Warum hat die Sowjetunion im Großen Vaterländischen Krieg gesiegt?

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In den vergangenen Tagen wurde auf der ganzen Welt des 70. Jahrestages des Sieges der Roten Armee im Großen Vaterländischen Krieg, durch die vollständige und bedingungslose Kapitulation Nazi-Deutschlands in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst, gedacht. Die Befreiung Europas vom Faschismus war zu allererst das Verdienst der Sowjetunion, deren Völker, mit mehr als 26 Millionen Toten, Tausenden zerstörten Städten und verwüsteten Landschaften, nicht nur die Hauptlast des Krieges zu tragen hatten, sondern denen mit ihrem unbändigen Widerstandswillen und heroischem Kampf gegen die Nazi-Barbaren, auch der entscheidende Anteil am Sieg der Anti-Hitler-Koalition über die faschistischen „Achsenmächte“ zukommt. Folglich fand auch in Moskau, der Hauptstadt der ehemaligen Sowjetunion und der heutigen Russischen Föderation, die größte Festveranstaltung mit einer beeindruckenden Militärparade unter großer internationaler Beteiligung, zu diesem feierlichen Jubiläum statt. Bemerkenswert war dabei der enge Schulterschluss zwischen den ehemaligen Sowjetrepubliken, mit Russland, als Kristallisationspunkt und den einstigen Verbündeten in der Anti-Hitler-Koalition, wie die Volksrepublik China und andere sozialistische Länder, während die USA, zum zweiten Mal nach 1948, mit der Eröffnung des „Kalten Krieges“ die gemeinsame Front gegen den Faschismus, der sie bis 1945 angehörten, spalteten und ihren Satrappen verbot, nach Moskau zu fahren, so dass diese im Schmollwinkel der Geschichte zu verharren hatten.

Große Militärparade in Moskau am 9. Mai 2015

Große Militärparade in Moskau am 9. Mai 2015

Doch wie war es möglich, dass die Sowjetunion, als noch junger Staat, der sich dem friedlichen, sozialistischen Aufbau seines Landes gewidmet hatte, dem Ansturm der faschistischen deutschen Kriegsmaschinerie, der größten, die jemals in der Weltgeschichte mobilisiert wurde, standhalten und sie am Ende sogar besiegen konnte, indem sie die Rote Fahne mit Hammer, Sichel und Sowjetstern auf dem deutschen Reichstag in Berlin hissen konnte? – Diese Frage soll im Folgenden beantwortet werden:

Nachdem Hitlerdeutschland viele Jahre lang Kräfte ge­sammelt hatte, überfiel es tückisch und wortbrüchig das Sowjetland, das mit friedlicher Aufbauarbeit beschäftigt war. Die ganze Wucht ihrer Kriegsmaschine, die in vielen Jahr­zehnten geschaffen wurde, sowie der Armeen ihrer Vasallen und die Kapazität fast des gesamten Europas setzte die räuberische deutsche Regierung gegen die Sowjetunion ein. Das Sowjetland musste allein dem Ansturm eines Feindes standhalten, der stärker war als derjenige, gegen den im ersten Weltkriege sechs Großmächte kämpften und den zu zerschmettern es vier Jahre gemeinsamer Anstrengungen be­durft hatte.

Die Rote Armee hielt dem wütenden Ansturm der deutsch-faschistischen Armeen stand und brachte deren Vorrücken in den Weiten des Sowjetlandes zum Stillstand. Die Sowjetkrieger haben dem Gegner eine Niederlage bereitet, eine gewaltige Menge Menschen und Material des Gegners auf­gerieben und das gesamte Sowjetland von den Eindring­lingen gesäubert; sie sind in das Territorium Deutschlands eingerückt, haben gemeinsam mit den Alliierten die deutsch-faschistische Armee restlos zerschmettert und das Siegesbanner über Berlin gehisst. Die Rote Armee zerschmetterte die Verbündeten Deutschlands, die danach ihre Waffen gegen ihren ehemaligen Gebieter richteten. Die Sowjettrup­pen führten gemeinsam mit den anglo-amerikanischen Alliier­ten den vernichtenden Schlag gegen Japan. Die helden­mütige Sowjetische Armee war für die ganze Welt – die Befreiungsarmee. Die gesamte fortschrittliche Menschheit zollt ihr Achtung und Anerkennung.

