Die Außenpolitik der Merkel-Regierung gleicht immer mehr einem Scherbenhaufen!

Merkel-raus-Athen09102012

Nachdem die Bundesregierung in den vergangenen Monaten vor allem die Menschen in den südeuropäischen Ländern gegen sich aufgebracht hat, so dass die Reisen von Frau Merkel nach Italien, Griechenland, Portugal oder Spanien stets von Massenprotesten begleitet wurden (siehe Foto), wird heute das Verhältnis zu Russland und der Türkei durch wachsende Spannungen belastet. „Eklat vor Russland-Besuch der Kanzlerin“ titelt beispielsweise heute die SZ und im Nachrichtenmagazin „Spiegel“ wird sogar die Gefahr einer neuen „Eiszeit zwischen Moskau und Berlin“ beschworen. Gleichzeitig wird in Berlin, als Reaktion auf Äußerungen des Europaministers der Türkei, der in scharfen Worten die Einmischung der Bundeskanzlerin in die inneren Verhältnisse der Türkei zurückwies, der türkische Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt.

Es ist offensichtlich: Diese Bundesregierung manövriert sich mit ihrem Großmacht-Gehabe und ihrem Hegemonialstreben in Europa immer stärker ins Abseits. Die Völker Europas sind es zunehmend leid, dass ihnen aus Berlin, im Rahmen der strengen Austeritätspolitik, Armut, Massenarbeitslosigkeit, Abbau ihrer demokratischen Rechte und staatlichen Souveränität verordnet wird, während sich die Deutschen als Krisengewinnler aufspielen, die ihre Rezepte der Hungerlöhne, Ausdehnung der Wochen- und Lebensarbeitszeit ins Unendliche, sowie Mini-Renten unter dem Existenzminimum, bei vollständiger Entrechtung der arbeitenden Bevölkerung („Hartz IV“), auf ganz Europa ausdehnen wollen.

Dazu kommt die tatsächlich penetrante permanente Einmischung in die inneren Verhältnisse, nicht nur ihrer Nachbarländer, sondern sogar Länder wie China, Russland, Syrien oder jetzt die Türkei. In regelmäßigen Abständen müssen sie sich Vorhaltungen der Bundeskanzlerin und des bundesdeutschen Außenministers über Angelegenheiten ihrer Innenpolitik anhören, die die Regierung in Berlin – auf deutsch gesagt – einen feuchten Kehricht angehen. Es ist die Wiederkehr der wilhelminischen Großmannssucht, die in Berlin spätestens mit der Schröder-Fischer-Ära und deren Krieg gegen Jugoslawien Einzug hielt.

Als trauriger Höhepunkt des Wilhelminismus gilt gemeinhin die berüchtigte „Hunnenrede“ von Wilhelm II., in der er die deutsche Außenpolitik folgendermaßen definiert: 

Große überseeische Aufgaben sind es, die dem neu entstandenen Deutschen Reiche zugefallen sind, Aufgaben weit größer, als viele Meiner Landsleute es erwartet haben. Das Deutsche Reich hat seinem Charakter nach die Verpflichtung, seinen Bürgern, wofern diese im Ausland bedrängt werden, beizustehen. Die Aufgaben, welche das alte Römische Reich deutscher Nation nicht hat lösen können, ist das neue Deutsche Reich in der Lage zu lösen. Das Mittel, das ihm dies ermöglicht, ist unser Heer.

Der deutsche Kaiser schließt dann mit folgenden Worten:

Kommst ihr vor den Feind, so wird derselbe geschlagen! Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht! Wer euch in die Hände fällt, sei euch verfallen! Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in Überlieferung und Märchen gewaltig erscheinen läßt, so möge der Name Deutscher in China auf 1000 Jahre durch euch in einer Weise bestätigt werden, daß es niemals wieder ein Chinese wagt, einen Deutschen scheel anzusehen!

