J.W. Stalin: „Die Partei“

Stalin und Lenin, 1924

Stalin und Lenin, 1924

In der vorrevolutionären Periode, in der Periode der mehr oder weniger friedlichen Entwicklung, als die Parteien der II. Internationale in der Arbeiterbewegung die herrschende Kraft darstellten und die parlamentarischen Kampfformen als die Grundformen galten – unter diesen Bedingungen hatte die Partei nicht die ernste und entscheidende Bedeutung und konnte diese auch nicht haben, wie die Partei sie dann unter den Bedingungen der offenen revolutionären Schlachten gewann. Zur Verteidigung der II. Internationale gegen verschiedene Angriffe erklärte Kautsky, dass die Parteien der II. Internationale ein Friedensinstrument und kein Kriegsinstrument seien, dass sie gerade deshalb nicht imstande gewesen seien, während des Krieges, in der Periode der revolutionären Aktionen des Proletariats, irgend etwas Ernstes zu unternehmen. Das ist völlig richtig. Aber was bedeutet das? Das bedeutet, dass die Parteien der II. Internationale untauglich sind für den revolutionären Kampf des Proletariats, dass sie keine Kampfparteien des Proletariats sind, die die Arbeiter zur Macht führen, sondern ein Wahlapparat, der für Parlamentswahlen und den parlamentarischen Kampf eingerichtet ist. Daraus erklärt sich eigentlich auch die Tatsache, dass in der Periode der Herrschaft der Opportunisten der II. Internationale nicht die Partei, sondern die Parlamentsfraktion die maßgebende politische Organisation des Proletariats war. Es ist bekannt, dass die Partei in dieser Periode in Wirklichkeit ein Anhängsel und dienstbares Element der Parlamentsfraktion war. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass unter solchen Bedingungen und mit einer solchen Partei an der Spitze von einer Vorbereitung des Proletariats auf die Revolution nicht einmal die Rede sein konnte.

Die Sache änderte sich jedoch von Grund aus mit dem Anbruch der neuen Periode. Die neue Periode ist die Periode offener Zusammenstöße der Klassen, die Periode revolutionärer Aktionen des Proletariats, die Periode der proletarischen Revolution, die Periode der direkten Vorbereitung der Kräfte zum Sturz des Imperialismus, zur Ergreifung der Macht durch das Proletariat. Diese Periode stellt dem Proletariat neue Aufgaben: die gesamte Parteiarbeit auf neue, auf revolutionäre Art umzubauen, die Arbeiter im Geiste des revolutionären Kampfes um die Macht zu erziehen, Reserven auszubilden und heranzuziehen, das Bündnis mit den Proletariern der benachbarten Länder herzustellen, feste Verbindungen mit der Befreiungsbewegung der Kolonien und der abhängigen Länder zu schaffen usw. usf. Zu glauben, dass diese neuen Aufgaben mit den Kräften der alten sozialdemokratischen Parteien, die in den friedlichen Verhältnissen des Parlamentarismus erzogen wurden, gelöst werden können – heißt sich zu hoffnungsloser Verzweiflung, zu einer unausbleiblichen Niederlage verurteilen. Die alten Parteien weiter an der Spitze zu belassen, wo man solche Aufgaben zu bewältigen hat, heißt völlig ungerüstet dastehen. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass das Proletariat sich mit einer solchen Sachlage nicht abfinden konnte.

Daraus folgt die Notwendigkeit einer neuen Partei, einer Kampfpartei, einer revolutionären Partei, die kühn genug ist, die Proletarier in den Kampf um die Macht zu führen, die genügend Erfahrung hat, um sich in den komplizierten Verhältnissen der revolutionären Situation zurechtzufinden, und genügend Elastizität besitzt, um Klippen jeder Art auf dem Wege zum Ziel zu umgehen.

Ohne eine solche Partei ist an einen Sturz des Imperialismus, an die Eroberung der Diktatur des Proletariats gar nicht zu denken. Diese neue Partei ist die Partei des Leninismus.

Worin bestehen die Besonderheiten dieser neuen Partei?

