Der Beginn des Großen Vaterländischen Krieges – Teil 4

Aus Anlass des 70. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, am 22.  Juni 1941, veröffentliche ich an dieser Stelle in loser Folge Auszüge aus dem sowjetischen Buch Der große Vaterländische Krieg der Sowjetunion, dass 1947 im SWA-Verlag/Berlin als 4. Band in der Reihe „Das Sowjetland“ erschienen ist. Heute geht es um den unerschütterlichen Widerstand, der den deutschen Angreifern, vom Beginn ihrer feigen Aggression, durch die Sowjettruppen entgegengebracht wurde. Die Autoren zeigen, wie die ROTE ARMEE in der Periode der ersten Abwehrschlachten des Jahres 1941 die Stalinsche Taktik der aktiven Verteidigung verwirklichte und damit die Träume der Hitlerleute, im Laufe weniger Wochen die sowjetischen Truppen zu zerschlagen, zunichte machte.

Die großen Abwehrschlachten

Die Schlacht um Moskau

Die von Stalins Worten begeisterten Völker der Sowjet­union erhoben sich zu einem aufopfernden Kampf gegen die faschistischen Eindringlinge.

Die von den leichten Siegen in Westeuropa berauschten Hitlerleute hofften, die Sowjetunion in 5 bis 6 Wochen zu erobern. Aber gleich die ersten Tage der Kriegshandlungen brachten den Hitlerfaschisten eine Enttäuschung.

Den ersten Schlag der deutsch-faschistischen Armee fingen die Grenztruppen und die in der Nähe der Grenze stationier­ten Truppenteile der Roten Armee auf. Sie verteidigten das Sowjetland mit außerordentlicher Tapferkeit. Überall an der Grenze stießen die Deutschen auf einen unerschütterlichen Widerstand der Sowjettruppen.

Die Einnahme von Brest-Litowsk kam den Deutschen teuer zu stehen. Die Lage der Festung unmittelbar an der Grenze bedeutete für diese eine Schwäche. Außerdem war das so­wjetische Kommando nicht mehr dazu gekommen, sie zu befestigen. Die Deutschen dachten sie im Zuge des Vor­marsches zu nehmen. Es wurde die 45. deutsche Infanterie­division bereitgestellt, die über neun leichte und drei schwere Geschützbatterien verfügte. Außerdem richtete der Kom­mandeur des deutschen Armeekorps das Feuer der Mörser­abteilungen gegen die Festung. Aber der Sturm auf die Festung mißlang. Am Abend des 22. Juni warfen die Deutschen Sturmgeschützbatterien und ein frisches Infanterie­regiment als Verstärkung in den Kampf. Aber auch das nützte nichts.

Auch am folgenden Tage, am 23. Juni, wurden sämtliche deutschen Angriffe zurückgeschlagen. Die Hitlerleute stellten den Verteidigern der Festung das Ansinnen, zu kapitulieren, aber diese antworteten mit Feuer. Es verging noch ein Tag, es vergingen zwei, fünf Tage, aber die Verteidiger der Festung setzten ihren Widerstand fort und fügten den An­greifern schwere Verluste zu.

Die Nazis führten einen schweren Luftangriff gegen die Festung durch. Die Garnison ergab sich nicht. Erst am neun­ten Kampftag vermochten die Deutschen in die Stadt ein­zudringen. Die Reste der Garnison durchbrachen den Ein­schließungsring. Als die Deutschen in die Stadt einrückten, fanden sie in der Festung, nach eigenem Eingeständnis, »einige sterbende Russen und gefallene deutsche Soldaten« vor.

Einem solchen Widerstand begegneten die Deutschen nicht nur bei Brest. An der Südfront zum Beispiel war es den Deutschen gelungen, starke Kräfte bei Peremyschl (Przemysl) zu konzentrieren und die Stadt zu besetzen. Die Verteidiger der Stadt wichen nach einem ununterbrochenen, stunden­langen Gefecht zurück. Aber nachts drang ein verstärktes Bataillon unter Führung von Oberleutnant Poliwoda in Peremyschl ein und säuberte die Stadt vom Feind. Fünf Tage lang versuchten die Nazis vergeblich, Peremyschl er­neut einzunehmen. Erst auf Befehl des Kommandos verließ Poliwoda die Stadt, nachdem er alle Werte fortgeschafft und die Bevölkerung evakuiert hatte.

