Das Fiasko der faschistischen Pläne eines »Kreuzzuges« gegen die UdSSR

Aus Anlass des 70. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, am 22.  Juni 1941, veröffentliche ich an dieser Stelle in loser Folge Auszüge aus dem sowjetischen Buch Der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion, dass 1947 im SWA-Verlag/Berlin als 4. Band in der Reihe „Das Sowjetland“ erschienen ist. Im heutigen 7. Abschnitt des zweiten Kapitels, das den Beginn des Großen Vaterländischen Krieges schildert, beschreiben die Autoren, wie nicht nur die Hoffnungen der deutschen Nazi-Führung auf eine rasche Zerschlagung der ROTEN ARMEE, mittels ihrer bislang erfolgreich praktizierten „Blitzkriegsstrategie“, sondern auch alle Versuche zur politischen Isolierung der Sowjetunion und zur Schmiedung eines  europäischen Kampfbundes gegen die UdSSR, um einen „antibolschwistischen Kreuzzug“   zu führen, bereits zum Beginn des Krieges scheiterten.

Denkmal in Moskau zu Ehren aller teilnehmenden Länder der Anti-Hitler-Koalition

Auch die Hoffnung Hitlers auf eine Isolierung der Sowjetunion brach zusammen.

Als die Hitlerfaschisten den Krieg gegen die UdSSR vor­bereiteten, rechneten sie damit, daß sie einer gegen einen an einer Front kämpfen würden. Die gesamte Geschichte der letzten Jahrzehnte lehrt, daß Deutschland jeden Krieg ver­lor, den es an zwei Fronten führte. Die Naziführer nahmen an, daß es ihnen durch geschickte diplomatische Manöver gelingen würde, Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika in den Krieg gegen die UdSSR hineinzuziehen oder zumindest die Sowjetunion von den anderen Mächten zu isolieren. Dabei waren die Nazis fest davon überzeugt, daß sie mit der gleichen Methode, wie sie von ihnen in Frankreich angewandt wurde, Erfolge erzielen könnten. Viele Jahre hindurch propagierten die Hitleragenten eifrig, daß der Krieg zwischen Frankreich und Deutschland eine Revo­lution in Frankreich hervorrufen würde.

Die Nazis hofften fest, daß es ihnen gelingen würde, Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika mit der gleichen Drohung einer Revolution einzuschüchtern. »Laßt uns einen Kreuzzug gegen den Bolschewismus, der die ganze Welt bedroht, unternehmen!« riefen die Nazis den anderen Staaten zu.

Kurz vor dem Überfall auf die Sowjetunion versuchte Hitler mit Großbritannien einen Frieden zu schließen, in der Mei­nung, daß er in diesem Falle mit der Sowjetunion leichter fertig werden würde. Er schickte Heß, seinen nächsten Ver­trauten, mit einem Friedensvorschlag nach England. Als sein Plan scheiterte und der ungeschickte diplomatische Trick in England ausgelacht wurde, erklärte er Heß zum Wahnsin­nigen, der angeblich gegen den Willen des »Führers« ge­handelt hatte.

Am Tage seines treubrüchigen Überfalls auf die Sowjet­union versuchte Hitler durch seinen Botschafter in der Türkei, von Papen, sich erneut an England mit dem Vorschlag zu wenden, Frieden zu schließen und gemeinsam gegen die Bolschewiki zu kämpfen.

Aber die Faschisten haben den Charakter des Krieges gegen Hitlerdeutschland nicht berücksichtigt. Die Volks­massen haben voll Schrecken gesehen, wie die Faschisten alle Überbleibsel der Demokratie beseitigten und ein grausames Terrorregime in Deutschland selbst und in den von ihnen eroberten Ländern errichteten. Der Krieg gegen die Faschisten war ein Befreiungskrieg.

»Man muß berücksichtigen«, sagte J. W. Stalin, »daß die wichtigsten faschistischen Staaten — Deutschland, Japan, Italien —, ehe sie die verbündeten Länder überfielen, bei sich die letzten Reste der bürgerlich-demokratischen Freiheiten vernichteten, bei sich ein grausames terroristisches Regime errichteten, das Prinzip der Souveränität und freien Entwick­lung der kleinen Länder mit Füßen traten, die Politik der Eroberung fremder Gebiete als ihre eigene Politik verkün­deten und vor aller Welt erklärten, daß sie die Weltherrschaft und die Ausbreitung des faschistischen Regimes auf die ganze Welt anstrebten, wobei die Achsenmächte durch die Annexion der Tschechoslowakei und der Zentralgebiete Chinas zeig­ten, daß sie bereit waren, ihre Drohung in bezug auf die Versklavung aller freiheitliebenden Völker zu verwirklichen. Angesichts dessen nahm der zweite Weltkrieg gegen die Achsenmächte zum Unterschied vom ersten Weltkrieg gleich bei Beginn den Charakter eines antifaschistischen, eines Be­freiungskrieges an, wobei eine der Aufgaben dieses Krieges auch die Wiederherstellung der demokratischen Freiheiten war.«

Der Überfall der Faschisten auf die UdSSR, das einzige Land, dessen Regierung seit langem die Eroberungspläne der Hitlerleute entlarvte, zeigte den Werktätigen der ganzen Welt, in welcher Gefahr sie schweben. Die Völker forderten den Kampf gegen die Faschisten.

