist ver­wüstet. Es gibt kein Brot. Die Hungersnot rückt heran. Noch Schlimmeres steht bevor. Wir gehen tödlichen Epidemien, wir gehen der Cholera ent­gegen…
Wenn wir Brot fordern, dann antwortet man mit Blei! Wer ist schuld? Schuld sind die Zarenmacht und die Bourgeoisie. Sie plündern das Volk an der Front ebenso aus wie im Hinterlande. Die Guts­besitzer und die Kapitalisten bereichern sich an dem Kriege: Sie können ihren Profit kaum mehr zählen. Sie ziehen den Krieg ins Unendliche. Um des Kriegsgewinnes und um der Eroberung von Konstantinopel, Armenien und Polen willen treiben sie das Volk auf die Schlachtbank. Ihre bestialische Gier hat keine Grenzen.
Aus gutem Willen werden sie auf den Profit nicht verzichten und den Krieg nicht einstellen. Es ist höchste Zeit, die reaktionäre bürgerliche Bestie zu bändigen.
Die Liberalen und die Reaktionäre, die Minister und die Staatsduma, der Adel und die Semstwo-Verwaltung — alle haben sich während des Krieges zu einer blutgierigen Bande zusammengeschlossen.
Der Hof des Zaren, die Bankiers und die Pfaffen raffen das Gold zusammen. Eine nichtstuende Plündererschar nagt an den Knochen des Volkes, trinkt das Blut des Volkes. Und wir leiden. Wir gehen zugrunde. Wir hungern. Wir arbeiten uns krank. Wir sterben in den Schützengräben. Wir können nicht schweigen!
Alle auf zum Kampf! Auf die Straße! Für Euch selbst, für Eure Kinder und Brüder!
In Deutschland, in Oesterreich, in Bulgarien er­hebt die Arbeiterklasse ihr Haupt. Sie kämpft dort gegen ihre blutgierige Bourgeoisie, für Frieden und Freiheit. Helfen wir ihr und uns selbst. Helfen wir durch einen Kampf gegen unsere eigenen Unterdrücker. Erhebt Euch! Organisiert Euch für den Kampf! Bildet Komitees der Russischen Sozial­demokratischen Arbeiterpartei in den Werk­stätten, in den Fabriken, in den Bezirken, in den Städten, in den Distrikten, in den Kasernen, in ganz Rußland. Das werden Komitees des Kampfes, Komitees der Freiheit sein. Erklärt den Bauern, den Kleinbürgern, den Soldaten, daß ihre Rettung nur durch den Sieg der Sozial­demokraten möglich ist.
Die Zeit des offenen Kampfes ist gekommen. Streiks, Meetings, Demonstrationen schwächen die Organisationen nicht, sondern stärken sie. Nützt jede Gelegenheit, jeden geeigneten Tag aus! Immer und überall mit der Masse und mit den eigenen revolutionären Losungen!
Mögen die Helfershelfer des Kapitals unsere Handlungsweise „Hasardspiel mit dem Streik“ und „Putschismus“ nennen. Die Rettung liegt im sofortigen und ständigen Kampf und nicht in der Verschiebung des Kampfes auf lange Frist.
Ruft jeden zum Kampf! Besser im ruhm­vollen Kampf um die Sache der Arbeiter zu sterben, als an der Front um den Profit des Kapitals das Leben zu lassen oder an Hunger und Überarbeitung zugrunde zu gehen. Ein­zelne Aktionen können sich zur Revolution in ganz Rußland auswachsen, die wiederum zur Revolution in anderen Ländern den Anstoß geben wird.
Ein harter Kampf steht uns bevor, aber ein wirk­licher Sieg erwartet uns.

Alle auf, unter das rote Banner der Revolution!
Nieder mit der zaristischen Monarchie!
Es lebe die demokratische Republik!
Es lebe der Achtstundentag!
Den ganzen Grund und Boden der Gutsbesitzer dem Volke!
Nieder mit dem Kriege!
Es lebe das brüderliche Bündnis der Arbeiter der ganzen Welt!
Es lebe die Sozialistische Internationale!

In der Nacht zum 11. März wurden zirka 100 Personen verhaftet, als ob solche Maßnahmen die elementare Bewegung der Massen hätten aufhalten können. Am 11. März waren die Fabriken und Betriebe geschlossen, die Arbeitermassen zogen aus allen Vorstädten in das Zentrum der Stadt. Die Stadt glich einem Heerlager. Es wurde aus Hinterhalten geschossen.

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Die Regierung nahm nun ihre Zuflucht zu den Maschinengewehren. Zur Verstärkung der Polizei ließ sie Soldaten in Polizeiuniform einkleiden, was jedoch bei den Soldaten große Empörung hervor rief und den Anstoß zu ihrem Überlaufen auf die Seite des Volkes gab. Noch am Vortage, dem 10. März, hatte der Zar aus dem Großen Hauptquartier telegrafiert:„Ich befehle, den Unruhen in der Hauptstadt, die in dieser schweren Zeit des Krieges gegen Deutschland und Österreich unzulässig sind, morgen ein Ende zu bereiten. Nikolai.“

Am 11. wurde ihm gemeldet, dass die Unruhen fortdauerten und dass niemand imstande sei, den Befehl des Zaren auszuführen. Am selben Tage telegraphierte der Vorsitzende der Staatsduma, Rodsianko (Gutsbesitzer), an den Zaren: „Die Lage ist ernst. In der Hauptstadt herrscht Anarchie. Die Regierung ist lahmgelegt. Lebensmittel- und Brennstoffbeförderung vollständig desorganisiert. Die soziale Unzufriedenheit wächst. Auf den Straßen Schießereien. Truppenteile beschießen einander. Jemand, der das Vertrauen des Landes genießt, muß unbedingt mit der Bildung einer neuen Regierung betraut werden. Es darf nicht gezögert werden. Größte Gefahrist im Verzug. Ich flehe zu Gott, daß in dieser Stunde die Verantwortung nicht auf den Monarchen falle.“

Der folgende Tag, der 12. März (27. Februar) ist der Tag des ausgesprochenen Sieges der Revolution.

Am Morgen schickte Rodsianko an den Zaren ein zweites Telegramm: „Die Lage hat sich verschlcchtert. Sofort Maßnahmen ergreifen. Morgen ist zu spät. Die letzte Stunde der Entscheidung für das Land und die Dynastie hat geschlagen.“

Inzwischen war an diesem Tage die Petrograder Garnison entschieden auf die Seite des Volkes getreten und hatte dadurch den Sturz der Selbstherrschaft endgültig besiegelt. Die ersten aufständischen Regimenter, die sich dem Volke anschlossen, waren die Regimenter Litowski, Wolinski, Pawlowski und Preobraschenski. Sie machten die Runde in den übrigen Kasernen und brachten auch dort die Soldaten heraus. Ein Teil der Offiziere schloss sich ebenfalls an. Die Kosaken verhielten sich von Anfang an neutral, trieben die Menge von Zeit zu Zeit auseinander, gingen aber nicht im Angriff vor; einzelne Abteilungen schlossen sich sogar den Arbeitern an. Die aufständischen Soldaten besetzten mit den Arbeitern gemeinsam das Arsenal und die Peter-Pauls-Festung, die in der Mitte der Stadt liegen, und befreiten die politischen Gefangenen aus den Gefängnissen.

