Der „Tag des Sieges“ – immer noch ein Tag von welthistorischer Bedeutung

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Gedenkfeier in Berlin am 9. Mai 2013
Sowjetisches Ehrenmal in Treptow

Am 8. und 9. Mai wurde in ganz Europa der 68. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges feierlich begangen. In Frankreich, Polen, Tschechien, Russland, sowie vielen ehemaligen Republiken der Sowjetunion gilt nach wie vor der 8. oder 9. Mai als höchster nationaler Feiertag, wie einst auch in der DDR. Über alle parteipolitischen Grenzen hinweg wird dieser Tag, mal als „Tag der Befreiung“ oder als „Tag des Sieges“ mit feierlichen Zeremonien zu Ehren der gefallenen Soldaten, Partisanen und noch lebenden Veteranen des größten Befreiungskrieges Europas begangen und der Zerschlagung des deutschen Faschismus gedacht.  In Paris legten der französische Staatspräsident Francois Hollande und sein polnischer Amtskollege Bronislaw Komorowski einen Kranz am Arc de Triomphe nieder. In Prag nahmen der Staatspräsident Miloš Zeman und Ministerpräsident Petr Nečas eine Militärparade ab. Auch in vielen anderen Städten Europas wurden Veranstaltungen, Kundgebungen und Ehrungen durchgeführt. In Berlin würdigten Antifaschisten, einschließlich Veteranen der Streitkräfte der Deutschen Demokratischen Republik, den Kampf der sowjetische Soldaten am Ehrenmal in Treptow (siehe nebenstehendes Bild).

Den Höhepunkt bildete einmal mehr die Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau. An der Parade nahmen mehr als 11 000 Armeeangehörige sowie etwa 100 gepanzerte Militärfahrzeuge und sonstige Kriegstechnik teil. In allen großen russischen Städten und Regionen, sowie ehemaligen Republiken der Sowjetunion fanden zahlreiche Fest-Veranstaltungen und Feierlichkeiten statt. Dazu organisierten die russischen Kommunisten in Moskau und zahlreichen anderen Städten eigene Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen, in denen sie des Sieges über den deutschen Nazi-Faschismus gedachten. In seiner Rede in Moskau ging der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Russlands (KPRF), Gennadi Sjuganow, vor allem der Frage nach, warum es der Sowjetunion gelungen ist, einen so mächtigen, skupellosen und heimtückischen Feind, wie den deutschen Nazi-Faschismus, der zuvor ganz Europa mit seinen „Blitzkriegen“ überrollt und blutig unterworfen hatte, am Ende zu zerschlagen und das Siegesbanner der Roten Fahne mit Hammer, Sichel und Sowjetstern, über dem Reichstag in Berlin zu hissen. „Ich möchte Sie daran erinnern,“ so Sjuganow, „dass dies in erster Linie ein Sieg der Arbeit über das Kapital war, der Sieg der Oktoberrevolution! … Nur die Große Oktoberrevolution, Lenin und die bolschewistische Partei inspirierte die Menschen zu diesem beispiellosen Sieg…“

„Es war ein Sieg der Sowjetmacht“

„Es war der Sieg unserer Bildung und Ausbildung, indem es gelang, innerhalb kürzester Frist 6000 Akademien zu errichten, in denen innerhalb von zehn Jahren mutige und intelligente Lehrer ausgebildet wurden, die wiederum mutige und intelligente Soldaten und Offiziere hervor brachten. Es war ein Sieg über Raum und Zeit. In nur 20 Jahren haben wir es geschafft, ein Segment der Geschichte, das in Europa mindestens ein Jahrhundert dauerte, zu durchlaufen. Gebaut auf neuen Grundlagen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, aus dem Fernen Osten bis zum Ural, die uns den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg brachten.“

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Demonstration und Kundgebung der KPRF in Moskau.
Die weltgrößte Nachbildung des Siegerbanners (200qm).

Es war die Kommunistische Partei und ihre Führung, die die Losung ausgab:“ Unsere Sache ist gerecht – der Feind wird besiegt werden, der Sieg wird unser sein“  –  „Wir haben gewonnen, weil wir herausragende Führungskräfte hatten. Wir hatten Lenin, seine Intelligenz und sein Talent, der eine neue Ära begründete. Wir hatten Stalin, dessen Führungstalent und dessen Wille stärker war, als alle Flotten der Wehrmacht.“ so Sjuganow.

Diesen Zusammenhang gilt es auch und gerade heute, mehr denn je zu betonen, da es zum schlechten Ton gehört, die Sowjetmacht, ihr Führungspersonal und die Kommunistischen Parteien und deren Mitglieder zu diffamieren, zu kriminalisieren oder durch Verschweigen ihres heroischen Kampfes, der Vergessenheit anheim fallen zu lassen. Es muss in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen werden, dass in den großen Widerstandsbewegungen in Europa gegen den Faschismus, sei es die Resistance in Frankreich, die Resistenzia in Italien oder die Partisanenbewegungen in Jugoslawien oder in anderen Süd- und Osteuropäischen Ländern, die Kommunisten immer eine hervorragende Rolle spielten und durch ihren Mut und ihre Entschlossenheit beispielgebend waren. Daran gilt es heute anzuknüpfen!