1. Die Partei als Vortrupp der Arbeiterklasse.

Die Partei muss vor allem der Vortrupp der Arbeiterklasse sein. Die Partei muss die besten Elemente der Arbeiterklasse mit ihrer Erfahrung, mit ihrem revolutionären Geist, ihrer grenzenlosen Ergebenheit für die Sache des Proletariats in sich aufnehmen. Um aber wirklich der Vortrupp zu sein, muss die Partei mit einer revolutionären Theorie, mit der Kenntnis der Gesetze der Bewegung, mit der Kenntnis der Gesetze der Revolution gewappnet sein. Sonst ist sie nicht imstande, den Kampf des Proletariats zu leiten, das Proletariat zu führen. Die Partei kann keine wirkliche Partei sein, wenn sie sich darauf beschränkt, zu registrieren, was die Masse der Arbeiterklasse empfindet und denkt, wenn sie hinter der spontanen Bewegung einhertrottet, wenn sie die Trägheit und die politische Gleichgültigkeit der spontanen Bewegung nicht zu überwinden vermag, wenn sie sich nicht über die Augenblicksinteressen des Proletariats zu erheben vermag, wenn sie die Massen nicht auf das Niveau zu heben vermag, auf dem sie die Klasseninteressen des Proletariats erkennen. Die Partei muss der Arbeiterklasse voraus sein, sie muss weiter sehen als die Arbeiterklasse, sie muss das Proletariat führen und darf nicht hinter der spontanen Bewegung einhertrotten. Die Parteien der II. Internationale, die die „Nachtrabpolitik“ predigen, sind Schrittmacher der bürgerlichen Politik, die das Proletariat dazu verurteilt, ein Werkzeug in den Händen der Bourgeoisie zu sein. Nur eine Partei, die den Vortrupp des Proletariats bildet und imstande ist, die Massen auf das Niveau zu heben, auf dem sie die Klasseninteressen des Proletariats erkennen, nur eine solche Partei ist fähig, die Arbeiterklasse vom Wege des Trade-Unionismus abzubringen und sie in eine selbständige politische Kraft zu verwandeln.

Die Partei ist der politische Führer der Arbeiterklasse.

Ich sprach bereits über die Schwierigkeiten des Kampfes der Arbeiterklasse, über die Kompliziertheit der Kampfbedingungen, über Strategie und Taktik, über Reserven und Manövrieren, über Angriff und Rückzug. Diese Bedingungen sind nicht weniger kompliziert – wenn nicht gar komplizierter – als die Bedingungen des Krieges. Wer vermag sich in diesen Bedingungen zurechtzufinden, wer vermag den Millionenmassen der Proletarier eine richtige Orientierung zu geben? Keine Armee kann im Krieg ohne einen erfahrenen Stab auskommen, wenn sie nicht einer Niederlage entgegengehen will. Ist es nicht klar, dass das Proletariat erst recht nicht ohne einen solchen Stab auskommen kann, wenn es sich nicht seinen Todfeinden mit Haut und Haar ausliefern will? Aber wo ist dieser Stab? Dieser Stab kann nur die revolutionäre Partei des Proletariats sein. Die Arbeiterklasse ohne revolutionäre Partei – das ist eine Armee ohne Stab.

Die Partei ist der Kampfstab des Proletariats.

Aber die Partei kann nicht nur Vortrupp sein. Sie muss gleichzeitig ein Trupp der Klasse, ein Teil der Klasse sein, der durch sein ganzes Sein mit ihr fest verwurzelt ist. Der Unterschied zwischen dem Vortrupp und der übrigen Masse der Arbeiterklasse, zwischen Parteimitgliedern und Parteilosen kann nicht verschwinden, solange die Klassen nicht verschwunden sind, solange die Reihen des Proletariats durch Elemente aufgefüllt werden, die anderen Klassen entstammen, solange die Arbeiterklasse als Ganzes nicht die Möglichkeit hat, sich auf das Niveau des Vortrupps zu erheben. Aber die Partei würde aufhören, Partei zu sein, wenn aus diesem Unterschied ein Bruch würde, wenn sie sich abkapselte und von den parteilosen Massen losrisse. Die Partei kann die Klasse nicht führen, wenn sie nicht mit den parteilosen Massen verbunden ist, wenn es keine enge Verbindung zwischen Partei und parteilosen Massen gibt, wenn diese Massen ihre Führung nicht anerkennen, wenn die Partei bei den Massen keinen moralischen und politischen Kredit hat.

Vor kurzem wurden in unsere Partei zweihunderttausend neue Mitglieder aus der Arbeiterschaft aufgenommen. Bedeutsam ist hierbei der Umstand, dass sie nicht so sehr von selber in die Partei kamen, als vielmehr von der ganzen übrigen parteilosen Masse entsandt wurden, die bei der Aufnahme der neuen Mitglieder aktiv mitwirkte und ohne deren Zustimmung keine neuen Mitglieder aufgenommen wurden. Diese Tatsache besagt, dass die breiten Massen der parteilosen Arbeiter in unserer Partei ihre Partei sehen, die Partei, die ihnen nahe und vertraut ist, an deren Erweiterung und Festigung sie zutiefst interessiert sind und deren Führung sie freiwillig ihr Schicksal anvertrauen. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass die Partei ohne diese ungreifbaren moralischen Fäden, die die Partei mit den parteilosen Massen verbinden, nicht zur entscheidenden Kraft ihrer Klasse hätte werden können.

Die Partei ist ein untrennbarer Teil der Arbeiterklasse.