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Am 12. März abends kam die Nachricht, dass sich auch Kronstadt, die wichtigste Seefestung, dem Volke angeschlossen hatte. Der Regierung blieb in der Hauptstadt und in der Umgebung keine ernsthafte Stütze mehr.

Es ist symbolisch, dass das Preobraschenski-Regiment eines der ersten war, das sich auflehnte. Gerade dieses „verlässlichste“ Regiment wurde 1905 vom Zarismus zur Niederwerfung des Dezember-Aufstandes der Moskauer Arbeiter von Petersburg nach Moskau geschickt. Damals hatten die Soldaten des Preobraschenski-Regiments diese Arbeit auch verrichtet.

In einzelnen Bezirken hielten sich auch noch am 12. und 13. März Polizeieinheiten und Behörden, doch dies waren schon die letzten Todeszuckungen des alten Regimes. Die Februarrevolution hatte auf der ganzen Strecke gesiegt!

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Russlands Nordflotte

von Olivia Kroth

Russlands berühmte Nordflotte (Северный флот) bleibt auch im Jahr 2017 ein Kernstück des russischen Verteidigungssystems. Sie ist in Seweromorsk, Murmansk und in der Kola-Bucht stationiert. Dieser Teil der russischen Kriegsmarine ist in erster Linie für die Verteidigung von Nordwestrussland verantwortlich, wird aber auch im Mittelmeer und in allen Ozeanen der Welt eingesetzt. 1937 gegründet, spielte die Nordflotte im Grossen Patriotischen Krieg (1941-1945) eine wichtige Rolle, als sie die Küsten der Halbinseln Rybatschi und Sredni verteidigte. So gelang es der Sowjetunion, interne und externe Transportrouten zu sichern. Das Personal der Nordflotte nahm auch am Krieg auf dem Land teil, inklusive der Petsamo-Kirkenes-Operation (Петсамо-Киркенесская операция) im Jahr 1944. Die U-Boote, Torpedoboote und Flugzeuge der Nordflotte  versenkten 192 feindliche Transportschiffe und 70 andere militärische Schiffe. Ausserdem schädigte die Nordflotte insgesamt 118 feindliche Boote. Seitdem hat sich die Nordflotte mit langer, stolzer Tradition einen exzellenten Ruf in der Verteidigung Russlands erworben. 

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Wie kam es eigentlich zur Oktoberrevolution 1917? — Sascha’s Welt

„Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, dass gerade Russland das Land sein wird, das den Weg zum Sozialismus bahnt … Man muss die überlebte Vorstellung fallen lassen, dass nur Europa uns den Weg weisen könne.“

J. W. Stalin im August 1917 auf dem VI. Parteitag der SDAPR(B).

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Es lebe der Große Oktober!

Dieser Bericht wurde in einer Zeit geschrieben, als der Virus der Konterrevolution noch nicht in der Kommunistischen Partei der Sowjetunion zum Ausbruch gekommen war. Sachlich und detailliert schildern die Autoren die Fortschritte und Erfahrungen, die die Bolschewiki im Verlaufe der Vorbereitungen zur Großen Sozialistischen Oktoberrevolution machen konnten. Sie verhehlen auch nicht, welche Niederlagen und Rückschläge die Partei Lenins und Stalins in dieser Zeit einstecken mussten…

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2017 – Das hundertste Jahr der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution! (1917-2017) — Sascha’s Welt

Nun, wie geht es Ihnen im Kapitalismus??? С Новым Годом, дорогие товарищи! Download: Kalender 2017 83

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Olivia Kroth: Russlands berühmtes Ensemble Alexandrow — Olivia2010kroth’s Blog

Das Jahr 2017 begann für die Russische Föderation sehr traurig, denn 60 Mitglieder des berühmten sowjetisch-russischen Ensembles Alexandrow starben am 25. Dezember 2016 bei einem Flugzeugabsturz im Schwarzen Meer.  Die Iljuschin-Maschine TU-154 stürzte kurz nach dem Start in Sotschi ab. Sie sollte nach Syrien fliegen, wo das Ensemble Alexandrow, auch bekannt als ‚Chor der Roten Armee‘, für russische Soldaten im Luftwaffenstützpunkt Latakia ein Neujahrskonzert geben wollte.  Alle Sänger des Chors – bis auf drei, die zuhause geblieben waren – befanden sich an Bord und starben bei dieser Katastrophe. Auch der Chorleiter, Dirigent und Komponist Waleri Chalilow war dabei. Dies ist ein immenser Verlust für ihre hinterbliebenen Familien, die musikalische Welt und insbesondere für die Russische Föderation. Das Ensemble Alexandrow war weltweit beliebt. Mit seinem reichen und breit gefächerten Repertoire von mehr als 2.000 Liedern hatte es sich in die Herzen von vielen Menschen aller Generationen gesungen…

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Aus dem Leben von J. W. Stalin (1)

 

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Josef Wissarionowitsch Stalin (Dshugaschwili) wurde am 9. (21.) Dezember 1879 in der Stadt Gori, Gouvernement Tiflis, geboren. Sein Vater, Wissarion Iwanowitsch Dshugashwili, georgischer Nationalität, stammte aus einer Bauernfamilie des Dorfes Didi-Lilo, Gouvernement Tiflis, und war von Beruf Schuhmacher, späterhin Arbeiter der Schuhfabrik Adekhanow in Tiflis. Die Mutter, Jekaterina Georgijewna, entstammte der Familie des leibeigenen Bauern Geladse aus dem Dorfe Gambareuli.

Im Herbst 1888 wurde Stalin in die geistliche Elementarschule von Gori aufgenommen. Im Jahre 1894 absolvierte er die Schule und bezog im gleichen Jahr das griechisch-orthodoxe Priester­seminar in Tiflis.

In diesen Jahren fand in Russland, dank der Entwicklung des industriellen Kapitalismus und dem Wachstum der Arbeiterbe­wegung, der Marxismus weite Verbreitung. Der von Lenin ge­gründete und geleitete Petersburger »Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse« gab der Entwicklung der sozialdemokratischen Bewegung im ganzen Lande einen mächtigen Anstoß. Die Wellen der Arbeiterbewegung erfassten auch Transkaukasien, wohin der Kapitalismus bereits vorgedrungen war und wo eine starke natio­nale und koloniale Unterdrückung herrschte. Transkaukasien war eine typische Kolonie des russischen Zarismus, ein wirtschaft­lich rückständiges Agrarland mit noch starken Überresten des Feudalismus, ein Land, das von zahlreichen Nationalitäten be­wohnt war, die in einem bunten Gemisch nebeneinander lebten.

