Der Große Vaterländische Krieg (Teil 6): „Beginn des Partisanenkrieges“

Aus Anlass des 70. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, am 22.  Juni 1941, veröffentliche ich an dieser Stelle in loser Folge Auszüge aus dem sowjetischen Buch Der große Vaterländische Krieg der Sowjetunion, dass 1947 im SWA-Verlag/Berlin als 4. Band in der Reihe „Das Sowjetland“ erschienen ist. Thema des heutigen Abschnitts:

Beginn des Partisanenkrieges

„Partisanen, zu den Waffen!“ – Aufruf in ukrainischer Sprache an die sowjetische Bevölkerung in den besetzten Gebieten. Juli 1941.

Die Stalinsche Taktik der aktiven Verteidigung zeitigte ihre Früchte. Weder die Plötzlichkeit, noch die Heimtücke ihres Überfalls, weder der unmenschliche Terror, noch der hemmungslose Raub brachten die Hitlerleute ihrem Ziel – der raschen Zerschmetterung der Armee der Sowjetunion – näher. Die Faschisten warfen immer neue Reserven an die so­wjetisch-deutsche Front, zogen Truppen aus Frankreich, Hol­land, Norwegen und Rumänien nach, schafften eine Unmenge an Kriegsmaterial und Munition heran. Aber alle diese ver­zweifelten Anstrengungen zeitigten nicht die erwünschten Ergebnisse. Die Hitlerleute ließen eine Offensive nach der anderen starten. Aber zur Durchführung dieser Operationen brauchten sie Zeit und vor allem gesicherte Nachschubwege. Aber auf dem von den Deutschen eroberten sowjetischen Gebiet nahmen die sowjetischen Partisanen ihre Tätigkeit auf.

Die Partisanenbewegung als eine Form des Widerstandes gegen den Feind ist zwar in der Geschichte der Befreiungs­kriege der Völker der Welt bekannt, das russische Volk ist jedoch im Partisanenkampf besonders reich an Erfahrungen. Das erklärt sich durch das moralische Antlitz des russischen Volkes, durch seine Standhaftigkeit und seinen Kampfgeist, vor allem aber durch seine opferwillige Vaterlandsliebe. Die ruhmreichen Traditionen des Partisanenkampfes wurden im Bürgerkrieg und insbesondere im Kampf des ukrainischen und bjelorussischen Volkes gegen die Deutschen im Jahre 1918 vermehrt.

Als der Große Vaterländische Krieg ausbrach, stießen die faschistischen Eindringlinge auf dem Gebiet der Sowjetunion nicht nur auf einen hartnäckigen Widerstand der sowjetischen Streitkräfte, sondern auch auf einen organisierten und hart­näckig durchgeführten Partisanenkrieg. Durch Drahtverhaue und Schützengräben, durch die Front hindurch drang zu der Bevölkerung der vorübergehend besetzten sowjetischen Ge­biete Stalins Aufruf, »für den Feind unerträgliche Bedingun­gen zu schaffen«. Die sowjetischen Partisanen unterbrachen die deutschen Verbindungslinien, vernichteten Nachschub­kolonnen, führten Schläge gegen die vorrückenden Reserven, vereitelten die Zusammen-ziehung der Kräfte.

„Vorwärts rote Partisanen! Vernichtet die faschistischen Hunde!“ – Abwurfflugblatt mit einem Aufruf in ukrainischer Sprache –  1942

Immer öfter und öfter entgleisten feindliche Transportzüge und rollten die Böschung hinab, flogen Brücken und Lager in die Luft, immer mehr und mehr Eindringlinge kamen durch die Kugeln, Geschosse und Minen der Partisanen um. Die Parti­sanenbewegung desorganisierte gründlich das Hinterland der deutschen Armee.

Die Meldungen über die Operationen der Partisanen trafen in dem hitleristischen Stab stoßweise ein. Die Ein­dringlinge waren noch nicht mal einige Wochen auf dem sowjetischen Territorium, als sie bereits am eigenen Leibe verspürten, was ein Krieg des ganzen Volkes bedeutet. Trotz aller Anstrengungen der Eindringlinge und trotz blutigen Terrors schlug die Flamme der Partisanenbewegung jeden Tag höher.

An Stelle der Einzelgänger und kleiner Gruppen der Volksrächer erschienen die zahlreichen, fest zusammen­geschweißten Partisanenabteilungen, die aktive Kampfhand­lungen im Rücken der deutschen Armee durchführten.

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