An der ganzen Grenze vom Weißen bis zum Schwarzen Meer waren erbitterte Kämpfe im Gange. Auf Befehl Stalins ließ die Rote Armee den Feind ausbluten. Das Vorrücken kam den Nazis teuer zu stehen. So stieß z. B. die 1. Moskauer Motor-Schützendivision, die heute eine Gardedivision ist, eilig aus Moskau vor und am 30. Juni an der Beresina mit dem Gegner zusammen. In einem dreitägigen Kampf ver­loren die Deutschen hier 1500 Mann, 60 Panzer, 700 Motor­räder sowie Dutzende von Geschützen und Granatwerfern. Unter dem Druck überlegener feindlicher Kräfte war die Division gezwungen, sich auf eine neue Verteidigungsstellung zurückzuziehen, setzte aber ihre Gegenangriffe fort. Auf einer Strecke von 100 km bezog die Division sieben Stellungen, fügte in jeder von diesen dem Gegner empfindliche Verluste zu und verzögerte seinen Vormarsch.

Die sowjetischen Streitkräfte haben dem ersten starken Ansturm der hitlerschen motorisierten Kolonnen standgehal­ten. Sie nahmen eine Umgruppierung vor und begannen wuchtige Gegenschläge auszuteilen. In der Tatsache, daß sie einem plötzlichen Schlag standzuhalten vermochten, in der Kunst, Gegenschläge zu führen, zeigte sich das Ergebnis der 20jährigen bolschewistischen Erziehung, offenbarte sich die unerschütterliche Kampfnatur der Roten Armee.

Als Beispiel einer aufopfernden und dabei für den Gegner verlustreichen Verteidigung in der ersten Kriegsperiode kann der Kampf um Smolensk dienen. Die Deutschen setzten ge­waltige Kräfte gegen die Stadt ein, warfen Hunderte von Panzern in den Kampf, verlegten ihre Flugplätze bis in die Nähe der Verteidigungslinie. Ununterbrochen waren die Flugzeuge über der Stadt und über den Marschkolonnen der Sowjettruppen.

Der Kampf bei Smolensk dauerte fast 30 Tage an. Die nach Smolensk durchgebrochene deutsche Panzerdivision wurde in den Straßen der Stadt vernichtet. Sowjetische Fem­geschütze und Flugzeuge zerstörten die feindlichen Flug­plätze. Im Raum von Smolensk fielen Tausende und aber Tausende von Deutschen.

Viele deutsche Divisionen fanden im Raum von Mogilew und bei Gomel ihr Grab.

Sowjetische Artillerie in Odessa

Eine ruhmvolle Seite der Kriegsgeschichte schrieben die Verteidiger von Odessa. Die offene Stadt, die nicht einmal Spuren von Verteidigungsanlagen aufwies, verteidigte sich tapfer 69 Tage lang. Zusammen mit den Rumänen warfen die Deutschen 18 Divisionen gegen Odessa, während die Stadt nur von vier Infanteriedivisionen und wenigen Marine- und Volkswehreinheiten verteidigt wurde. Dem Feind gelang es nicht, Odessa im Sturm zu nehmen. Die Stadt wurde auf Befehl des Kommandos von den sowjetischen Truppen ge­räumt; die Verteidiger der Stadt hatten ihre Aufgabe erfüllt, indem sie bedeutende Kräfte des Gegners gebunden und über 250 000 feindliche Soldaten und Offiziere vernichtet hatten.