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts setzte in Transkau­kasien eine rasche Entwicklung des Kapitalismus ein; die Ar­beiter und Bauern wurden einer räuberischen Ausbeutung unter­worfen, die nationale und koloniale Unterdrückung wurde ver­schärft. Besonders rasch entwickelten sich der Bergbau sowie die Gewinnung und Verarbeitung von Erdöl; hier hatte das auslän­dische Kapital die entscheidenden Positionen an sich gerissen.

Der russische Kapitalismus“, schrieb Lenin, „zog auf diese Weise den Kaukasus in den Weltwarenverkehr hinein, er nivellierte seine örtlichen Besonderheiten — Überreste der alten patriarchalischen Abgeschlossenheit — und schuf sich einen Markt für seine Fabriken. Das Land, das kurz nach der Re­form noch schwach besiedelt oder von Bergvölkern bewohnt gewesen war, die abseits der Weltwirtschaft und sogar abseits der Geschichte standen, verwandelte sich in ein Land der Erd­ölindustriellen, der Weinhändler und der Großproduzenten von Weizen und Tabak…“1

Mit dem Aufkommen der Eisenbahnen und der ersten Fabriken und Industriewerke kam im Kaukasus auch die Arbeiterklasse auf. Besonders rasch entwickelte sich die Erdölstadt Baku, das große Industrie- und Arbeiterzentrum des Kaukasus.

Die Entwicklung des Industriekapitalismus hatte ein An­wachsen der Arbeiterbewegung im Gefolge. In den neunziger Jahren entfalteten in Transkaukasien die dorthin verschickten russischen Marxisten eine revolutionäre Tätigkeit. In Transkau­kasien setzte die Propaganda des Marxismus ein. Das Tifliser griechisch-orthodoxe Seminar war damals eine Pflanzstätte für jede Art von Befreiungsideen unter der Jugend, sowohl von volkstümlerisch-nationalistischen als auch von marxistisch-inter­nationalistischen, es zählte eine Menge verschiedenartiger Ge­heimzirkel. Das im Seminar herrschende jesuitische Regime rief bei Stalin stürmischen Protest hervor, es nährte und verstärkte in ihm die revolutionäre Gesinnung. Der fünfzehnjährige Stalin wird zum Revolutionär.

In die revolutionäre Bewegung“, erzählt Stalin, „trat ich im Alter von 15 Jahren ein, als ich mit den illegalen Gruppen russischer Marxisten, die damals in Transkaukasien lebten, Verbindung aufgenommen hatte. Diese Gruppen übten gro­ßen Einfluss auf mich aus und brachten mir Geschmack an der illegalen marxistischen Literatur bei.“2

In den Jahren 1896 und 1897 leitet Stalin die marxistischen Zirkel im Seminar. Im August 1898 tritt er auch formell der Tifliser Organisation der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands bei. Stalin wird Mitglied der Gruppe „Messame-Dassi“, der ersten georgischen sozialdemokratischen Organisation, die in den Jahren 1893 bis 1898 eine gewisse positive Rolle bei der Ver­breitung der Ideen des Marxismus spielte. Das „Messame-Dassi“ war politisch nicht homogen: seine Mehrheit vertrat den Stand­punkt des »legalen Marxismus« und neigte zum bürgerlichen Nationalismus. Stalin, Kezchoweli und Zulukidse bildeten im „Messame-Dassi“ den führenden Kern der revolutionären marxi­stischen Minderheit, die zur Keimzelle der revolutionären Sozial­demokratie Georgiens wurde.

Stalin arbeitet viel und beharrlich an seiner Bildung. Er studierte das „Kapital“ von Marx, das „Manifest der Kommunisti­schen Partei“ und andere Werke von Marx und Engels, arbeitet die gegen die Volkstümlerrichtung, den »legalen Marxismus« und den »Ökonomismus« gerichteten Schriften Lenins durch. Bereits damals machten Lenins Werke auf Stalin einen tiefen Eindruck. Einer der Genossen, die Stalin in dieser Zeit gut kannten, erin­nert sich, wie Stalin, als er eine Arbeit Tulins (Lenins) gelesen hatte, sagte: »Ich muss ihn um jeden Preis kennenlernen.«3 Der Kreis des theoretischen Interesses Stalins war außerordentlich umfassend: er studierte Philosophie, politische Ökonomie, Ge­schichte, Naturwissenschaften, las die Werke der Klassiker der schönen Literatur. Stalin wurde ein gebildeter Marxist.

Stalin betätigt sich in diesem Zeitabschnitt intensiv als Propa­gandist in Arbeiterzirkeln, nimmt an illegalen Arbeiterversamm­lungen teil, verfasst Flugblätter und organisiert Streiks. Das war für Stalin die erste Schule praktischer revolutionärer Arbeit unter den fortgeschrittenen Proletariern von Tiflis.

»Ich erinnere mich des Jahres 1898«, sagt Stalin, »als man mir zum ersten mal einen Zirkel von Arbeitern der Eisenbahn-Werkstätten zuteilte… Hier, im Kreise dieser Genossen, er­hielt ich damals meine erste revolutionäre Feuertaufe… Meine ersten Lehrer waren die Tifliser Arbeiter.«4

Dem Unterricht in den marxistischen Arbeiterzirkeln von Tif­lis lag ein von Stalin verfasstes Schulungsprogramm zugrunde.

Im Seminar, wo die »Verdächtigen« unter scharfe Beobachtung gestellt wurden, kam man der illegalen revolutionären Tätigkeit Stalins auf die Spur. Am 29. Mai (10. Juni) 1899 wird er wegen Propaganda des Marxismus aus dem Seminar ausgeschlossen. Stalin schlägt sich einige Zeit mit Stundengeben durch und findet dann (im Dezember 1899) Arbeit im Tifliser Physikalischen Observatorium als Beobachter und Rechner. Während dieser Arbeit stellte er die revolutionäre Tätigkeit für keinen Augen­blick ein.

Bereits zu dieser Zeit ist Stalin einer der energischsten und her­vorragendsten Parteiarbeiter der Tifliser sozialdemokratischen Organisation.