Am 12. Juli 1941 wurde das Abkommen über ein gemein­sames Vorgehen der Regierung der Sowjetunion und der Regierung Großbritanniens im Kriege gegen Deutschland unterzeichnet. Dieses Abkommen enthält nur zwei Punkte, aber sie zeugen beide von einer scharfen Wendung der Ge­schichte. Das Abkommen lautete:

»1. Beide Regierungen verpflichten sich, sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung jeder Art im gegenwärtigen Krieg gegen Hitlerdeutschland zu erweisen.

2. Sie verpflichten sich ferner, im Verlauf dieses Krieges keine Verhandlungen zu führen, noch einen Waffenstillstand oder einen Friedensvertrag abzuschließen, es sei denn im beiderseitigen Einverständnis.«

Das anglo-sowjetische Abkommen eröffnete eine ganze Serie neuer Verträge. Am 18. Juli unterzeichnete die Sowjet­union ein Abkommen mit der Tschechoslowakischen Repu­blik über gegenseitige Hilfe und Unterstützung im Kampfe gegen Hitlerdeutschland und über Aufstellung nationaler tschechoslowakischer Truppenteile auf dem Territorium der UdSSR. Einige Tage später, am 30. Juli, wurde in London ein gleiches Abkommen mit Polen unterzeichnet.

Harry L. Hopkins und Josef W. Stalin im Juli 1941 in Moskau

Am selben Tage traf in Moskau der persönliche Vertreter des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Franklin D. Roosevelt, Harry Hopkins, ein. Auf einer Pressekonfe­renz legte er die Aufgaben seiner Reise wie folgt dar:

»Ich teilte ihm (Stalin) im Auftrage des Präsidenten mit, unser Land sei der Meinung, daß derjenige, der gegen Hitler kämpft, in diesem Konflikt die Partei sei, die im Recht ist, und daß wir die Absicht hätten, dieser Partei Hilfe zu leisten.«

Am 2. August wurde die Verlängerung des Handelsabkom­mens zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika beschlossen. Gleichzeitig überreichte die USA-Regierung dem Sowjetbotschafter in Amerika eine Note über die wirtschaftliche Unterstützung der UdSSR durch die Ver­einigten Staaten von Amerika.

Es traf das ein, was Hitler am meisten befürchtet hatte: Deutschland wurde von einem Zweifrontenkrieg bedroht.

Schlag auf Schlag folgten die Akte, welche die mächtige Koalition gegen Hitlerdeutschland schmiedeten. Die Welt, deren Eroberung der Faschismus erstrebte, indem er die Länder einzeln überfiel, schloß sich zu einer Macht zusammen, der der Angreifer nicht gewachsen war. Im September 1941 fand in Moskau eine Konferenz der drei Großmächte statt.

Sie tagte in Moskau vom 29. September bis 1. Oktober 1941. Das offizielle Kommunique der drei Delegationen über den Abschluß der Konferenzarbeiten lautete:

»Die Konferenz, an deren Arbeit J. W. Stalin aktiv teil­nahm, führte ihre Arbeit erfolgreich durch, faßte wichtige Beschlüsse entsprechend den ihr gestellten Zielen und demon­strierte die volle Einmütigkeit und enge Zusammenarbeit der drei Großmächte bei ihren gemeinsamen Anstrengungen zur Erringung des Sieges über den verschworenen Feind aller freiheitliebenden Völker.«

Nicht nur der Plan eines »Blitzsieges«, der auf einer Isolierung der Sowjetunion aufgebaut war, erlitt ein Fiasko. Auch der Mythos vom »Kreuzzug« ganz Europas gegen das Sowjetland zerstob wie Rauch. Die Versuche Hitlers, einen Kampfbund europäischer Staaten gegen die UdSSR zu­stande zu bringen, mißlangen. Im Dezember 1941 traten auch die Vereinigten Staaten von Amerika in den Krieg gegen Deutschland ein. Im Verlauf des Krieges entstand und festigte sich die Anti-Hitler-Koalition der freiheitliebenden Völker der ganzen Welt.

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