„Wir sind“, sagt Lenin, „die Partei der Klasse, und deshalb muss fast die gesamte Klasse (und in Kriegszeiten, in der Epoche des Bürgerkriegs, restlos die gesamte Klasse) unter der Leitung unserer Partei handeln, sie muss sich unserer Partei so eng wie möglich anschließen, doch wäre es Manilowerei und ´Nachtrabpolitik´, wollte man glauben, dass irgendwann unter der Herrschaft des Kapitalismus fast die gesamte Klasse oder die gesamte Klasse imstande wäre, sich bis zu der Bewusstheit und der Aktivität zu erheben, auf der ihr Vortrupp, ihre sozialdemokratische Partei, steht. Kein vernünftiger Sozialdemokrat hat je daran gezweifelt, dass unter dem Kapitalismus selbst die Gewerkschaftsorganisation (die primitiver, dem Bewusstsein der unentwickelten Schichten zugänglicher ist) außerstande ist, fast die gesamte oder die gesamte Arbeiterklasse zu erfassen. Es würde bedeuten, nur sich selbst zu betrügen, die Augen vor der gewaltigen Größe unserer Aufgaben zu verschließen, diese Aufgaben einzuengen, wollte man den Unterschied zwischen dem Vortrupp und all den Massen, die sich zu ihm hingezogen fühlen, vergessen, wollte man die ständige Pflicht des Vortrupps vergessen, immer breitere Schichten auf das Niveau dieses Vortrupps zu beben.“ (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 7, S. 240 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. I, S. 356].)

2. Die Partei als organisierter Trupp der Arbeiterklasse.

Die Partei ist nicht nur ‘Vortrupp der Arbeiterklasse. Will sie wirklich den Kampf der Klasse leiten, so muss sie zugleich auch der organisierte Trupp ihrer Klasse sein. Die Aufgaben der Partei sind unter den Bedingungen des Kapitalismus außerordentlich groß und mannigfaltig. Die Partei muss den Kampf des Proletariats unter außerordentlich schwierigen Bedingungen der inneren und äußeren Entwicklung leiten, sie muss das Proletariat zur Offensive führen, wenn die Umstände eine Offensive erfordern, und sie muss das Proletariat den Schlägen eines starken Gegners entziehen, wenn die Umstände den Rückzug erfordern; sie muss in die Millionenmassen der unorganisierten parteilosen Arbeiter den Geist der Disziplin und der Planmäßigkeit im Kampf, den Geist der Organisiertheit und der Standhaftigkeit hineintragen. Aber die Partei kann diesen Aufgaben nur dann gerecht werden, wenn sie selbst die Verkörperung der Disziplin und Organisiertheit ist, wenn sie selbst der organisierte Trupp des Proletariats ist. Ohne diese Bedingungen kann von einer wirklichen Führung der Millionenmassen des Proletariats durch die Partei keine Rede sein.

Die Partei ist der organisierte Trupp der Arbeiterklasse.

Die Idee von der Partei als einem organisierten Ganzen ist in der bekannten Leninschen Formulierung des ersten Punkts unseres Parteistatuts verankert, wo die Partei als Summe von Organisationen und die Mitglieder der Partei als Mitglieder einer der Parteiorganisationen betrachtet werden. Die Menschewiki, die sich bereits im Jahre 1903 gegen diese Formulierung wandten, schlugen statt dessen ein „System“ vor, bei dem man sich selbst zum Parteimitglied erklärt, ein „System“ der Ausdehnung des „Namens“ Parteimitglied auf jeden „Professor“ und „Gymnasiasten“, jeden „Sympathisierenden“ und „Streikenden“, der die Partei in irgendeiner Weise unterstützt, aber keiner Parteiorganisation angehört noch ihr anzugehören wünscht. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass dieses originelle „System“, falls es sich in unserer Partei durchgesetzt hätte, unausbleiblich zur Überfüllung der Partei mit Professoren und Gymnasiasten und zu ihrer Ausartung in ein verschwommenes, formloses, desorganisiertes „Gebilde“ geführt hätte, das im Meere der „Sympathisierenden“ untergegangen wäre, die Grenzen zwischen Partei und Klasse verwischt und der Partei die Lösung der Aufgabe, die unorganisierten Massen auf das Niveau des Vortrupps zu heben, unmöglich gemacht hätte. Es erübrigt sich zu sagen, dass bei einem solchen opportunistischen „System“ unsere Partei ihre Rolle als organisierender Kern der Arbeiterklasse in unserer Revolution nicht hätte erfüllen können.

„Vom Standpunkt des Genossen Martow“, sagt Lenin, „bleibt die Grenze der Partei völlig unbestimmt, denn ´jeder Streikende´ darf ´sich für ein Parteimitglied erklären´. Welchen Nutzen bringt diese Verschwommenheit? Eine weite Verbreitung des ,Namens´. Der Schaden, den sie bringt, ist das Hereintragen der desorganisierenden Idee der Vermengung von Klasse und Partei.“ (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 7, S.246 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. I, S. 360].)