Die Hoffnung der Hitlerleute, in Leningrad einzurücken, ging nicht in Erfüllung. Bereits am 11. Juli erklärte der faschistische Rundfunk prahlerisch, daß die deutschen Panzer­truppen dicht vor Leningrad stünden. Am folgenden Tage wurde der Welt mitgeteilt, daß die Deutschen im Laufe der nächsten Tage in Leningrad einrücken würden. In der Presse tauchte eine Meldung über die Ernennung des deutschen Kommandanten von Leningrad auf. Der ungeduldige Kom­mandant hatte bereits Passierscheine für die deutschen Kraft­wagen in Leningrad drucken lassen. Aber die sowjetischen Krieger und die Werktätigen Leningrads vereitelten die hitlerschen Hoffnungen. Auch von der See her blieb das Vor­feld von Leningrad uneinnehmbar. Zusammen mit den Schif­fen der Baltischen Flotte versperrte die heldenmütige Festung Kronstadt dem Feinde den Weg von der See her. Die helden­mütige Verteidigung der Ostseeinseln zog feindliche Kräfte von Leningrad ab. Die Bevölkerung der Stadt baute trotz ununterbrochener Luftangriffe an den Befestigungen. Alle Wehrfähigen wurden in die Armee eingereiht. Die Kämpfer schlugen die deutschen Angriffe zurück und führten selbst Gegenschläge. Die Deutschen waren gezwungen, in die Defensive zu gehen. Durch ihren Mißerfolg aufgebracht, zogen die Faschisten Luftwaffe und Artillerie heran. Hitler befahl, Leningrad dem Boden gleichzumachen. Am 24. Sep­tember 1941 erließ der Stabschef der hitlerschen Streitkräfte den Befehl:

»Der Führer hat beschlossen, Petersburg vom Erdboden verschwinden zu lassen. Nach der Niederlage Sowjetrußlands besteht kein Interesse an dem Weiterbestehen dieser Groß­stadt. Finnland hat ebenfalls erklärt, daß es an dem Weiter­bestehen der Stadt Petersburg unmittelbar an seiner neuen Grenze nicht interessiert sei.«

Dieser Befehl zeugt von der unerhörten Bestialität der Eroberer, aber er zeugt auch von ihrer Ohnmacht: da sie es nicht fertiggebracht hatten, den Widerstand der helden­mütigen Verteidiger von Leningrad zu brechen, beschlossen die Nazis, die Riesenstadt mit einer Millionenbevölkerung zu vernichten.

Die Belagerung von Leningrad

Durch Hunger, Artilleriebeschuß und Luftangriffe ver­suchten die Hitlerfaschisten den heroischen Geist der Ver­teidiger der Stadt zu brechen. Aus schweren Ferngeschützen nahmen sie die Stadtviertel Tag für Tag unter Feuer. Die Deutschen zerstörten systematisch eine der schönsten Städte der Welt, ihre einmaligen Bauten, ihre Museen, Theater, Lehranstalten, Fabriken und Werke. Tausende von Frauen, Greisen und Kindern wurden getötet oder zu Krüppeln gemacht.

Aber die Kämpfer und Offiziere der Roten Armee und der Kriegsflotte sowie alle Werktätigen von Leningrad wankten nicht. Sie verteidigten tapfer die Stadt – die Wiege der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution.

Die sowjetischen Krieger aller Waffengattungen vollbrach­ten in diesen ersten Abwehrkämpfen unzählige Heldentaten. Heldenmütig kämpften die Sowjetflieger, die im Sowjetvolk zärtlich die »Stalinfalken« genannt werden.

Der berühmte russische Fliegerhauptmann Pjotr Nesterow rammte am 8. September 1914 ein deutsches Flugzeug und kam zusammen mit seinem Gegner ums Leben. Diese Opfer­tat war ein vereinzeltes Beispiel für das Rammen. Aber während des Vaterländischen Krieges begannen die Sowjet­flieger das Rammen häufig anzuwenden.

Als die sowjetische Presse von den ersten Fällen solcher Rammangriffe berichtete, bezeichnete der deutsche Rundfunk diese Meldungen als Phantasien.

Soldaten, denen die faschistischen Führer eingeredet haben, der Zweck des Krieges sei das Plündern, bringen es nicht fertig, ihr Leben bewußt hinzugeben. Die sowjetischen Krie­ger, die von dem hohen Ideal des Kampfes hingerissen wur­den, gaben ihr Leben bewußt für die Ehre und Freiheit des Vaterlandes hin.

