Zehn Schläge zur Vertreibung der deutschen Truppen aus der Sowjetunion

Erster Schlag: Der Sieg bei Leningrad

Einwohner Leningrads begrüßen Soldaten der Roten Armee nach der Durchbrechung der Blockade der Stadt.

Einwohner Leningrads begrüßen Soldaten der Roten Armee nach der Durchbrechung der Blockade der Stadt.

Die Rote Armee bewirkte im Jahre 1943 einen grund­legenden Umschwung im Verlauf des Vaterländischen Krieges, obwohl sie allein kämpfte und die ganze Last des Kampfes gegen die deutsch-faschistischen Heere trug. Die zweite Front war noch immer nicht eröffnet; die sowjetisch-deutsche Front fesselte fast die gesamte deutsche Armee und die Armeen der Hitlervasallen. Und unter diesen Bedingun­gen trug die Rote Armee große Siege über die Deutschen davon und brachte dem Gegner allerschwerste Verluste bei. Bereits im Jahre 1943 begann die Massenvertreibung der deutschen Truppen vom sowjetischen Boden.

J. W. Stalin stellte den Streitkräften der Sowjetunion die Aufgabe: das gesamte Sowjetland von den faschistischen Eindringlingen zu säubern, die Staatsgrenzen der Sowjetunion wiederherzustellen, der verwundeten deutschen Bestie auf der Spur zu folgen und ihr in ihrer eigenen Höhle den Todes­schlag zu versetzen. In Ausführung der strategischen Pläne des Oberkommandos fügte die Sowjetische Armee im Jahre 1944 den deutschen Truppen zehn vernichtende Schläge zu, durch die die deutsch-faschistischen Eindringlinge vom Sowjetboden vertrieben wurden.

Der Anfang des Jahres 1944 wurde durch die Zerschmette­rung der Leningrader Armeegruppe der deutschen Wehr­macht gekennzeichnet. Das war der erste der Schläge, die von der Roten Armee im Jahre 1944 gegen den Feind ge­führt wurden.

Nachdem sie im Januar 1943 die Blockade durchbrochen hatten, bereiteten sich die Truppen der Leningrader Front vor, um zum Angriff gegen die deutschen Truppen an­zutreten, die Leningrad belagerten.

Während der 27 Monate der Belagerung hatten die Deut­schen bei Leningrad einige Gürtel von starken Befestigungs­anlagen geschaffen, die den sogenannten, nach ihrer Mei­nung uneinnehmbaren »Nordwall« darstellten. Ihre Stütz­punkte wurden durch Panzersperren, Minenfelder, Stachel­drahtverhaue und zahlreiche Schützengräben geschützt. Ge­bäude, Paläste, Parks und Wälder in der Umgebung von Leningrad wurden ebenfalls in Verteidigungsstellungen um­gewandelt. Hier waren starke deutsche Streitkräfte sowie 4000 deutsche Geschütze und Granatwerfer zusammen­gezogen.

Den Truppen der Leningrader Front unter dem Befehl von Armeegeneral Goworow und den der Wolchowfront unter dem Befehl von Armeegeneral Merezkow wurde die Aufgabe gestellt, die Leningrader Armeegruppe der deut­schen Eindringlinge zu vernichten und das weitere Vor­rücken nach dem Baltikum zu gewährleisten. Die Truppen der Leningrader Front haben ihren Schlag aus zwei Rich­tungen – aus den Bezirken von Oranienbaum und Pulkowo – vorbereitet.

Offensive Operationen der Roten Armee vom 2. Dezember 1943 bis zum 30. April 1944.

Offensive Operationen der Roten Armee vom 2. Dezember 1943 bis zum 30. April 1944.

Es war den sowjetischen Truppenteilen gelungen, bereits im Jahre 1941 ein kleines Küstengelände im Raum von Oranienbaum zu behaupten. Dieses Gelände war von dem belagerten Leningrad abgeschnitten; die Verbindung mit seinen Verteidigern wurde lediglich auf dem See- oder Luft­wege aufrechterhalten. Die mehrfachen feindlichen Versuche, die sowjetischen Truppenteile zu verdrängen, blieben er­gebnislos.

In den Morgenstunden des 14. Januar 1944 stürmten die Truppen des Generals Fedjuninskij nach Artillerievorberei­tung aus dem Raum südlich Oranienbaum vor, während in den Morgenstunden des 15. Januar auch bei Pulkowo Tau­sende von Geschützen zu donnern begannen. Sowjetische Flugzeuge stürzten sich auf die feindlichen Befestigungen. Die Garde ging zum Angriff vor.

Zusammen mit den Landstreitkräften und der Luftwaffe nahm auch die Kriegsflotte an der Zerschmetterung der Deutschen bei Leningrad teil.

Einheiten der Baltischen Flotte sowie die Geschütze von Kronstadt und Oranienbaum beschossen die zurückweichen­den zerschlagenen deutschen Truppen.