Aber die Partei ist nicht nur die Summe der Parteiorganisationen. Die Partei ist zugleich das einheitliche System dieser Organisationen, ihre Vereinigung in aller Form zu einem einheitlichen Ganzen, mit oberen und unteren Organen der Führung, mit der Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit, mit praktischen Beschlüssen, die für alle Parteimitglieder bindend sind. Ohne diese Bedingungen kann die Partei kein einheitliches, organisiertes Ganzes sein, das fähig wäre, die planmäßige und organisierte Leitung des Kampfes der Arbeiterklasse zu verwirklichen.

„Früher“, sagt Lenin, „war unsere Partei kein formal organisiertes Ganzes, sondern nur die Summe vereinzelter Gruppen, und darum konnte es auch keine anderen Beziehungen zwischen diesen Gruppen geben als die ideologische Beeinflussung. Jetzt sind wir eine organisierte Partei geworden, und dies eben bedeutet die Schaffung einer Macht, die Verwandlung der Autorität der Ideen in eine Autorität der Macht, die Unterordnung der unteren Parteikörperschaften unter die höheren.“ (Siehe 4. Ausgabe, Bd.7, S.338/339, russ.)

Das Prinzip der Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit, das Prinzip der Leitung der Parteiarbeit durch ein Zentrum ruft nicht selten Angriffe seitens unbeständiger Elemente, Beschuldigungen wegen „Bürokratismus“, „Formalismus“ usw. hervor. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass eine planmäßige Arbeit der Partei als Ganzes und die Leitung des Kampfes der Arbeiterklasse ohne Durchführung dieser Prinzipien unmöglich wären. Leninismus in der Organisationsfrage bedeutet die unbeugsame Durchführung dieser Prinzipien. Den Kampf gegen diese Prinzipien nennt Lenin „russischen Nihilismus“ und „Edelanarchismus“, der es verdient, verspottet und verworfen zu werden.

In seinem Buch „Ein Schritt vorwärts“ schreibt Lenin über diese unbeständigen Elemente:

„Dem russischen Nihilisten ist dieser Edelanarchismus besonders eigen. Die Parteiorganisation erscheint ihm als eine ungeheuerliche ´Fabrik´, die Unterordnung des Teils unter das Ganze und der Minderheit unter die Mehrheit erscheint ihm als ,Hörigkeit´…, die Arbeitsteilung unter“ der Leitung des Zentrums ruft bei ihm ein tragikomisches Gezeter gegen die Verwandlung der Menschen in ,Rädchen und Schräubchen´ hervor…, die Erwähnung des Organisationsstatuts der Partei ruft eine verächtliche Grimasse und die geringschätzige Bemerkung … hervor, dass es ja auch ganz ohne Statut gehen könnte.“

„Es ist wohl klar, dass das Geschrei über den vielgenannten Bürokratismus bloß ein Deckmantel für die Unzufriedenheit mit der personellen Zusammensetzung der Zentren ist, ein Feigenblatt… Du bist ein Bürokrat, denn der Parteitag hat dich nicht meinem Willen gemäß, sondern gegen meinen Willen bestimmt; du bist ein Formalist, denn du stützt dich auf formale Parteitagsbeschlüsse und nicht auf meine Zustimmung; du handelst grob-mechanisch, denn du berufst dich auf die ,mechanische´ Parteitagsmehrheit und nimmst keine Rücksicht auf meinen Wunsch, kooptiert zu werden; du bist ein Selbstherrscher, denn du willst die Macht nicht an die alte traute Kumpanei abgeben“(Gemeint ist die „Kumpanei“ Axelrod, Martow, Potressow u. a., die sich den Beschlüssen des II. Parteitags nicht fügten und Lenin „Bürokratismus“ vorwarfen. J.St ) (siehe 4. Ausgabe, Bd. 7, S. 361 und 335 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. I, S. 395]).