Der Kampf gegen Faschismus und Krieg, wie auch gegen die Auswirkungen der kapitalistischen Krise, kann nur erfolgreich geführt werden, wenn sich die Kommunisten auf ihre alten Tugenden besinnen und im festen Bündnis mit den Werktätigen, unabhängig von deren sonstigen Überzeugungen, eng zusammenschließen. Nur im festen Bündnis mit allen fortschrittlichen und gutwilligen Kräften kann es gelingen, den Kriegstreibern, den alten und neuen Nazis, sowie den Krisengewinnlern einen Strich durch die Rechnung zu machen und eine solidarische und gerechte Gesellschaft, die keine Kriege und keine Ausbeutung mehr kennt, zu errichten. Dabei ist das historische Vorbild der Sowjetunion auch heute noch von unschätzbarem Wert.

Rede des Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, anlässlich der Militärparade zur Feier des 68. Jahrestages des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg:

Bürger von Russland, Kriegsveteranen, Soldaten und Matrosen, Unteroffiziere und Oberfeldwebel! Offiziere, Generäle und Admirale!
Herzlichen Glückwunsch zum Tag des Sieges! Dies ist der Tag der Herrlichkeit unserer Nation, der Nation, die den Nazismus besiegte!
Achtundsechzig Jahre sind vergangen seit dem Ende des Großen Vaterländischen Krieges, aber die Erinnerung an den Krieg verblasst nicht, sie setzt sich fort, von Generation zu Generation, von Eltern zu Kindern, von Herz zu Herz.

Die Macht hinter dieser gerechten Einheit ist die Liebe zu Russland, unsere Heimat, unsere Verwandten und unsere Familie. Diese Werte bringen uns heute zusammen. Unsere ganze Nation kämpfte tapfer, sie zu verteidigen.
Wir werden uns immer daran erinnern, dass es Russland und die Sowjetunion waren, die die unmenschlichen, blutigen, hochtrabenden Pläne der Nazis zerstörten und ihnen nicht erlaubten, die Welt zu erobern.
Unsere Soldaten kämpften für Freiheit und Unabhängigkeit; und indem sie ihre Heimat verteidigten, ohne sich zu schonen, befreiten sie Europa und triumphierten in einem Sieg, der für immer seinen Platz in der Geschichte haben wird.

Sehr geehrte Veteranen, Sie haben immer das Wohl und die Sicherheit des Mutterlandes als Ihr höchstes Ziel angesehen. Patriotismus besiegelte Ihre, den Feind überragende, militärische Bruderschaft, war Ihr Standbein in den heftigen Schlachten von Moskau, Stalingrad, Kursk und am Dnjepr, gab Ihnen die Stärke, die Qualen der Belagerung von Leningrad zu überstehen, beseelte Ihren Geist in unzähligen namenlosen Schlachten, unterstützte Sie während der zermürbenden Arbeit im Hinterland. Ihre Opfer und Verluste sind unermesslich. Wir werden immer Ihre Leistung ehren, um die Toten und Gefolterten trauern, und die Wahrheit über den Krieg hoch halten.
Im Angesicht der Geschichte bewiesen unsere Vorfahren im Namen des Vaterlandes ein Höchstmaß an Tapferkeit und Mut, begeisterten die Welt mit ihrem Mut und ihrer Einheit, und wussten, wie man gewinnt. Diese, in der Verteidigung der Souveränität und der Interessen des Mutterlandes geprüften Traditionen, sind ein Beispiel für die jüngeren Generationen.

Wir erinnern uns, was die Tragödie eines Krieges bedeutet und werden alles tun – wirklich alles – um sicherzustellen, dass niemand es jemals wieder wagen wird, unsere Kinder, unsere Heimat, unser Land zu bedrohen und einen Krieg zu entfesseln. Wir werden alles tun, um die Sicherheit in der Welt zu stärken.

Der Sieg im Mai 1945 ist wie der Klang einer großen Glocke, die ein Leben ohne Krieg feiert. Ein heiliges Symbol der Treue zu unserer Heimat, die in jedem von uns lebt, ein Symbol der Einheit der multinationalen Völker in Russland und ihrer grenzenlose Hingabe an ihre Wurzeln und Geschichte.

Es ist unsere Pflicht, die Hoffnungen unserer geehrten Großeltern und Eltern zu leben, alle Schwierigkeiten und Hindernisse zu überwinden, und unseren Kindern eine wohlhabendes, freies und starkes Russland zu übergeben.
Ehre der siegreichen Nation!

Einen schönen Feiertag und glücklichen Tag des Sieges!
Ehre sei Russland!
Huraaah!

Moskau, 9. Mai 2013

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Moskau, 9. Mai 2013

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