»In den Jahren 1898 bis 1900 bildete und konstituierte sich die leitende sozialdemokratische Zentralgruppe der Tifliser Organisation… die Tifliser sozialdemokratische Zentral­gruppe leistete beim Aufbau der illegalen sozialdemokratischen Parteiorganisation eine gewaltige revolutionäre Propaganda- und Organisationsarbeit.«5

Stalin stand an der Spitze dieser Gruppe. Der Leninsche »Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse« war das Vorbild, dem die Tifliser revolutionären Sozialdemokraten in ihrer Arbeit unentwegt nacheiferten. Unter Führung der revolutionären Minderheit des »Messame-Dassi« (Stalin, Kezchoweli, Zulukidse) überschreitet die Arbeiterbewegung in Tiflis in diesem Zeit­abschnitt den Rahmen der alten, rein propagandistischen Arbeit »mit hervorragenden Einzelpersonen« aus den Reihen der Arbeiter. Das praktische Leben rückte die Agitation unter den Massen durch Herausgabe von Flugblättern über aktuelle Themen, durch fliegende Versammlungen und politische Demonstrationen gegen den Zarismus in den Vordergrund.

Die neue Taktik stößt auf scharfen Widerstand bei der oppor­tunistischen Mehrheit des »Messame-Dassi«, das zum »Ökono­mismus« neigte, vor revolutionären Methoden zurückschreckte und es ablehnte, den politischen Kampf gegen die Selbstherrschaft auf die »Straße« zu verlegen. Stalin und die revolutionäre Min­derheit des »Messame-Dassi« führen einen heftigen und unver­söhnlichen Kampf gegen die Opportunisten, für die Durchset­zung der neuen Taktik, der Taktik der politischen Massenagita­tion. Sie finden bei den fortgeschrittenen Arbeitern von Tiflis begeisterte Unterstützung.

Beim Übergang der Tifliser Sozialdemokraten zu den neuen Arbeitsmethoden spielte Viktor Kurnatowski eine hervorragende Rolle. Dieser geschulte Marxist, ein standhafter Anhänger und naher Kampfgefährte Lenins, verfocht die Leninschen Ideen in Transkaukasien. Im Herbst 1900 in Tiflis eingetroffen, stellt er enge Beziehungen zu Stalin und der revolutionären Minderheit des »Messame-Dassi« her und wird zum nächsten Freund und Kampfgefährten Stalins.

Als im Dezember 1900 die Leninsche »Iskra« zu erscheinen be­gann, stellte sich Stalin rückhaltlos auf ihren Standpunkt. Stalin erkannte in Lenin sofort den Begründer einer wahrhaft marxi­stischen Partei, den Führer und Lehrer.

»Die Bekanntschaft mit Lenins revolutionärer Tätigkeit seit Ende der neunziger Jahre, und besonders nach dem Jahre 1901, nach der Gründung der ,Iskra’«, sagt Stalin, »hatte mich zu der Überzeugung gebracht, dass wir in Lenin einen außergewöhnlichen Menschen besitzen. Er war damals in mei­nen Augen nicht ein einfacher Führer der Partei, sondern ihr tatsächlicher Schöpfer, denn er allein verstand das innere We­sen und die dringenden Bedürfnisse unserer Partei. „Wenn ich ihn mit den übrigen Führern unserer Partei verglich, schien es mir immer, dass Lenin seine Kampfgefährten — Plechanow, Martow, Axelrod und andere — um Haupteslänge überragt, dass Lenin im Vergleich zu ihnen nicht einfach einer der Füh­rer, sondern ein Führer von höherem Typus ist, ein Bergadler, der furchtlos ist im Kampf und die Partei kühn vorwärtsführt auf den unerforschten Wegen der russischen revolutionären Bewegung.«6

Stalin war von grenzenlosem Glauben an das revolutionäre Genie Lenins erfüllt und ging den Weg Lenins. Er ist von diesem Weg niemals abgewichen und führt nach dem Tode Lenins dessen Werk kühn und sicher fort.

Angesichts der beginnenden Wirtschaftskrise steigt in Tiflis unter dem Einfluss der Arbeiterbewegung Russlands und infolge der Tätigkeit der revolutionären Sozialdemokraten in den Jah­ren 1900 und 1901 die Welle wirtschaftlicher Streiks. Ein Betrieb nach dem anderen wird von Streiks erfasst. Im August 1900 bricht der grandiose Streik der Eisenbahnarbeiter in den Werk­stätten und im Depot aus. An diesem Streik nimmt M. I. Kalinin aktiv teil, der aus Petersburg nach dem Kaukasus ausgewiesen worden war. Am 22. April (5. Mai) 1901 findet im Zentrum von Tiflis eine Maidemonstration statt. Stalin ist der Organisator und Führer dieser Demonstration. Die Leninsche »Iskra« schätzte diese Demonstration als ein Ereignis von historischer Bedeutung für den ganzen Kaukasus ein; ihre Einwirkung auf die gesamte weitere Entwicklung der Arbeiterbewegung des Kaukasus war außerordentlich groß.

So wurde in diesen Jahren unter Leitung der revolutionären, von Stalin geführten Minderheit des »Messame-Dassi« der Über­gang der Arbeiterbewegung Georgiens von der Propaganda in kleinen Zirkeln zur politischen Massenagitation vollzogen. Da­mit wurde auch im Kaukasus die Vereinigung des Sozialismus mit der Arbeiterbewegung eingeleitet, genau so, wie einige Jahre vorher der von Lenin geführte Petersburger »Kampfbund« der­selben Aufgabe in glänzender Weise gerecht geworden war.

Die über das Anwachsen des revolutionären Kampfes des transkaukasischen Proletariats beunruhigte zaristische Regierung verschärfte die Gewaltmaßnahmen und glaubte dadurch der Be­wegung Einhalt gebieten zu können. Am 21. März (3. April) 1901 führte die Polizei eine Haussuchung im Physikalischen Observatorium durch, wo Stalin wohnte und arbeitete. Die Haus­suchung und der später bekanntgewordene Haftbefehl der Ochrana veranlassten Stalin, in die Illegalität zu gehen. Von da an bis zur Februarrevolution 1917 führt er in der Illegalität das angestrengte und heldenhafte Leben eines Berufsrevolutionärs Leninscher Schule.

Die Satrapen des Zaren waren ohnmächtig der ansteigenden revolutionären Bewegung gegenüber. Auf Initiative Stalins und Kezchowelis begann im September 1901 die erste illegale geor­gische sozialdemokratische Zeitung »Brdsola« (Der Kampf) zu erscheinen, die die Ideen der Leninschen »Iskra« konsequent ver­focht. Nach der »Iskra« war »Brdsola« die beste marxistische Zeitung in Russland.

Der in der ersten Nummer des »Brdsola« (September 1901) unter dem Titel »Geleitwort der Redaktion« erschienene Leit­artikel war von Stalin verfasst. Stalin bestimmte die Aufgaben des Blattes wie folgt:

»Die georgische sozialdemokratische Zeitung muss klare Ant­wort geben auf alle Fragen, die mit der Arbeiterbewegung zusammenhängen, die prinzipiellen Fragen klären, die Rolle der Arbeiterklasse im Kampf theoretisch erläutern und jede Erscheinung, auf die der Arbeiter stößt, mit dem Lichte des wissenschaftlichen Sozialismus beleuchten.«7

In diesem Leitartikel wies Stalin darauf hin, dass die Zeitung die Arbeiterbewegung führen und den Arbeitermassen so nahe wie möglich stehen muss, dass sie in der Lage sein muss, sie stän­dig zu beeinflussen, ihr bewusstes und leitendes Zentrum zu sein.