3. Die Partei als höchste Form der Klassenorganisation des Proletariats.

Die Partei ist der organisierte Trupp der Arbeiterklasse. Aber die Partei ist nicht die einzige Organisation der Arbeiterklasse. Das Proletariat hat noch eine ganze Reihe anderer Organisationen, ohne die es keinen erfolgreichen Kampf gegen das Kapital führen kann: Gewerkschaften, Genossenschaften, Betriebsorganisationen, Parlamentsfraktionen, parteilose Frauenvereinigungen, die Presse, Kultur- und Aufklärungsorganisationen, Jugendverbände, revolutionäre Kampforganisationen (zur Zeit offener revolutionärer Aktionen), Deputiertensowjets als staatliche Organisationsform (wenn sich das Proletariat an der Macht befindet) usw. In ihrer übergroßen Mehrheit sind es parteilose Organisationen, und nur ein gewisser Teil von ihnen lehnt sich direkt an die Partei an oder bildet eine Abzweigung von der Partei. Alle diese Organisationen sind unter bestimmten Verhältnissen für die Arbeiterklasse absolut notwendig, denn ohne sie ist es unmöglich, die Klassenpositionen des Proletariats in den mannigfaltigen Sphären des Kampfes zu festigen, denn ohne sie ist es unmöglich, das Proletariat zu stählen als die Kraft, die berufen ist, an die Stelle der bürgerlichen Gesellschaftsordnung die sozialistische zu setzen. Wie kann aber bei dieser Fülle an Organisationen eine einheitliche Leitung verwirklicht werden? Wo ist die Garantie, dass das Vorhandensein so .zahlreicher Organisationen nicht zu einem Durcheinander in der Leitung führen wird? Man könnte sagen, dass jede dieser Organisationen innerhalb ihrer abgesonderten Sphäre tätig ist und dass sie deshalb einander nicht behindern können. Das ist natürlich richtig. Aber richtig ist auch, dass alle diese Organisationen in einer Richtung tätig sein müssen, denn sie dienen einer Klasse, der Klasse der Proletarier. Es fragt sich nun: Wer bestimmt die Linie, die allgemeine Richtung, in der alle diese Organisationen ihre Arbeit ausführen sollen? Wo ist jene zentrale Organisation, die dank der notwendigen Erfahrungen nicht nur fähig ist, diese allgemeine Linie auszuarbeiten, sondern dank der hierzu ausreichenden Autorität auch die Möglichkeit hat, alle diese Organisationen zu veranlassen, diese Linie zu verwirklichen, um eine Einheitlichkeit in der Führung zu erzielen und Stockungen unmöglich zu machen?

Eine solche Organisation ist die Partei des Proletariats.

Die Partei verfügt über alle hierzu nötigen Voraussetzungen, erstens, weil die Partei das Sammelbecken der besten Elemente der Arbeiterklasse ist, die mit den parteilosen Organisationen des Proletariats unmittelbar verbunden sind und diese sehr oft leiten; zweitens, weil die Partei, als Sammelbecken der Besten der Arbeiterklasse, die beste Schule zur Heranbildung von Führern der Arbeiterklasse ist, die fähig sind, die Organisationen ihrer Klasse in allen ihren Formen zu leiten; drittens, weil die Partei, als die beste Schule von Führern der Arbeiterklasse, dank ihrer Erfahrung und Autorität die einzige Organisation bildet, die fähig ist, die Leitung des Kampfes des Proletariats zu zentralisieren und auf diese Weise alle wie immer gearteten parteilosen Organisationen der Arbeiterklasse in Hilfsorgane und Transmissionsriemen zu verwandeln, die sie mit der Klasse verbinden.

Die Partei ist die höchste Form der Klassenorganisation des Proletariats.

Das bedeutet natürlich nicht, dass die parteilosen Organisationen, die Gewerkschaften, Genossenschaften usw., der Leitung der Partei formal unterstellt sein müssen. Es handelt sich nur darum, dass die Parteimitglieder, die diesen Organisationen angehören, als zweifellos einflussreiche Menschen alle Mittel der Überzeugung anwenden, damit die parteilosen Organisationen in ihrer Tätigkeit der Partei des Proletariats möglichst nahe gebracht werden und freiwillig ihre politische Führung anerkennen.

Deshalb sagt Lenin, dass die Partei „die höchste Form der Klassenvereinigung der Proletarier ist“, deren politische Führung sich auf alle anderen Formen der Organisation des Proletariats zu erstrecken hat. (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 31, S. 32 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. II, S. 697].)

Deshalb ist die opportunistische Theorie von der „Unabhängigkeit“ und „Neutralität“ der parteilosen Organisationen, die unabhängige Parlamentarier und von der Partei losgelöste Journalisten, engstirnige Gewerkschaftler und verspießerte Genossenschaftler züchtet, völlig unvereinbar mit der Theorie und Praxis des Leninismus.