Was hat sie zu diesem gigantischen Befreiungskampf be­seelt? Was hat diesen beispiellosen Erfolg des Sowjetvolkes in seinem Zweikampf gegen einen tückischen und starken Feind vorausbestimmt?

1. Die sowjetische Gesellschaftsordnung hat dem Sowjet­land und seinen Völkern eine große, unüberwindliche Kraft verliehen.

Durch die Große Sozialistische Oktoberrevolution wurde die Ausbeuterordnung beseitigt und eine neue Ordnung, die fortschrittlichste der Welt – die Sowjetordnung geschaffen. Nur im Sowjetland haben die werktätigen Massen, die ihre eigene Macht, eine Volksmacht, geschaffen haben, tatsächlich die Freiheit errungen und führen ein glückliches Leben. Zum ersten Mal in der Geschichte begann der Mensch für sich selbst, für die Gemeinschaft und nicht für die Ausbeuter zu arbeiten. Die Gesellschaftsordnung der Sowjetunion erwies sich als weit fortschrittlicher als die der fortgeschrittensten demokratischen Länder der Welt.

Arbeiten für den Sieg

Arbeiten für den Sieg

Die Sowjetmacht hat das Land in eine Großmacht ver­wandelt. Unter Anspannung aller Kräfte wurde vom Sowjet­volk eine leistungsfähige Industrie geschaffen. Nach der Durchführung der Stalinschen Fünfjahrespläne besaß das Land Industriezweige, die es im zaristischen Russland über­haupt nicht gegeben hatte: Werkbankbau, Traktoren- und Mähdrescherbau, Flugzeug- und Panzerindustrie. Die Sowjet­macht beseitigte die jahrhundertealte industrielle Rück­ständigkeit des Landes, unter der das Volk so gelitten und die zu mehreren Kriegsniederlagen Russlands geführt hatte. Das Sowjetvolk vermochte während des Großen Vaterlän­dischen Krieges seine Armee mit erstklassigem, modernem Kriegsmaterial mehr als reichlich auszustatten.

Auch für die Landwirtschaft erschlossen sich während der Sowjetzeit außerordentliche Möglichkeiten. Auf der Grund­lage der Industrialisierung des Landes schuf die Sowjetmacht die kollektive Großlandwirtschaft, die eine reibungslose Ver­sorgung der Armee und der Bevölkerung mit Lebensmitteln und der Industrie mit landwirtschaftlichen Rohstoffen ge­währleistete.

In den Stalinschen Planjahrfünften vollzog sich eine wahre Kulturrevolution im Lande. Das Analphabetentum wurde restlos liquidiert und die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Das wichtigste Ergebnis der im Lande durchgeführten Kul­turrevolution war die Entstehung der Sowjetintelligenz, was auch für die weitere Stärkung der Streitkräfte der UdSSR von enormer Bedeutung war.

Auch die militärische Rückständigkeit des Landes gehört der Vergangenheit an. Die Werktätigen der Sowjetunion sorgten, nachdem sie die Macht in ihre Hände genommen hatten, für eine zuverlässige Verteidigung des Vaterlandes. Die Erfahrung der Geschichte lehrt, dass die Aufstellung einer Armee langjährige Arbeit sowie Anstrengungen ganzer Generationen erfordert. Die Sowjetmacht löste jedoch diese Aufgabe in kürzester Frist. In weniger als einem Vierteljahrhundert wuchs und erstarkte die mächtige Rote Armee, die sich als fähig erwies, die deutsch-faschistische Kriegs­maschine zu zerschmettern.

So entfesselte die Sowjetmacht den Schöpfergeist der Millionenmassen, organisierte und lenkte deren Anstrengungen und beseitigte in kürzester Frist die Ursachen für die Schwäche des alten Russlands – seine politische, wirtschaft­liche, kulturelle und militärische Rückständigkeit. Die ganze Kraft und Stärke der sowjetischen Gesellschaftsordnung offen­barte sich anschaulich während des Großen Vaterländischen Krieges. »Der Krieg hat gezeigt«, sagte J. W. Stalin, »dass die sowjetische Gesellschaftsordnung eine wahrhafte Volks­ordnung ist, die aus dem Schoße des Volkes emporgewachsen ist und seine machtvolle Unterstützung genießt, dass die sowjetische Gesellschaftsordnung eine durchaus lebensfähige und stabile Form der Organisation der Gesellschaft ist.«

Kein Land der Welt hätte es vermocht, eine solche kolos­sale Anspannung an der Front und in der Heimat auszuhalten, wie sie der Sowjetunion zugemutet wurde. Die Sowjet­union hat jedoch nicht nur alle diese Prüfungen bestanden, sondern wurde mit jedem Kriegsmonat immer stärker.

