Die Sommeroffensive der ROTEN ARMEE im Jahr 1943

Soldaten der ROTEN ARMEE!  Schlagt kräftig die Feinde! Befreit die heimatliche Erde von den deutschen Eroberern!

Soldaten der ROTEN ARMEE!
Schlagt kräftig die Feinde!
Befreit die heimatliche Erde von den deutschen Eroberern!

Auf dem Höhepunkt der Schlacht bei Kursk gingen die sowjetischen Truppen der Brjansker Front bei Flankenunterstützung anderer Fronten in den Morgenstunden des 12. Juli zum Angriff über, um den befestigten Aufmarschraum der Deutschen bei Orel zu beseitigen. Die sowjetischen Truppen durchbrachen die deutsche Verteidigung, an der über anderthalb Jahre gebaut worden war. Der Angriff gegen Orel wurde von drei Seiten aus geführt. Orel wurde vom Norden und Süden umgangen. Vom Westen rückten die Truppen des Generals Bagramjan vor, die den Deutschen den Weg nach Brjansk verlegten. Die Stadt wurde in die Zange genommen. In der Nacht zum 4. August begann der Sturm, und am Abend des 5. August war Orel feindfrei.

Gleichzeitig mit der Oreloperation begann der Angriff gegen Bjelgorod. Das sowjetische Kommando führte den Schlag in zwei Fronten: vom Osten direkt gegen Bjelgorod und vom Nordwesten in Richtung Charkow. Am 3. August wurde die Front der deutschen Gruppe im Raum von Bjel­gorod durchbrochen und die Stadt Bjelgorod am 5. August befreit. In einem Befehl des Obersten Befehlshabers wurde den Truppen der fünf angreifenden Fronten, die Orel und Bjelgorod befreiten, der Dank ausgesprochen. Am 5. August salutierte Moskau zum ersten Male den tapferen sowjetischen Truppen durch Artilleriesalven. Seitdem wurden die Siege der Roten Armee durch Artilleriesalven gefeiert.

Die Schlacht bei Kursk, Orel und Bjelgorod war der Be­ginn der wuchtigen Sommeroffensive der Roten Armee. In einem einzigen Monat der Kämpfe verloren die deutschen Truppen 120 000 Soldaten und Offiziere an Toten, über 4600 Panzer, über 1600 Geschütze und 11000 Lastwagen. Die Rote Armee stellte vor der ganzen Welt ihre Fähigkeit unter Beweis, nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer anzugreifen. Das Märchen der faschistischen Lügner, daß die Angriffe der Roten Armee saisonbedingt seien, zerstob. Über die Bedeutung der von der Roten Armee gewonnenen Schlacht sagte Stalin: »War die Schlacht bei Stalingrad ein Vorbote des Untergangs der faschistischen deutschen Armee, so führte die Schlacht bei Kursk sie an den Rand der Kata­strophe.«


SowjetinfanterieUnter Ausnutzung des Erfolges bei Bjelgorod nahmen die Sowjettruppen die Befreiung von Charkow und des Donezbeckens in Angriff. Die Truppen der Woronesher Front unter dem Befehl von Armeegeneral Watutin rückten gegen Charkow vor und umgingen die Stadt vom Westen, während die Truppen der Steppenfront unter dem Befehl von Armee­general, heute Marschall der Sowjetunion, Konjew vom Osten und Norden die Stadt angriffen. Charkow deckte den Weg zum Dnjepr und zum Donezbecken, Der Gegner war be­strebt, die Stadt um jeden Preis zu halten und zog hier große Reserven zusammen. Die sowjetischen Panzertruppen zer­schlugen diese und durchschnitten die Eisenbahnlinie Charkow-Poltawa. Am 12. August begannen die Kämpfe um die Stadt selbst. Zehn Tage später traten die sowjetischen Soldaten zum Sturm an, und am 23. August war die zweite Hauptstadt der Ukraine von Hitlertruppen gesäubert.

Die Rote Armee führte die Sommeroffensive in verschie­denen Richtungen und richtete gegen den Feind vernich­tende Schläge, die sich zu einer einzigen Offensive an der ganzen Front von Nord-Bjelorußland bis zur Taman-Halbinsel ausweiteten. Die Truppen der Steppenfront rückten unter Kämpfen gegen Poltawa vor und befreiten die Stadt einen Monat nach der Einnahme von Charkow.