4. Die Partei als Instrument der Diktatur des Proletariats.

Die Partei ist die höchste Form der Organisation des Proletariats. Die Partei ist die grundlegende, führende Kraft innerhalb der Klasse der Proletarier und unter den Organisationen dieser Klasse. Daraus folgt aber keineswegs, dass man die Partei als Selbstzweck, als sich selbst genügende Kraft ansehen kann. Die Partei ist nicht nur die höchste Form der Klassenvereinigung der Proletarier – sie ist zugleich das Instrument in der Hand des Proletariats zur Eroberung der Diktatur, solange diese noch nicht erobert ist, zur Festigung und zum Ausbau der Diktatur, nachdem sie erobert ist. Die Partei könnte nicht eine so hohe Bedeutung erlangen und könnte nicht alle übrigen Formen der Organisation des Proletariats überragen, wenn vor dem Proletariat nicht die Frage der Macht stünde, wenn die Verhältnisse des Imperialismus, die Unvermeidlichkeit von Kriegen, das Vorhandensein einer Krise nicht die Konzentration aller Kräfte des Proletariats auf einen Punkt, die Vereinigung aller Fäden der revolutionären Bewegung an einer Stelle erforderten, um die Bourgeoisie zu stürzen und die Diktatur des Proletariats zu erkämpfen. Das Proletariat braucht die Partei vor allem als seinen Kampfstab, der notwendig ist, um erfolgreich die Macht zu ergreifen. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass es dem Proletariat in Rußland nicht möglich gewesen wäre, seine revolutionäre Diktatur zu verwirklichen, wenn es keine Partei gehabt hätte, die fähig war, die Massenorganisationen des Proletariats um sich zu scharen und im Verlauf des Kampfes die Leitung der gesamten Bewegung zu zentralisieren.

Aber das Proletariat braucht die Partei nicht nur zur Eroberung der Diktatur, es braucht sie noch notwendiger, um die Diktatur zu behaupten und sie im Interesse des vollständigen Sieges des Sozialismus zu festigen und auszubauen.

„Sicherlich sieht jetzt schon fast jeder“, sagt Lenin, „dass die Bolschewiki keine zweieinhalb Monate, geschweige denn zweieinhalb Jahre die Macht hätten behaupten können ohne die strengste, wahrhaft eiserne Disziplin in unserer Partei, ohne die vollste und grenzenlose Unterstützung der Partei durch die gesamte Masse der Arbeiterklasse, das heißt durch alle denkenden, ehrlichen, selbstlosen, einflussreichen Menschen dieser Klasse, die fähig sind, die rückständigen Schichten zu führen oder mit sich fortzureißen.“ (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 31, S. 7 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. II, S.671/672].)

Was heißt aber, die Diktatur „behaupten“ und „ausbauen“? Das heißt, die Millionenmassen der Proletarier mit dem Geist der Disziplin und Organisiertheit beseelen; das heißt, in den proletarischen Massen eine Schutzwehr und ein Bollwerk gegen die zerfressenden Einflüsse der klein-bürgerlichen Elementargewalt und der kleinbürgerlichen Gewohnheiten schaffen; das heißt, die organisatorische Arbeit der Proletarier zur Umerziehung und Ummodelung der kleinbürgerlichen Schichten unterstützen; das heißt, den proletarischen Massen helfen, sich selbst zu erziehen, als die Kraft, die fähig ist, die Klassen aufzuheben und die Bedingungen für die Organisierung der sozialistischen Produktion vorzubereiten. Aber das alles durchzuführen ist unmöglich ohne eine Partei, die durch ihre Geschlossenheit und Disziplin stark ist.

„Die Diktatur des Proletariats“, sagt Lenin, „ist ein zäher Kampf, ein blutiger und unblutiger, gewaltsamer und friedlicher, militärischer und wirtschaftlicher, pädagogischer und administrativer Kampf gegen die Mächte und Traditionen der alten Gesellschaft. Die Macht der Gewohnheit von Millionen und aber Millionen ist die fürchterlichste Macht. Ohne eine eiserne und kampfgestählte Partei, ohne eine Partei, die das Vertrauen alles dessen genießt, was in der gegebenen Klasse ehrlich ist, ohne eine Partei, die es versteht, die Stimmung der Massen zu verfolgen und zu beeinflussen, ist es unmöglich, einen solchen Kampf erfolgreich zu führen.“ (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 31, S. 27 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. 11, S. 691].)

Das Proletariat braucht die Partei dazu, um die Diktatur zu erobern und zu behaupten. Die Partei ist ein Instrument der Diktatur des Proletariats.

Daraus folgt aber, dass mit dem Verschwinden der Klassen, mit dem Absterben der Diktatur des Proletariats auch die Partei absterben muss.

5. Die Partei als eine mit der Existenz von Fraktionen unvereinbare Einheit des Willens.

Die Diktatur des Proletariats zu erobern und zu behaupten ist unmöglich ohne eine Partei, die durch ihre Geschlossenheit und eiserne Disziplin stark ist. Die eiserne Disziplin in der Partei aber ist undenkbar ohne die Einheit des Willens, ohne die völlige und unbedingte Einheit des Handelns aller Parteimitglieder. Das bedeutet natürlich nicht, dass dadurch die Möglichkeit eines Meinungskampfes in der Partei ausgeschlossen wird. Im Gegenteil, die eiserne Disziplin schließt Kritik und Meinungskampf in der Partei nicht nur nicht aus, sondern setzt sie vielmehr voraus. Das bedeutet erst recht nicht, dass die Disziplin „blind“ sein soll. Im Gegenteil, die eiserne Disziplin schließt Bewusstheit und Freiwilligkeit der Unterordnung nicht aus, sondern setzt sie vielmehr voraus, denn nur eine bewusste Disziplin kann eine wirklich eiserne Disziplin sein. Aber nachdem der Meinungskampf beendet, die Kritik erschöpft und ein Beschluss gefasst ist, bildet die Einheit des Willens und die Einheit des Handelns aller Parteimitglieder jene unerlässliche Bedingung, ohne die weder eine einheitliche Partei noch eine eiserne Disziplin in der Partei denkbar ist.