In der folgenden Nummer (November/Dezember 1901) brachte die »Brdsola« den wichtigen Artikel Stalins »Die Sozial­demokratische Partei Russlands und ihre nächsten Aufgaben«. In diesem Artikel unterstrich Stalin die Notwendigkeit, den wissenschaftlichen Sozialismus mit der spontanen Arbeiterbewe­gung zu vereinigen, er verwies auf die führende Rolle der Ar­beiterklasse in der demokratischen Freiheitsbewegung und be­gründete die Aufgabe, eine selbständige politische Partei des Proletariats zu organisieren.

Auch die Herausgabe von Flugblättern in den Sprachen der vielen Nationalitäten Transkaukasiens nimmt weite Ausmaße an. »Prächtig geschriebene Aufrufe sind in russischer, georgischer und armenischer Sprache erschienen, und mit ihnen wurden alle Stadtviertel von Tiflis überflutet«, schrieb die Leninsche »Iskra« über die Tätigkeit der Tifliser Sozialdemokraten.8 Stalins näch­ster Kampfgefährte, Lado Kezchoweli, gründete in Baku ein Komitee der Leninschen »Iskra«-Richtung und organisierte eine illegale Druckerei. Am 11. (24.) November 1901 fand eine Kon­ferenz der Tifliser sozialdemokratischen Organisation statt, auf der das Tifliser Komitee der SDAPR gewählt wurde. Diesem Komitee gehörte auch Stalin an. Er blieb jedoch nur sehr kurze Zeit in Tiflis. Ende November reiste Stalin im Auftrage des Tif­liser Komitees nach Batum, dem drittgrößten proletarischen Zen­trum im Kaukasus (nach Baku und Tiflis), um dort eine sozial­demokratische Organisation zu gründen.

In Batum entfaltet Stalin eine rastlose revolutionäre Tätig­keit: er stellt Verbindungen mit fortgeschrittenen Arbeitern her, gründet sozialdemokratische Zirkel, leitet selbst einige Zirkel, richtet eine illegale Druckerei ein, schreibt zündende Flugblätter, lässt sie drucken und verbreiten, leitet den Kampf der Arbeiter der Betriebe von Rothschild und Mantaschow, organisiert die re­volutionäre Propaganda auf dem Lande. Stalin ruft in Batum eine sozialdemokratische Organisation ins Leben, gründet das Batumer Komitee der SDAPR und leitet die Streiks in den Be­trieben. Am 9. (22.) März 1902 organisierte Stalin die berühmte politische Demonstration der Batumer Arbeiter, an deren Spitze er als Demonstrationsleiter schritt. Hier vollzog Stalin praktisch die Vereinigung des Streiks mit der politischen Demonstration.

So entstand und entwickelte sich in diesem Zeitabschnitt im entschlossenen und unversöhnlichen Kampf gegen den Oppor­tunismus die Organisation der Leninschen »Iskra«-Richtung in Transkaukasien. Ihr hervorragendster Organisator und Führer war Stalin, den die Batumer Arbeiter schon damals den Lehrer der Arbeiter nannten. Die Organisation der Leninschen »Iskra«-Richtung in Transkaukasien wurde auf den festen Grundlagen des proletarischen Internationalismus aufgebaut, sie vereinigte in ihren Reihen die fortgeschrittenen Proletarier verschiedener Nationalitäten: Georgier, Armenier, Aserbaidshaner, Russen. Lenin führte später wiederholt die transkaukasische Organisation der Partei als Vorbild des proletarischen Internationalismus an.

Der machtvolle Kampf der Arbeiter von Batum ruft bei der Regierung ernste Beunruhigung hervor. Die Spürhunde der Poli­zei suchen eifrig nach den »Rädelsführern«. Am 5. (18.) April 1902 wird Stalin verhaftet. Aber auch im Gefängnis (zuerst in Batum, dann — vom 19. April (2. Mai) 1903 ab — in dem durch sein hartes Regime berüchtigten Gefängnis von Kutais, danach wieder in Batum) verliert Stalin nicht die Verbindung mit der revolutionären Arbeit.

Anfang März 1903 tagte der erste Kongress der sozialdemo­kratischen Organisationen Kaukasiens, auf dem der Kaukasische Bund der SDAPR gegründet wurde. Stalin, der sich in Haft be­fand, wurde in seiner Abwesenheit zum Mitglied des Kauka­sischen Bundeskomitees der SDAPR gewählt. Im Gefängnis er­fährt Stalin von Genossen, die vom II. Parteitag zurückgekehrt waren, dass zwischen den Bolschewiki und den Menschewiki höchst ernste Meinungsverschiedenheiten bestehen. Stalin tritt entschieden auf die Seite Lenins, der Bolschewiki.

Im Herbst 1903 wird Stalin auf drei Jahre nach Ostsibirien verbannt, in das Dorf Nowaja Uda, Kreis Balagan, Gouver­nement Irkutsk. Am 27. November (10. Dezember) 1903 kam Stalin in diesem Verbannungsort an. In der Verbannung erhält er einen Brief von Lenin.

»Zum ersten mal kam ich mit Lenin im Jahre 1903 in Füh­lung«, sagt Stalin. »Dies war zwar keine persönliche Bekannt­schaft, sondern eine auf schriftlichem Wege zustande gekom­mene Fernbekanntschaft, aber sie hinterließ in mir einen un­auslöschlichen Eindruck, der mich während der ganzen Zeit meiner Arbeit in der Partei nicht verließ. Ich war damals in Sibirien in der Verbannung… Lenins Brief war verhältnis­mäßig kurz, aber er bot eine kühne, unerschrockene Kritik der praktischen Arbeit unserer Partei und eine wunderbar klare und gedrängte Darlegung des ganzen Plans der Parteiarbeit für die nächste Periode.«9

Stalin blieb nicht lange in der Verbannung. Er brannte vor Ungeduld, möglichst rasch die Freiheit wiederzuerlangen, um die Durchführung des Leninschen Plans in Angriff zu nehmen und die bolschewistische Partei aufzubauen. Am 5. (18.) Januar 1904 flüchtet Stalin aus der Verbannung. Im Februar 1904 ist er wie­der im Kaukasus, zuerst in Batum und dann in Tiflis.