Im Südosten bildeten die Stadt Taganrog sowie die beiden Flüsse Mius und Nördlicher Donez starke Verteidigungs­stellungen der Deutschen. Diese hielten die Miusstellung für uneinnehmbar. Auch diese überaus starke deutsche Verteidigungslinie wurde Ende August durchbrochen. Die sowjetische Luftwaffe, die die angreifenden Truppen deckte und Breschen in die deutschen Stellungen schlug, spielte dabei eine bedeutende Rolle.

In die Bresche der Miusfront strömten Kubankosaken und Panzerverbände. Sie erschienen tief im Rücken der deutschen Armeegruppe in Taganrog und schnitten ihr den Rückzugsweg längs der Küste ab. Der Versuch der Deut­schen, sich über das Meer zurückzuziehen, wurde durch die sowjetische Luftwaffe vereitelt. Am 30. August 1943 wurde Taganrog befreit. Die Sowjettruppen schlossen hier sechs Infanteriedivisionen sowie eine Luftwaffen-Felddivision und eine Panzerdivision ein und zerschlugen sie. Allein an Toten verlor der Gegner 35 000 Mann. Der glänzende Sieg der sowjetischen Armee bei Taganrog bedrohte die gesamte feindliche Armeegruppe am Donez. Die Truppen der sowjetischen Südlichen Front tauchten in ihrer Flanke auf. Gleichzeitig begannen die Truppen der Südlichen und Süd­westlichen Front Anfang September den Kampf um die Befreiung des Donezbeckens. In dieser Schlacht zeigten die sowjetischen Truppen einen besonderen Angriffsschwung und große Beweglichkeit. Sie drangen tief in den Rücken des Gegners ein und umgingen geschickt alle Stützpunkte der feindlichen Verteidigung. Der Gegner befürchtete eine Ein­kesselung und zog sich zurück. Am 8. September 1943 wurde die Gebietshauptstadt Stalino eingenommen und damit die Hauptstütze des feindlichen Widerstandes gebrochen.

Das überaus wichtige, wenn auch durch die Hitlertruppen stark zerstörte Industrie- und Kohlenrevier wurde dem Sowjetland zurückerobert.

Bei der Offensive der Roten Armee im Sommer 1943 zeich­neten sich im Süden die Matrosen der Asowschen Flottille aus. Sie nahmen an der Eroberung von Taganrog, Ossipenko und des bedeutenden Hüttenzentrums und Hafens Mariupol energisch teil.

Im Nordabschnitt der Offensive rechnete die deutsche Führung, die unter den Schlägen der Roten Armee in die Defensive gezwungen worden war, die Sowjettruppen an der Desna aufzuhalten, deren waldiges und sumpfiges Ufer­gelände für den Angriff große Schwierigkeiten bot.

Die Truppen der Zentralfront unter dem Befehl von Mar­schall der Sowjetunion Rokossowskij rückten unaufhaltsam vor, überschritten die Desna und setzten sich am 16. September in den Besitz der Stadt Nowgorod-Sewerskij. Das war die erste Bresche, die in die deutsche Verteidigungs­stellung längs des Flusses geschlagen wurde. Am nächsten Tage überschritten die Truppen der Brjansker Front eben­falls die Desna, aber bereits ihren Oberlauf. Sie führten ein Umgehungsmanöver durch, nahmen Brjansk und Beshiza ein und schlugen damit eine zweite Bresche in die deutsche Ver­teidigungsstellung längs der Desna.

Am 21. September nahmen Rokossowskijs Truppen Tschernigow ein. Der Oberste Befehlshaber beglückwünschte die Truppen zu diesem Sieg und schrieb: »…Der deutsche Plan, den Angriff unserer Truppen am Desnafluß aufzuhalten; darf als gescheitert betrachtet werden.« Und in der Tat, nach der Befreiung von Tschernigow waren die Sowjettruppen in kaum einer Woche im Besitz des gesamten Laufs der Desna und rückten zum linken Dnjeprufer vor.

Ende August 1943 gingen die Truppen der Westlichen Front in Richtung Smolensk zum Angriff über. Das mit mäch­tigen Verteidigungsstellungen gespickte Vorfeld von Smo­lensk wurde von den Deutschen das »Tor von Smolensk« genannt. Dieses »Tor« ging ihnen bereits zu Beginn der Offensive der Roten Armee verloren. Am 25. September nahmen die sowjetischen Truppen Smolensk im Sturm, nach­dem sie den Dnjepr überquert hatten. Nur am Oberlauf des Dnjepr gelang es den Deutschen, einen kleinen Brückenkopf am linken Ufer, östlich Orscha und Shlobin bis zur Mündung des Soshflusses in den Dnjepr, zu behaupten.