Die erste Linie der feindlichen Verteidigung war durch­brochen. Bald darauf verloren die Deutschen eine wichtige Stellung im Süden – den Krähenberg. Von hier aus rückten die Sowjettruppen nach Krasnoje Selo vor, das von den Deutschen in eine Festung verwandelt worden war. Die Deutschen sprengten alle Brücken und Dämme und setzten das Vorfeld von Krasnoje Selo unter Wasser, aber das konnte die sowjetischen Garderegimenter nicht aufhalten. Nach er­bitterten Straßenkämpfen säuberten die in Krasnoje Selo ein­gedrungenen Truppen der Leningrader Front die Stadt von deutschen Truppen.

Am 20. Januar vereinigten sich die Sowjettruppen, die aus den Räumen südlich Oranienbaum und Pulkowo operierten. Die eingekesselten Hitlertruppen wurden vernichtet, während Krasnoje Selo, Ropscha, Urizk (Ligowo) und andere Ort­schaften befreit wurden.

Zusammentreffen der Truppen.

Zusammentreffen der Truppen.

Die Deutschen begannen, auf Gatschina und Kingisepp zurückzuweichen. Am 21. Januar trat eine andere Gruppe der Truppen der Leningrader und Wolchowfront im Raum von Peski und Gorodok zum Angriff an, zerschlug die dort befindlichen deutschen Truppen und setzte sich in den Besitz der Stadt und des bedeutenden Eisenbahnknoten­punktes Mga.

Nach einigen Tagen wurden die Städte Puschkin (früher Zarskoje Selo) und Pawlowsk (Sluzk) befreit.

Die Truppen der Wolchowfront, die nördlich von Now­gorod angriffen, überquerten den Wolchowfluß und schnit­ten den Deutschen den Rückzugsweg nach dem Nord­westen ab.

Die Truppenteile dagegen, die südlich von Nowgorod an­griffen, durchbrachen die deutsche Verteidigung am Ufer des Ilmensees und überquerten den See auf dem Eis. Die im Raum von Nowgorod eingekesselten deutschen Truppen wurden vernichtet.

In einem zweiwöchigen Angriff hatten die Sowjettruppen bis zum 27. Januar einen starken Befestigungsgürtel der Deutschen, der sich über 300 km Frontlinie erstreckte, durch­brochen sowie zwei größere feindliche Kräftegruppen ein­gekesselt und vernichtet. Zehn deutsche Divisionen wurden zerschlagen, zwei Divisionen erlitten schwere Verluste. Die Truppen der Leningrader Front trugen gemeinsam mit den sich ihnen anschließenden Truppen der Wolchowfront den Angriff weiter vor und gewannen an Boden.

Das Leningrader Gebiet war befreit, die wichtige Eisen­bahnstrecke — die »Oktober-Eisenbahn« — zwischen Lenin­grad und Moskau völlig feindfrei. Im Laufe der einmonatigen Kämpfe verlor der Feind an Toten über 90 000 Soldaten und Offiziere; 7200 deutsche Soldaten und Offiziere wurden gefangengenommen. Eine riesige Menge feindlichen Kriegs­materials wurde vernichtet. Unter der zahlreichen Beute, die von den Sowjettruppen eingebracht wurde, befanden sich 189 Panzer, 1852 Geschütze und riesige Munitionsvorräte. Die sowjetischen Truppen warfen die Deutschen an die Grenze Sowjet-Estlands zurück. Der Sieg bei Leningrad bot die Möglichkeit, die deutschen Truppen im Baltikum zu zer­schlagen. Sie schwächte die Stellungen der Deutschen in Finnland, für das die Stunde auch bald schlagen sollte.

Deutsche Gefangene, Soldaten und Offiziere, im Bezirk Dorf Mga (Kirov Region - Leningrader Gebiet). Diese "Herrenmenschen" werden nie wieder Sowjetbürger beim friedlichen Aufbau stören.

Deutsche Gefangene, Soldaten und Offiziere, im Bezirk Dorf Mga (Kirov Region – Leningrader Gebiet). Diese „Herrenmenschen“ werden nie wieder Sowjetbürger beim friedlichen Aufbau stören.

Aus dem sowjetischen Buch Der große Vaterländische Krieg der Sowjetunion, dass 1947 im SWA-Verlag/Berlin als 4. Band in der Reihe “Das Sowjetland” erschienen ist. KAPITEL VI – Die Vertreibung der deutschen Truppen aus der Sowjetunion – l. Der Sieg bei Leningrad.

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2 Antworten zu Zehn Schläge zur Vertreibung der deutschen Truppen aus der Sowjetunion

  1. sascha313 schreibt:

    Hat dies auf Sascha's Welt rebloggt und kommentierte:
    Die zehn „Stalinschen Schläge“ brachen den faschistischen deutschen Truppen ds Genick!

  2. Inson schreibt:

    Ruhm und Ehre der Roten Armee!!!

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