„In der gegenwärtigen Epoche des verschärften Bürgerkriegs“, sagt Lenin, „wird die Kommunistische Partei nur dann ihre Pflicht erfüllen können, wenn sie möglichst zentralistisch organisiert ist, wenn in ihr eine eiserne Disziplin herrscht, die an die militärische Disziplin grenzt, und wenn ihr Parteizentrum ein mit Machtbefugnissen ausgestattetes, autoritatives Organ mit weitgehenden Vollmachten ist, das das allgemeine Vertrauen der Parteimitgliedschaft genießt.“ (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 31, S.185, russ.)

So steht es mit der Disziplin in der Partei unter den Bedingungen des Kampfes vor Eroberung der Diktatur.

Dasselbe, jedoch in noch höherem Maße, muss von der Disziplin in der Partei nach Eroberung der Diktatur gesagt werden.

„Wer auch nur im geringsten“, sagt Lenin, „die eiserne Disziplin der Partei des Proletariats (besonders während seiner Diktatur) schwächt, der hilft faktisch der Bourgeoisie gegen das Proletariat.“ (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 31, S. 27 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. II, S. 692].)

Daraus folgt aber, dass das Bestehen von Fraktionen unvereinbar ist sowohl mit der Einheit der Partei als auch mit ihrer eisernen Disziplin. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass die Existenz von Fraktionen zum Entstehen mehrerer Zentren führt, das Bestehen mehrerer Zentren aber bedeutet das Fehlen eines gemeinsamen Zentrums in der Partei, die Zersplitterung des einheitlichen Willens, die Schwächung und Zersetzung der Disziplin, die Schwächung und Zersetzung der Diktatur. Die Parteien der II. Internationale, die gegen die Diktatur des Proletariats kämpfen und die Proletarier nicht zur Macht führen wollen, können sich natürlich einen Liberalismus wie die Fraktionsfreiheit gestatten, da sie eine eiserne Disziplin gar nicht brauchen. Die Parteien der Kommunistischen Internationale aber, die ihre Arbeit auf die Aufgabe einstellen, die Diktatur des Proletariats zu erkämpfen und sie zu festigen, können weder auf „Liberalismus“ noch auf Fraktionsfreiheit eingehen.

Die Partei ist eine Einheit des Willens, die  jegliche Fraktionsmacherei und Machtzersplitterung in der Partei ausschließt.

Daher Lenins Hinweis auf die „Gefährlichkeit der Fraktionsmacherei vom Standpunkt der Parteieinheit und der Verwirklichung der Willenseinheit der Avantgarde des Proletariats als der Grundbedingung für den Erfolg der Diktatur des Proletariats“, der in einer speziellen Resolution des X. Parteitags „Über die Einheit der Partei“[33] verankert wurde.

Daher die Forderung Lenins, jegliche Fraktionsmacherei vollständig auszumerzen“ und „ausnahmslos alle Gruppen, die sich auf der einen oder anderen Plattform gebildet haben, sofort aufzulösen“, bei Strafe des „unbedingten und sofortigen Ausschlusses aus der Partei“ (siehe Resolution „Über die Einheit der Partei“).

6. Die Partei wird dadurch gestärkt, dass sie sich von opportunistischen Elementen säubert.

Die Quelle der Fraktionsmacherei in der Partei sind ihre opportunistischen Elemente. Das Proletariat ist keine nach außen abgeschlossene Klasse. Es erhält ständigen Zustrom durch Elemente aus der Bauernschaft, dem Kleinbürgertum, der Intelligenz, die durch die Entwicklung des Kapitalismus proletarisiert wurden. Gleichzeitig geht in den Oberschichten des Proletariats ein Zersetzungsprozess vor sich, hauptsächlich unter den Gewerkschaftlern und Parlamentariern, die von der Bourgeoisie aus dem kolonialen Extraprofit gefüttert werden. „Diese Schicht der verbürgerlichten Arbeiter“, sagte Lenin, „oder der ´Arbeiteraristokratie´, in ihrer Lebensart, durch ihr Einkommen, durch ihre ganze Weltanschauung vollkommen verspießert, ist die Hauptstütze der II. Internationale und in unseren Tagen die soziale (nicht militärische) Hauptstütze der Bourgeoisie. Denn sie sind wirkliche Agenten der Bourgeoisie innerhalb der Arbeiterbewegung, die Arbeiterkommis der Kapitalistenklasse…, wirkliche Schrittmacher des Reformismus und Chauvinismus.“ (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 22, S. 182 [deutsch in „Ausgewählte Werke“ in zwei Bänden, Bd. I, S. 774].)