Am 3. Juli 1941 versuchte eine deutsche Panzerkolonne, aus der Luft durch Flieger gedeckt, einen Keil in die Stel­lungen der Sowjettruppen zu treiben. Das Feuer der sowjeti­schen Artillerie und Luftwaffe hielt den Ansturm des Gegners auf. Hauptmann Nikolaj Gastello war an der Spitze seines Geschwaders in den Luftkampf gegen die feindlichen Flieger verwickelt, während das Gefecht am Boden weiterging. Plötz­lich riß ein feindliches Geschoß den Benzintank des Flug­zeuges auf. Die Kampfmaschine stand in Flammen. Haupt­mann Gastello versuchte das Feuer auszuschlagen, aber ver­geblich; die Flammen erfaßten das ganze Flugzeug. Es blieb nur der Fallschirmabsprung, aber dieser würde Gefangen­schaft bedeuten… Hauptmann Gastello lenkte sein bren­nendes Flugzeug mitten zwischen die feindlichen Panzer, die gerade Benzin tankten. Dutzende feindlicher Maschinen explodierten zusammen mit dem Flugzeug des Helden.

„Stalinfalken“

Ende August versuchten stärkere Panzer- und Infanterie­kräfte der Deutschen, den Dnjepr zu überqueren. Die so­wjetische Luftwaffe und Artillerie vereitelten zwei Tage lang diese Versuche. Am Ende des dritten Tages vermochte der Gegner trotz schwerer Verluste eine neue Pontonbrücke bis zur Mitte des Flusses vorzutreiben. Ein Geschwader sowjeti­scher Bomber erhielt den Befehl, die Brücke zu vernichten. Der Bomber des Unterleutnants Wdowenko brachte fünf Flak zum Schweigen, Aber ein deutsches Geschoß setzte das Flug­zeug in Brand. Die Mannschaft faßte den heroischen Ent­schluß, das brennende Flugzeug mit den restlichen Bomben gegen die feindliche Brücke zu lenken. Die Brücke wurde durch die starke Explosion in Stücke gerissen.

Was Tapferkeit und Opfergeist anbetrifft, so wetteiferten Panzermänner, Artilleristen und Infanteristen mit den »Stalinfalken«.

Der Held der Sowjetunion Hauptmann I. Kadutschenko wurde der »Panzervernichter« genannt. Eines Tages ging ihm während des Gefechts die Munition aus, und Hauptmann Kadutschenko beschloß, die feindliche Maschine zu rammen. Der deutsche Panzer überschlug sich. Seine Mannschaft ver­brannte, da es ihr nicht gelang, den Panzer zu verlassen.

Unvergänglichen Ruhm errang die sowjetische Infanterie und Artillerie. Sogar die Feinde der Roten Armee waren durch die Standhaftigkeit der sowjetischen Infanteristen über­rascht. »Die bolschewistischen Schützenregimenter sind etwas Furchtbares«, gab ein deutscher Major zu. Und der Kom­mandeur des 39. Rumänischen Regiments, Oberst Konstantin Simonescu, schrieb in dem Befehl Nr. 81 über die sowjetischen Krieger: »Der Gegner kann durchaus mit Recht behaupten, daß seine Krieger hervorragend kämpfen.«

In den Kämpfen wuchsen Tausende zu Helden.

Auch die Sowjetmatrosen vollbrachten in den Kämpfen gegen die faschistischen Okkupanten Wunder an Tapferkeit und Wagemut.

Die Kampfhandlungen der Kriegsflotte hatten genau so wie die der anderen sowjetischen Streitkräfte zu Beginn des Krieges den Charakter der aktiven Verteidigung. Die Haupt­stützpunkte der Sowjetflotte waren in der ersten Kriegs­periode den Schlägen des Gegners ausgesetzt. Diese lebens­wichtigen Punkte waren nicht nur von der See, sondern auch vom Lande her zu verteidigen. Die sowjetischen Seeleute haben diese Aufgabe ehrenvoll erfüllt. Ihre Verantwortung wurde im Laufe der Kriegsoperationen noch größer durch den Umstand, daß die Marinestützpunkte in der Regel die Flanken der Landfronten bildeten, die sich bis an die Küste erstreckten. Im hohen Norden, jenseits des Polarkreises, brachten die sowjetischen Seeleute die deutschen Landungs­operationen zum Stillstand und verteidigten Murmansk, einen außerordentlich wichtigen Seehafen, über den Militäraus­rüstung aus USA und Großbritannien eintraf. Etwa einen Monat lang wiesen die Seeleute der Baltischen Flotte Schulter an Schulter mit den Landstreitkräften die feindlichen An­griffe auf Tallin ab. Den Deutschen gelang es nicht, die sowjetischen Schiffe zu erbeuten oder zu versenken. Im Sep­tember 1941 unternahmen die Deutschen zweimal den Ver­such, von See aus auf den Inseln der Rigaer Bucht zu landen, und wurden beide Male zurückgeschlagen. Über fünf Monate lang wies die Garnison der Halbinsel Hanko zahlreiche An­griffe des Feindes, der über eine gewaltige zahlenmäßige Überlegenheit verfügte, zurück und versenkte viele Kriegs­schiffe des Feindes. Die heldenmütigen Verteidiger der Halb­insel wurden erst im Dezember evakuiert: der Finnische Meerbusen begann einzufrieren, und der Nachschub an Men­schen und Material war in Frage gestellt. Viel Opfergeist zeigten die. baltischen Matrosen bei der Verteidigung der Stadt Lenins.