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Die vorliegende Ausgabe der „Kurzen Lebensbeschreibung J. W. Stalins“ ist eine Übersetzung des vom Marx-Engels-Lenin-Institut in Moskau 1950 herausgegebenen neu durchgesehenen Abdrucks der zweiten verbesserten und ergänzten russischen Auflage. Sie ist ein Nachdruck der im Jahre 1950 in Moskau erschienenen Ausgabe. Bis zum Februar 1918 wird jedes Datum nach altem russischem Kalenderstil gegeben; die eingeklammerte Angabe gibt dasselbe Datum nach neuem Stil.

5. Auflage, 201. -240. Tausend

Copyright 1950 by Dietz Verlag GmbH Berlin • Printed in Germany • Alle Rechte vorbehalten • Gestaltung und Typographie: Dietz Entwurf . Lizenznummer 341

Druck: VEB Leipziger Druckhaus, Leipzig (III/18/203)

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1 W. I. Lenin, »Werke«, Bd. III, S. 464 (russ.).

2 J. Stalin, »Unterredung mit dem deutschen Schriftsteller Emil Ludwig«, 1938, S. 9 (russ.).

3 »Erzählungen alter transkaukasischer Arbeiter über den großen Stalin«, Erinnerungen des Genossen P. Kapanadse, Verlag »Junge Garde« 1937, S. 26 (russ.).

4 J. W. Stalin, »Werke«, Bd. 8, S. 174 (russ.).

5 L. Beria, »Zur Geschichte der bolschewistischen Organisationen in Transkaukasien«, Dietz Verlag, Berlin 1950, S. 21.

6 J. W. Stalin, »Werke«, Bd. 6, S. 52/53 (russ.).

7 J. W. Stalin, »Werke«, Bd. l, Dietz Verlag, Berlin 1950, S. 8.

8 »Iskra« Nr. 25 vom 15. September 1902.

9 J. W. Stalin, »Werke«, Bd. 6, S. 52/53 (russ.).

 

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Die Wilhelmshavener Revolte 1918

Heute vor 98 Jahren, am 30. Oktober 1918, begann mit dem Matrosenaufstand in Wilhelmshaven die Novemberrevolution.

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Ende 1918 wurde in Wilhelmshaven und Rüstringen Geschichte gemacht: Matrosen, Soldaten und Arbeiter versuchten die Welt zu verändern – kämpften gegen Krieg und Monarchie, für Demokratie und Sozialismus. Die Oktoberrevolution in Russland 1917 und die französische Revolution wurden zum Vorbild für die Arbeiter und Soldaten in Deutschland.

Die Ausgangslage im Oktober/November 1918

Spätestens im September 1918 wurde klar, dass der vom deutschen Imperialismus angezettelte Weltkrieg für Deutschland verloren war. Vorgespräche zu Waffenstillstandsverhandlungen wurden aufgenommen. Dennoch wollte die Seekriegsleitung die deutsche Flotte zu einer letzten, völlig sinnlosen Seeschlacht „zur Ehrenrettung“ gegen England auslaufen lassen. Es wäre jedoch ein Himmelfahrtskommando gewesen, das den sicheren Tod von 80.000 deutschen Marinesoldaten bedeutet hätte.

Vorabend der Revolution

Seit dem 28. Oktober war die gesamte deutsche Kriegsflotte auf der Schillig-Reede zusammengezogen worden. Der Kommandant der „Thüringen“ erklärte vor den Mannschaften: „Wir verfeuern unsere letzten 2000 Schuss und wollen mit wehender Fahne untergehen.“ Doch die Matrosen erkannten die Sinnlosigkeit eines solchen Gefechts und jetzt, wo der Frieden schon so greifbar nah war, wollte man sein Leben nicht mehr für den Ruhm der Seekriegsleitung und der „stählernen deutsche Flotte“ opfern. „Es ist schade um jeden Blutstropfen, der noch für diese Lumpen vergossen wird“, brachte ein Matrose die Stimmung der Mannschaften zum Ausdruck.

Schon tags zuvor, am 27. Oktober, als die Panzerkreuzer „Derfflinger“, „Moltke“, „Seydlitz“ und „Von der Tann“ Wilhelmshaven verlassen sollten, leisteten die Matrosen und Heizer passiven Widerstand und verzögerten das Auslaufen der Schiffe. Zahlreiche Matrosen kehrten nicht an Bord zurück. Allein auf der „Von der Tann“ fehlten etwa 100 Mann. Der Kreuzer „Straßburg“ war gefechtsunfähig, weil 45 Heizer an Land geblieben waren. Ihre Kameraden an Bord löschten die Feuer unter den Kesseln und versuchten, das Schiff durch Öffnen der Flutventile zu versenken.

Am 28. Oktober verweigerten die Matrosen und Heizer auf dem Linienschiff „Markgraf“ die Befehle zum Ankerlichten und Auslaufen. Auf dem Linienschiff „König“ wurde ein Soldatenrat gebildet, und die Matrosen und Heizer des Linienschiffes „Friedrich der Große“ beschlossen auf einer Versammlung, keine Kohlen zu bunkern.

Die rote Fahne weht uns voran!

Als am Morgen des 30. Oktober der Befehl zum Auslaufen gegeben wurde, verhinderten die Mannschaften der „Thüringen“ , der „Helgoland“, der „Markgraf“ und weiterer Großkampfschiffe das Ankerlichten, und die Flotte konnte die Schillig-Reede nicht verlassen. Die Besatzungen der „Thüringen“ und der „Helgoland“ hissten die rote Fahne. Alle Versuche, die Befehlsgewalt der Offiziere wiederherzustellen, scheiterten, so dass die Flottenaktion am 31. Oktober endgültig aufgegeben werden musste.

Unterstützt wurde der Widerstand der Marinesoldaten noch durch einen andauernden kräftigen Oststurm. Mit Hilfe von Marineinfanterie und einigen Torpedo- und U-Booten gelang es schließlich, den Aufstand für einige Tage gewaltsam zu unterdrücken. Mehr als 1000 der meuternden Matrosen wurden in die Marinegefängnisse in Kiel verschleppt. Die anderen Matrosen zeigten sich jedoch solidarisch, immerhin hatten die Meuterer sie vor dem sicheren Tod bewahrt.

Vertrauensmänner wurden gewählt, die nach ihrer Beratung am 1.November im Kieler Gewerkschaftshaus die Forderung an die Marineoffiziere stellten, die Gefangenen freizulassen. Doch die Offiziere gingen nicht darauf ein und lehnten jede Verhandlungen strickt ab. Stattdessen erließen sie ein Verbot die Kasernen zu verlassen und befahlen der Marineinfanterie für Ruhe zu sorgen. So hoffte die Marineführung, das Auslaufen ihrer Flotte könnte, wenn auch mit Verzögerung, doch noch erfolgen.