Gleichzeitig wurde von den Sowjettruppen eine glänzende Operation im Süden durchgeführt, wo der von den Deutschen für eine längere Verteidigung ausgebaute Kubanbrückenkopf die weitere Entwicklung der Offensive der Roten Armee behinderte. Der deutsche Kubanbrückenkopf stellte eine Bedrohung für den Kaukasus dar, hinderte gleichzeitig die Sowjettruppen daran, die Krim über die Meeresenge von Kertsch hinweg aus dem Osten anzugreifen und versperrte den sowjetischen Schiffen den Weg aus dem Schwarzen in das Asowsche Meer. Das sowjetische Kommando beschloß, diesen deutschen Dorn zu ziehen und die Okkupanten ins Meer zu werfen. Der südliche Frontabschnitt verlief durch die Stadt Noworossijsk, die sich in den Händen der Deutschen befand. Die Hauptkampflinie zog sich über das Ge­lände der Zementwerke. Die sowjetische Artillerie hielt die Zemesskajabucht unter Feuer und machte es den Deutschen unmöglich, den Hafen von Noworossijsk zu benutzen. An der Küste der Zemesskajabucht, nördlich von Noworossijsk, behaupteten die Sowjettruppen einen kleinen Brückenkopf auf Myszchako, der von den Matrosen »Kleines Land« ge­nannt wurde. Dieser Brückenkopf wurde im Frühjahr 1943 durch ein kühnes Landungsunternehmen der Marineinfan­terie, mit Major Cäsar Kunikow an der Spitze, erobert. Bei der Behauptung des Brückenkopfes von Myszchako spielte die Schwarzmeerflotte die Hauptrolle.

Der Hauptschlag der Sowjettruppen war gegen Noworos­sijsk gerichtet. Der Plan für die Eroberung der Stadt und des Hafens war verwegen. Ein Landungstrupp sollte durch die Zemesskajabucht von See aus in die Stadt eindringen, während die Landstreitkräfte die deutsche Verteidigung zu Lande durchbrechen sollten.

Über 100 Schiffe nahmen an der Landungsoperation teil. Die Stärke des Landungstrupps betrug etwa 6000 Mann, die über 40 Geschütze, 105 Granatwerfer und 53 Maschinen­gewehre verfügten. Die Flotte wurde durch Luftwaffe (200 Flugzeuge) und Artillerie (200 Geschütze) unterstützt.Schwarzmeerflotte

Der Hafen war durch die Deutschen stark befestigt. Die Einfahrt wurde durch Stahltrossen gesperrt. Nach einer Vor­bereitung durch Artillerie und Luftwaffe brachen die Landungstruppen in der Nacht vom 9. zum 10. September durch eine Feuerwand hindurch in den Hafen ein. Das war eine schwierige Operation. Als erster drang der Kutter unter dem Befehl des Kommunisten Leutnant Krylow in die Bucht ein. Die Truppen landeten an drei Stellen des Hafens, und es entspannen sich verlustreiche Kämpfe. Eine Handvoll der Ge­landeten, die nur mit leichten Waffen ausgestattet waren, wies heldenmütig fünf Tage lang die zahllosen von Panzern unterstützten Angriffe des Gegners ab. Die Kämpfer gaben ihr Leben hin, um ihren Karneraden den Weg zu bahnen.

In der Nacht zum 11. September gelang es, Verstärkungen in. Höhe von 2600 Mann zu landen. Der Erfolg dieser Ope­ration gab den Ausschlag.

Die Landungstruppen fingen die ganze Wucht des Schlages der deutschen Garnison auf, bis die Infanterie und die Panzer des Generals Lesselidse in die Stadt eingedrungen waren. Die Lage der Landungstruppen wurde leichter. Nach schweren Kämpfen wurde der Gegner zerschlagen, und am 26. September war Noworossijsk völlig feindfrei. Die Sowjettruppen rückten in eine tote Stadt ein. Die Einwohner waren von den Deutschen aus der Stadt vertrieben und Zurückgebliebene umgebracht worden.

Die Einnahme von Noworossijsk war der Auftakt zur Ver­nichtung der gesamten deutschen Taman-Gruppe. Am 22. September wurde Anapa, am 27. September Temrjuk eingenommen. Einen Monat nach Beginn des Sturms auf Noworossijsk wurde die Zerschlagung der gesamten Taman-Gruppe des Feindes abgeschlossen.

Abschnitt 4 des V. Kapitels „Der grundlegende Umschwung im Kriegsverlauf“ aus dem sowjetischen Buch Der große Vaterländische Krieg der Sowjetunion, dass 1947 im SWA-Verlag/Berlin als 4. Band in der Reihe “Das Sowjetland” erschienen ist.

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