Nachdem sie in der ersten Kriegsperiode die Industrie­bezirke einiger südlicher Gebiete – das Donezbecken, das Erzgebiet von Kriwoj Rog und die Ukrainischen Riesenwerke – eingebüßt hatte, ließ die Sowjetindustrie in ihrem Tempo nicht nach, wie das die deutsch-faschistischen Eindringlinge hofften. Von dem Gefühl des lebenspendenden sowjetischen Patriotismus beflügelt, erreichte die Arbeiterklasse der UdSSR unter Anspannung aller Kräfte eine starke Produk­tionssteigerung. Die Arbeiterklasse stellte sich die Aufgabe, die Front mit allem Notwendigen zu versorgen, um den Feind zu besiegen. Und diese Aufgabe wurde von ihr ehren­voll erfüllt.

Ein hohes Pflichtbewusstsein in bezug auf die Interessen des gesamten Volkes legte auch die Kollektivbauernschaft an den Tag. Im alten Russland war – genau so wie in allen anderen kapitalistischen Staaten — ein solcher patriotischer Schwung, wie der, von dem die Kollektivbauern der Sowjet­union erfasst wurden, etwas Unbekanntes. Die Kollektivbauern erfüllten nicht nur die Pläne zur Versorgung der Armee und des Hinterlandes, sondern gaben über den Plan hinaus Millionen von Tonnen Getreide und Milliarden von Rubeln aus ihren Ersparnissen für die Verteidigung des Staates. »Das«, sagte J. W. Stalin, »ist ein Ausdruck der Kraft und Lebensfähigkeit der Kollektivwirtschaftsordnung, des Patriotismus der Kollektivbauernschaft.«

Auch die Sowjetintelligenz marschierte mit den Arbeitern und den Kollektivbauern in gleichem Schritt. Durch ihre un­ermüdliche schöpferische Arbeit trug sie zum Sieg des Volkes bei.

Die gesamte fortschrittliche Menschheit neigt sich vor dem Arbeitsheroismus des Sowjetvolkes wie vor einem Wunder. Aber die Völker der Sowjetunion sind sich dessen bewusst, dass ihre Erfolge keine Wunder, sondern gesetzmäßige Er­gebnisse einer aufopfernden Arbeit, der weisen Politik der kommunistischen Partei und der genialen Stalinschen Füh­rung sind.

Der Krieg hat die ganze Überlegenheit der sowjetischen Gesellschaftsordnung über jede andere Gesellschaftsordnung gezeigt.

»Jetzt handelt es sich darum«, sagte J. W. Stalin, »dass die sowjetische Gesellschaftsordnung sich als lebensfähiger und stabiler erwiesen hat als die nichtsowjetische Gesell­schaftsordnung, dass die sowjetische Gesellschaftsordnung eine bessere Organisationsform der Gesellschaft ist als jeg­liche nichtsowjetische Gesellschaftsordnung.«

2. Die sowjetische Staatsordnung brachte der Sowjetunion den Sieg über den Feind. Die Geschichte kennt nicht wenig Versuche, einen Vielvölkerstaat zu bilden. Die meisten von ihnen wurden mit Waffengewalt geschaffen und zerfielen unter den Schlägen des Schwertes.

Wappen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

Wappen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

In der UdSSR wurde zum ersten Mal in der Weltgeschichte ein Vielvölkerstaat geschaffen, der sich auf dem Wege einer einträchtigen, gleichberechtigten Teilnahme an der Aufbauarbeit aller Völker entwickelt. Die unzerstörbare Stalinsche Freundschaft der Völker der UdSSR war bei der Erringung des Sieges von außerordentlicher Bedeutung. Mit dem russischen Volk an der Spitze und zusammen mit ihm kämpften Ukrainer und Bjelorussen, Georgier und Armenier, Usbeken und Tadshiken – alle Völker der riesigen Sowjet­union. Viele von ihnen haben früher an Kriegen nicht teil­genommen und verfügten über keine Kampferfahrung, weil die zaristische Regierung es fürchtete, ihnen Waffen in die Hände zu geben. Jetzt aber vollbrachten die Söhne dieser Völker auf den Schlachtfeldern Wunder an Tapferkeit. Aus ihrer Mitte gingen Helden der Sowjetunion hervor, wuchsen Kommandeure und Generale heran.