Aber es kam anders: am 2.November weigerte sich die Infanterie gegen die meuternden Soldaten vorzugehen, wodurch den Offizieren ihr wichtigstes Druckmittel verloren ging. Bei einer erneuten Versammlung der Vertrauensmänner, diesmal auf dem Kieler Exerzierplatz, erklärten sich die Werftarbeiter bereit den Aufstand zu unterstützen; die Bewegung erhielt eine andere Dimension.

Diese sollte sich noch am folgenden Tag ausweiten: nach der durch Karl Artelt eröffneten Massenkundgebung, auf der erneut die Freilassung der Gefangenen gefordert wurde, setzte sich ein Demonstrationszug aus Matrosen und Werftarbeitern in Richtung Marineanstalt, wo die Gefangenen inhaftiert waren, in Bewegung. Auf dem Weg durch die Kieler Innenstadt schlossen sich ihm weitere Soldaten an. Nachdem eine Postenkette das Feuer auf den Zug eröffnet hatte, gab es acht Tote und 29 Verletzte. Dies führte am 4.November zum bewaffneten Aufstand gegen die Offiziersherrschaft. Am Morgen wurden auf den Schiffen Soldatenräte gebildet, die das weitere Vorgehen organisieren und planen sollten.

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Der Funke wird zum Steppenbrand

Der Matrosenaufstand wirkte wie ein Streichholz an einer Zündschnur. Mit rasender Geschwindigkeit breitete sich die Revolte über Deutschland aus, erfasste nach den Soldaten bald auch die Arbeiter. Kriegsmüdigkeit, die langen Jahre des Hungers und der Entbehrungen, die Enttäuschung über die Niederlage und auch der Wunsch nach einer neuen politischen Ordnung, nach Abschaffung der Monarchie, die doch in diesen Krieg geführt hatte, all das befeuerte die Revolution.

In ganz Deutschland kam es zu machtvollen Demonstrationen und Streiks. Erste Arbeiter- und Soldatenräte wurden gebildet und übernahmen die Macht. Die Aufrufe der Arbeiter und Soldaten waren eindeutig: „Das ist es, was Wilhelm II. und Hindenburg wollen: Es soll weitergekämpft werden. Abermals sollen Hunderttausende geopfert werden. ( …) Die Forderungen des klassenbewussten Proletariats sind: Nicht Fortsetzung des Krieges – sofortiger Frieden! Nicht politische Entrechtung durch den Militarismus – völlige politische Befreiung, Sturz des Militarismus. Nicht die Fortsetzung der kapitalistischen Knechtschaft nach der Befreiung vom Militarismus – ein menschenwürdiges Dasein in einer sozialistischen Gesellschaft“

In der Nacht zum 6. November ließen die Militärbehörden in Wilhelmshaven alle militärischen Anlagen und öffentlichen Gebäude durch mit Maschinengewehren ausgerüstete Soldaten besetzen. Doch auch das nützte ihnen nichts mehr. Der Aufstand war gut vorbereitet.

Am Morgen des 6.November demonstrierten zehntausende Matrosen und Soldaten durch die Straßen Wilhelmshavens. Werftarbeiter schlossen sich ihnen an. Gefangengehaltene Kameraden wurden aus den Arrestanstalten befreit. Auch die vom Stationschef Admiral von Krosigk angeforderte Infanterie aus 0ldenburg verweigert den Gehorsam. In den späten Vormittagsstunden des 6. November überreichten fünf Soldaten dem Stationschef die Forderungen der Matrosen und Soldaten.

Die Marinesoldaten wählten in ihren Einheiten den Soldatenrat – was den ganzen Tag in Anspruch nimmt. Nachmittags strömten viele tausend Werftarbeiter zum großen Torpedoexerzierplatz. Auf dieser Massenkundgebung wählten die Versammelten ihren Arbeiterrat, der sich am selben Abend mit dem Soldatenrat vereinigte.

Am Abend des 6.11. wurde aus dem Arbeiter- und Soldatenrat ein engerer Ausschuss gebildet, der „21er-Rat“. Dieser wurde als oberste Behörde eingesetzt und übernahm die gesamte vollziehende Gewalt. An seine Spitze wurde der gelernte Maschinenschlosser und Oberheizer Bernhard Kuhnt (USPD) gewählt.

Am nächsten Tag fand eine weitere Massenversammlung auf dem Torpedoexerzierplatz statt. Wieder zogen gewaltige Züge von Soldaten und Arbeitern durch die Straßen. Auf der Kundgebung wurde in einer einstimmig verabschiedeten Resolution der Weltfrieden und die Abschaffung der Monarchie verlangt.

Unterdessen waren, auf Befehl der Reichsregierung, weitere Truppen nach Kiel delegiert worden, die die Stadt abriegeln sollten, um eine Ausbreitung der Bewegung zu verhindern. Doch diese verbündeten sich mit den Aufständischen. So erklärte sogar der Gouverneur von Kiel, Admiral Souchon, sich bereit, eine Delegation der Arbeiter- und Soldatenräte zu empfangen. Souchons einzige Möglichkeit bestand nun darin, Zeit zu gewinnen, auf dass ihm von der OHL oder aus Berlin zuverlässigere Truppen geschickt werden würden um den Aufstand niederzuschlagen.

Am Abend des 4.November 1918 waren alle militärischen und öffentlichen Gebäude der Stadt durch die 40.000 meuternden Matrosen besetzt und Kiel so in ihrer Hand. Auch hier war es gelungen die inhaftierten Kameraden zu befreien. Es wurde ein gemeinsamer Soldatenrat aus den Räten der einzelnen Schiffe gebildet, der die Kontrolle über die Verwaltung und die Lebensmittelverteilung übernahm und noch am gleichen Abend die so genannten „14 Kieler Forderungen“ an die Militärführung stellte.

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Die Revolution ist nicht mehr aufzuhalten

Die Meldungen aus Kiel lösten Panik bei der Regierung in Berlin aus. Reichskanzler Max von Baden telegrafierte auf der Stelle an Groener in Spa, dass er zu „militärischen Beratungen“ anreisen solle. Man hatte Angst, die Situation könne außer Kontrolle geraten und sich zu einer Revolution ausweiten.

Am Morgen des 4.November tagten in Berlin die Staatssekretäre und beschlossen einen SPD-Abgeordneten nach Kiel zu entsenden, der Einfluss auf die revolutionären Arbeiter und Soldaten nehmen und der Bewegung von innen heraus den Schwung nehmen sollte. So fuhr am Abend der Staatssekretär Conrad Haußmann zusammen mit Gustav Noske, der für diese Aufgabe auserwählt worden war, nach Kiel.

Außerdem erfolgte das Erlassen eines Ultimatums an die russischen Diplomaten in Berlin: Sie sollten binnen sechs Stunden das Land verlassen. Man hatte eine aufgebrochene Kiste am Bahnhof Friedrichstraße, die einem Delegationsmitglied gehörte und in der sich revolutionäre Flugblätter befanden, zum Anlass für die Ausweisung genommen. Zwar gehörten die Flugblätter in Wirklichkeit der Spartakusgruppe, doch befürchtete man, dass die russischen Diplomaten gezielt Einfluss auf die Bildung einer Räterepublik in Deutschland nach russischem Vorbild nehmen wollten und so passte der von Scheidemann initiierte „Flugblattfund“ genau ins Bild.