Die Seeleute der Ladogaflottille bewachten lange Zeit den »Lebensweg« – so wurde der Weg über den Ladogasee, die einzige Verbindung der belagerten Stadt Leningrad mit dem ganzen Lande, genannt.

Auch die Schwarzmeer-Matrosen hatten ruhmreich ge­kämpft. Sie führten eine Reihe von Schlägen gegen die Marinestützpunkte des Gegners: Galatz, Sulina und Konstanza. Die Marineluftwaffe griff das Zentrum der rumäni­schen Erdölindustrie, Ploesti, an und zerstörte die strategisch wichtige Donaubrücke bei Cernavoda.

Matrosen der Schwarzmeerflotte verteidigten heldenmütig Schulter an Schulter mit den Rotarmisten die Stadt Odessa. Die Roten Matrosen des 1. Marineregiments unter dem Be­fehl des unerschrockenen Obersten Ossipow griffen mehrfach die hitlerschen Truppenteile an und versetzten diesen ver­nichtende Schläge. Bei einem Angriff gegen das sowjetische Marineregiment operierten die 15. Rumänische Division, ein Jägerregiment, zwei Panzerregimenter sowie je ein Kavallerie- und Artillerieregiment. Dem Sturm war ein massiertes Artilleriefeuer des Gegners und ein Luftangriff vorangegan­gen. Nach der Feuervorbereitung trat der Gegner zum Sturm­angriff an. Oberst Ossipow wartete ab. Als der Feind nahe gekommen war, empfing ihn massiertes Vernichtungsfeuer der sowjetischen Seeleute. In den Reihen des Gegners brach Panik aus. Gefallene und verwundete rumänische Soldaten bedeckten das Schlachtfeld. Die Roten Matrosen nahmen über 800 Mann gefangen und erbeuteten 18 Geschütze, vier leichte Panzer und einige Dutzende von schweren Maschinen­gewehren. Die Flotte sicherte die Evakuierung der Stadt und den Nachschub an Munition. Die Schiffsartillerie verlegte durch ihr Feuer mehr als einmal den feindlichen Panzern den Weg.

Die Hitlersoldaten sprachen von den sowjetischen See­leuten nur mit Schaudern. Es ist kein Zufall, daß die sowjeti­schen Seeleute von den deutschen Soldaten und Offizieren »der schwarze Tod« genannt wurden. Ein gewisser Ober­leutnant Erich Stock schrieb in seinem Tagebuch über die Roten Matrosen: »Alles ist auszuhallen, nur nicht die Angriffe der Seeleute. Diese Menschen mit den im Winde flat­ternden schwarzen Bändern und den quergestreiften Hemden sind fürchterlicher als Flugzeuge oder Geschütze…«

Einfache, bescheidene Sowjetmenschen erwiesen sich als Helden. Ihr Beispiel erbrachte den überzeugenden Beweis, daß man nicht als Held geboren wird, sondern ein solcher wird.

So verwirklichte die Rote Armee in der Periode der ersten Abwehrschlachten des Jahres 1941 die Stalinsche Taktik der aktiven Verteidigung und machte die Träume der Hitlerleute zunichte, im Laufe weniger Wochen die sowjetischen Truppen zu zerschlagen.

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