Die Freundschaft der Sowjetvölker wurde zu einer ge­waltigen Kraft. Auf einem Sechstel des Erdballs, das von vielen Völkern und Nationalitäten, die ihren Gebräuchen und Sitten, ihrem Kulturniveau und ihren Traditionen nach ver­schieden sind, bevölkert ist, wuchs das einheitliche Sowjetvolk heran, das sich eng um die Partei von Lenin und Stalin zusammenschloss.

An der Spitze der fest zusammengeschweißten Völkerfamilie steht das große russische Volk.

Beim Empfang im Kreml zu Ehren der Befehlshaber der Truppen der Roten Armee am 24. Mai 1945 brachte J. W. Stalin einen Trinkspruch auf das Wohl des russischen Volkes aus, »weil es die hervorragendste Nation unter allen zur Sowjetunion gehörenden Nationen ist«.

Im Laufe seiner reichen Geschichte – im Kampf gegen die raue Natur, im erbitterten Ringen gegen die Feinde innerhalb und außerhalb des Landes – hatte sich das rus­sische Volk die bemerkenswerten Eigenschaften erworben: klaren Verstand, standhaften Charakter und Geduld, sagte J. W. Stalin.

Das russische Volk hat seine Existenz im jahrhunderte­langen schweren Kampf gegen äußere Feinde ertrotzt. Es fing den Schlag der mongolischen Eroberer auf und bewahrte damit Europa vor dem Joch. Es brachte die Expansion der deutschen Ritter nach dem Osten zum Stehen. Es vernichtete die Heere Napoleons – eines Anwärters auf die Weltherr­schaft. Das russische Volk brachte eine Reihe glänzender Feldherren hervor: den Schöpfer der regulären Armee und Flotte – Peter I., den begabten Militärführer und Organi­sator der Armee – Rumjanzew, das russische Feldherrengenie Suworow und den Besieger Napoleons Kutusow.

Im Kampf gegen die Feinde der Werktätigen brachte das russische Volk solche Giganten des revolutionären Denkens wie Belinskij, Dobroljubow, Tschernyschewskij und den Pionier des Marxismus in Russland, Plechanow, hervor. Das russische Volk schenkte der Welt das größte Genie unserer Epoche, den Begründer des Sowjetstaates, Lenin. Die Arbeiter Russlands schufen die große Partei Lenins-Stalins, die die Werktätigen aller Völker Russlands zum Kampf gegen die volksfeindliche Regierung führte und einen völligen Sieg errang. Die Literatur und die Wissenschaft des russischen Volkes haben die Kultur aller Völker des Landes und der Welt befruchtet und – ihrerseits durch die Kultur der Völker Russlands und die Weltkultur bereichert – der Menschheit die großen Gelehrten und Schriftsteller Lomo­nossow und Mendelejew, Metschnikow und Pawlow, Pusch­kin und Lermontow, Tolstoi und Gorki sowie viele andere geschenkt.

Die ganze Fülle seiner Talente stellte das russische Volk während des Großen Vaterländischen Krieges unter Beweis. Beim Empfang zu Ehren der Befehlshaber der Truppen der Roten Armee sagte J. W. Stalin: „Ich bringe einen Toast auf das Wohl des russischen Volkes aus, weil es sich in diesem Kriege die allgemeine Anerkennung als die führende Kraft der Sowjetunion unter allen Völkern unseres Landes verdient hat.“

Das russische Volk hat sich mit Recht an die Spitze aller Völker der UdSSR gestellt.

„Von Russland, dem großen, auf ewig verbündet,
Steht machtvoll der Volksrepubliken Bastion.“

So heißt es in der Staatshymne der Sowjetunion.