Alle diese kleinbürgerlichen Gruppen dringen auf eine oder die andere Weise in die Partei ein und tragen in sie den Geist des Schwankens und des Opportunismus, den Geist der Zersetzung und der Unsicherheit hinein. Sie sind es hauptsächlich, die die Quelle der Fraktionsmacherei und des Zerfalls bilden, die Quelle der Desorganisation und Sprengung der Partei von innen heraus. Gegen den Imperialismus kämpfen, wenn man solche „Bundesgenossen“ im Rücken hat, heißt in die Lage von Leuten geraten, die von zwei Seiten beschossen werden – von der Front und vom Hinterland. Deshalb ist der schonungslose Kampf gegen solche Elemente, ihre Verjagung aus der Partei die Vorbedingung für den erfolgreichen Kampf gegen den Imperialismus.

Die Theorie der „Überwältigung“ der opportunistischen Elemente durch ideologischen Kampf innerhalb der Partei, die Theorie der „Überwindung“ dieser Elemente im Rahmen ein und derselben Partei ist eine faule und gefährliche Theorie, die die Gefahr heraufbeschwört, die Partei zu einem Zustand der Lähmung und des chronischen Siechtums zu verurteilen, sie mit Haut und Haar dem Opportunismus auszuliefern, das Proletariat ohne revolutionäre Partei zu lassen, das Proletariat der wichtigsten Waffe im Kampf gegen den Imperialismus zu berauben. Unsere Partei hätte sich nicht ihren Weg bahnen können, sie hätte nicht die Macht ergreifen und die Diktatur des Proletariats organisieren können, sie hätte aus dem Bürgerkrieg nicht als Sieger hervorgehen können, wenn sie die Martow und Dan, die Potressow und Axelrod in ihren Reihen gehabt hätte. Wenn es unserer Partei gelungen ist, in der Partei die innere Einheit, die beispiellose Geschlossenheit ihrer Reihen zu schaffen, so vor allem deshalb, weil sie es verstanden hat, sich rechtzeitig von dem Unrat des Opportunismus zu reinigen, weil sie es verstanden hat, die Liquidatoren und Menschewiki aus der Partei zu verjagen. Der Weg zur Entwicklung und Festigung der proletarischen Parteien führt über ihre Säuberung von den Opportunisten und Reformisten, den Sozialimperialisten und Sozialchauvinisten, den Sozialpatrioten und Sozialpazifisten.

Die Partei wird gestärkt dadurch, dass sie sich von den opportunistischen Elementen reinigt.

„Wenn man in seinen Reihen Reformisten, Menschewiki hat“, sagt Lenin, „so ist es unmöglich, in der proletarischen Revolution zu siegen, so ist es unmöglich, sie zu behaupten. Das steht offenbar prinzipiell fest. Das ist sowohl in Rußland als auch in Ungarn durch die Erfahrung anschaulich bestätigt worden… In Rußland hat es oftmals schwierige Situationen gegeben, wo das Sowjetregime ganz sicher gestürzt worden wäre, wenn die Menschewiki, Reformisten, kleinbürgerlichen Demokraten innerhalb unserer Partei verblieben wären… In Italien stehen, wie allgemein angenommen wird, entscheidende Kämpfe zwischen Proletariat und Bourgeoisie um die Eroberung der Staatsmacht bevor. In einem solchen Augenblick ist nicht nur die Entfernung der Menschewiki, der Reformisten, der Turatileute aus der Partei unbedingt notwendig, sondern kann sich sogar die Entfernung ausgezeichneter Kommunisten, die zu Schwankungen neigen und Schwankungen in der Richtung der ´Einheit´ mit den Reformisten an den Tag legen, von allen verantwortlichen Posten als nützlich erweisen… Am Vorabend der Revolution und in Augenblicken des erbittertsten Kampfes um ihren Sieg können die geringsten Schwankungen innerhalb der Partei alles zugrunde richten, die Revolution vereiteln, die Macht den Händen des Proletariats entreißen, denn diese Macht ist noch nicht fest begründet und der Ansturm gegen sie noch allzu stark. Wenn schwankende Führer in einer solchen Zeit abtreten, so schwächt das nicht, sondern stärkt sowohl die Partei als auch die Arbeiterbewegung und die Revolution.“ (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 31, S. 357, 358, 359, russ.)

Quelle: Stalin Werke und Texte – Band 6 – Über die Grundlagen des Leninismus – VIII. Die Partei.

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