Wir wissen heute, wohin der deutsche Größenwahn seinerzeit führte: Zum 1. Weltkrieg dessen Beginn im kommenden Jahr, anlässlich seines hundertsten Jahrestages Gegenstand diverser Veranstaltungen und Themenabende sein wird. Er eröffnete das erste Massenschlachten des modernen Industriezeitalters, das mehr als 10 Millionen Tote auf den europäischen Schlachtfeldern hinterließ. Mit dem Ende des Krieges war auch der wilhelminische Absolutismus beendet – nicht aber der deutsche Größenwahn. Mit der Errichtung des sogenannten „3.Reichs“ versuchten die deutschen Imperialisten erneut, die einst von Kaiser Wilhelm gesetzten Ziele von der Unterjochung Europas und der Erringung der Weltherrschaft zu verwirklichen. Das Grauen nahm noch entsetzlichere Formen an und die Anzahl der Toten, die dem deutschen Wahn zum Opfer fielen, wird heute auf rund 62 Millionen Menschen beziffert.

Sollte eigentlich mit der vollständigen und bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 die Ansicht vorherrschen, dass Deutschland nun endgültig von seinen Wahnvorstellungen kuriert sei, so ergibt sich mit dem Jahr 1990 und der Aufhebung der deutschen Zweistaatlichkeit ein anderes Bild. Mit dem Vordringen des deutschen Imperialismus auf dem Balkan in den 90er Jahren und der Herstellung der Hegemonie über Kontinentaleuropa mittels der EU, wachsen nicht nur die außenpolitischen Ambitionen Deutschlands, sondern ähnelt auch die Tonlage seiner führenden Politiker immer stärker jener Tonlage, die ihre berüchtigten Vorgänger einst eingeschlagen hatten. 

Noch fehlen ihnen die militärischen Mittel zur Durchsetzung der lautstarken Töne, so dass sie sich vor allem auf die ökonomische Durchdringung und Erpressung ihrer Nachbarn, begleitet von politisch-diplomatischem Geplänkel, beschränken müssen. Dazu ist der Realitätsverlust der bundesdeutschen Eliten noch nicht so weit fortgeschritten, dass sie nicht um die wahren Kräfteverhältnisse in der heutigen Welt wüssten. Gerade der G8-Gipfel vom vergangenen Wochenende und der anschließende Besuch des US-Präsidenten in Berlin legen beredtes Zeugnis davon ab, wie die Politik der deutschen Eliten sich in einem Spannungsfeld zwischen ekliger Unterwürfigkeit und einer mindestens ebenso abstoßenden Möchtegern-Attitüde („auf gleicher Augenhöhe“, wie es heute heißt) bewegt. Da traut sich dann die Kanzlerin sogar, dem US-Präsidenten eine „Kritik unter Freunden“ an der flächendeckenden Ausspähung des europäischen Internet- und Telefonverkehrs durch US-Geheimdienste zuzumuten, die in ihrer nichtssagenden Belanglosigkeit im O-Ton dann so klingt: Bei allen Notwendigkeiten der Beobachtung müssten jedoch immer die „Balance und die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben“, mahnte die Kanzlerin…

Es ist nicht diese Mischung aus Unterwürfigkeit und Großmannssucht, die die heutige Außenpolitik von der des Wilhelminismus unterscheidet. Im Gegenteil: Die Großmäuligkeit, die stets mit Lächerlichkeit gepaart war, wie beispielsweise beim „Panthersprung“ und anderen außenpolitischen Eskapaden des deutschen Kaiserreichs, als nach wilden Drohgebärden zunächst mal der Schwanz wieder eingekniffen wurde, um sogleich in Larmoyanz zu verfallen und die Ungerechtigkeiten dieser Welt zu beklagen, weil Deutschland der „Platz an der Sonne“ verwehrt sei – diese Haltung kann geradezu als Wesenszug der deutsch-preußischen Politik charakterisiert werden, die in der Person des „zwooten Wihelm“ ihre passende Charaktermaske fand.

Bis in die Gegenwart scheint dieser Charakterzug unausrottbar die deutsche Politik zu bestimmen!

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