Einsatz der Sozialdemokratie als „Feuerlöscher der Revolution“

Laut Scheidemann musste man „sich jetzt (selbst) an die Spitze der Bewegung stellen, (da es sonst) noch anarchistische Zustände im Reich geben (würde)“. Um die Bewegung zu verhindern war es bereits zu spät, das hatte die SPD als einzige der Regierungsparteien erkannt.

So trafen Noske und Haußmann sofort nach ihrer Ankunft in Kiel mit den Arbeitervertretern, dem Soldatenrat und Gouverneur Souchon zusammen um über den weiteren Verlauf gemeinsam zu beraten. Daraufhin wurde Noske am 5.November zum Vorsitzenden des Soldatenrates gewählt und übernahm am 7.November den Gouverneursposten.

Doch Noske unterstütze nicht, wie von den Arbeitern und Soldaten erwartet, die Ausweitung des Aufstandes, sondern versuchte, gemäß der SPD-Linie, so schnell wie möglich wieder für „Ruhe und Ordnung“ zu sorgen. So war seine erste Amtshandlung das „Verbot des Waffentragens außerhalb des Dienstes“ zu erlassen. Bei einem gemeinsamen Treffen der SPD- und Gewerkschaftsführer sowie Max von Baden und Groener am 6.November beschloss man den „lokalen Ausbruch in Kiel“ durch Einstellen des Post- und Eisenbahnverkehrs an seiner Ausweitung zu hindern.

Doch dafür war es bereits zu spät. Die revolutionäre Bewegung hatte sich durch die Kieler Soldaten bereits auf ganz Norddeutschland ausgebreitet. Nachdem am 5.November die „roten Matrosen“ in Lübeck eingetroffen waren, waren die dort stationierten Garnisonen sofort übergelaufen und hatten gemeinsam mit den Matrosen am Abend bereits die Hauptpost, das Telegrafenamt und den Bahnhof besetzt. Am nächsten Tag folgte der Generalstreik.

Der „lokale Ausbruch“ von Wilhelmshaven und Kile breitete sich innerhalb kürzester Zeit auf das ganze Deutsche Reich aus. Am 7.November waren Hannover, Köln und Braunschweig in den Händen der Revolutionäre. Am gleichen Tag wurden in München die Wittelsbacher gestürzt. Gleiches geschah den Fürsten in Sachsen, Franken und Hessen am folgenden Tag.

Das Bild in den Städten war meist das gleiche: den angereisten Matrosen aus Kiel schlossen sich bei den Demonstrationen weitere Arbeiter und Soldaten an. Man bewaffnete sich bei dem Sturm auf Kasernen und Polizeistationen. Öffentliche Gebäude wurden besetzt und Gefangene befreit, der Generalstreik ausgerufen und Räte gewählt, denen die Exekutivgewalt zugesprochen wurde. Anschließend zogen die Matrosen zur nächsten Stadt um ihre „revolutionäre Botschaft zu verkünden“.

Am 9. November musste der Kaiser der Hohenzollern, Wilhelm II, abdanken, Die Monarchie war gestürzt.

Sozialistische Republik Oldenburg/Ostfriesland

In Wilhelmshaven, wo die Revolution begann, erklärte der Sprecher des „21er-Ausschusses“, Bernhard Kuhnt, auf einer Kundgebung am 10. November (dem „Freiheitssonntag“), an der über 100.000 Matrosen, Arbeiter und. Soldaten teilnahmen, den Oldenburgischen Großherzog für abgesetzt und rief die“ Sozialistische Republik Oldenburg/Ostfriesland“ aus.

Bernhard Kuhnt: „So ist die Stunde da, in der wir handeln müssen, und nach einer ernsten, langwierigen und eingehenden Beratung in dieser Nacht, haben wir deshalb wieder versucht, einen Stein vom Wege zu heben. Wir müssen schnell arbeiten; der Schmerzenstage waren es genug. Der 21er-Ausschuß hat in dieser Nacht einstimmig beschlossen, hier die Nordseestation und alle umliegenden Inseln und Marineteile sowie das dazugehörige ganze Oldenburger Land zur Sozialistischen Republik zu erklären. Der Großherzog ist abgesetzt.“

Nach der blutigen Niederschlagung der Arbeiteraufstände im Januar 1919, schickte die Reichsregierung Truppen nach Rüstringen und Wilhelmshaven, um die sozialistische Republik Oldenburg/Ostfriesland zu beenden. Der 21er-Rat wurde abgesetzt und Oldenburg zum „Freistaat“ erklärt. Als provisorische Regierung wurde ein Landesdirektorium gebildet, dem u. a. der Rüstringer Landtagsabgeordnete Paul Hug und Kuhnt angehörten. Kuhnt übernahm das symbolische Amt des Präsidenten des neuen Freistaates Oldenburg.

Historisches Verdienst der revolutionären Arbeiter und Soldaten

Die Arbeiter und Soldaten, die im November 1918 gegen Krieg, Imperialismus und Kapitalismus aufstanden, schufen Tatsachen, die bis heute und noch weit in die Zukunft wirken. Die Hohenzollernmonarchie und die anderen Dynastien wurden hinweggefegt – es entstand eine bürgerlich-parlamentarische Demokratie. Demokratische Rechte und Freiheiten, wie z.B. das Recht der Arbeiter auf Betriebsräte, das allgemeine Wahlrecht inkl. Frauenwahlrecht, Koalitions-, Versammlungs- und Pressefreiheit, der Achtstundentag, Kündigungsschutz, Tarifautonomie, Arbeitsgerichtsbarkeit, die Beseitigung feudaler Ordnungen (Landarbeiter- und Gesindeordnung) – all das sind erkämpfte Errungenschaften, die durch die Novemberrevolution Gesetz wurden bzw. zumindest durch die Ereignisse befördert wurden.

Am 2. Mai 1920, gleich nach dem durch einen Generalstreik niedergerungenen Kapp-Putsch, errichteten der Deutsche Metallarbeiterverband, USPD und MSPD Rüstringen/Wilhelmshaven auf dem Ehrenfriedhof einen Gedenkstein zu Ehren aller Revolutionstoten der Stadt Wilhelmshaven. Auf dem Sarkophag, der von den Nationalsozialisten zerschlagen und vom DGB Wilhelmshaven wieder errichtet wurde, steht eine Inschrift von Ferdinand Freiligrath: „Oh stets gerüstet seid bereit, dass die Erde, in der wir liegen steif und starr, ganz eine freie werde!“

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