3. Im Vaterländischen Kriege haben die sowjetischen Streitkräfte gesiegt. „Der Krieg hat gezeigt“, sagte J. W. Stalin, „dass die Rote Armee kein ‚Koloss auf tönernen Füßen‘ ist, sondern eine erstklassige Armee unserer Zeit, die eine durchaus moderne Bewaffnung, einen überaus erfahrenen Kommandobestand und hohe moralische und militärische Eigenschaften besitzt.“

Die Sowjetmacht hat die Armee mit vortrefflichem Kriegsmaterial versorgt. Die sowjetischen Panzer und Flugzeuge waren in ihrer Qualität den deutschen überlegen. Was die Menge der Waffen anbetrifft, so hat die Sowjetunion nach dem ersten Kriegsjahr, als die Verlagerung der Industrie nach dem Osten abgeschlossen war, auch in dieser Hinsicht ihren Gegner übertroffen.

Aber die Stärke der Sowjetischen Armee beruht nicht nur auf ihrer starken Kampftechnik. Natürlich spielen die Waffen in jedem Kriege eine gewaltige Rolle, und im modernen Kriege gewinnt die Ausrüstung der Armee mit Kriegsmaterial eine ganz besondere Bedeutung. Aber Kriegsmaterial allein bringt noch nicht den Sieg. Die Technik in den Händen eines Menschen, der nicht weiß, wofür er kämpft, ist keine vollwertige Waffe. Um alles aus ihr herauszuholen, was sie hergeben kann, muss der Krieger nicht nur die Technik selbst kennen und beherrschen, sondern auch wissen, wofür sie eingesetzt wird.

Die russischen Krieger waren stets für ihre Standhaftigkeit und ihre Kriegskunst bekannt. Sie haben viele ruhmreiche Seiten in die Geschichte ihres Volkes geschrieben. Die Feldzüge Suworows oder die Verteidigung von Sewastopol im Krim-Kriege 1853-1856 werden für ewig unvergäng­liche Vorbilder der Tapferkeit der Armee bleiben. Aber damals trat selten der Fall ein, dass die Kriegsziele den Soldaten am Herzen lagen. Die alte russische Armee war ein Werkzeug der Gutsherren und der Bourgeoisie, ein Werk­zeug für koloniale Versklavung vieler Völker des zaristischen Russlands. Sie stand im Dienst der zaristischen Raubpolitik. Da die russische Armee im Dienste einer fremden Sache und fremder Interessen stand, waren ihre gigantischen Kräfte gefesselt. Es war den fortschrittlichen Menschen des Landes und vor allem der Partei Lenins-Stalins klar, dass nur die sozialistische Revolution den mächtigen Geist des Volkes befreien und es seiner Armee möglich machen konnte, im Kampf um das Vaterland beispiellosen Mut an den Tag zu legen. Die große sozialistische Revolution schuf eine neue Armee und verwandelte sie aus einem Werkzeug zur Unterdrückung der Arbeiter und Bauern in ein Werkzeug zu deren Befreiung, in ein Bollwerk der Arbeiter- und Bauernmacht, in ein Bollwerk der Unabhängigkeit der Völker des Sowjet­landes. Die Stärke der Sowjetischen Armee beruht gerade darauf, dass das vortreffliche Kriegsmaterial in den Händen des politisch bewussten Kämpfers liegt, der sich volle Rechen­schaft darüber gibt, wofür er kämpft. Die Stärke der Roten Armee liegt darin, dass sie sich ihrer Ziele bewusst und den Ideen Lenins und Stalins treu ergeben ist.

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»Die Stärke der Roten Armee besteht vor allem darin«, sagte J. W. Stalin, »dass sie keinen Raubkrieg, keinen imperia­listischen Krieg, sondern einen Vaterländischen Krieg, einen gerechten, einen Befreiungskrieg führt … Der deutsche Soldat hat kein erhabenes und edles Kriegsziel, das ihn be­geistern und auf das er stolz sein könnte. Und umgekehrt, jeder beliebige Kämpfer der Roten Armee kann mit Stolz sagen, dass er einen gerechten, einen Befreiungskrieg, einen Krieg für die Freiheit und Unabhängigkeit seines Vater­landes führt. Die Rote Armee hat ihr edles und erhabenes Kriegsziel, das sie zu Heldentaten begeistert. Dadurch ist eigentlich auch zu erklären, dass der Vaterländische Krieg bei uns Tausende von Helden und Heldinnen hervorbringt, die bereit sind, für die Freiheit ihrer Heimat in den Tod zu gehen.«

Bei ihrem siegreichen Kampfe genoss die Sowjetische Armee eine uneingeschränkte Unterstützung der Volksmassen. Ohne Unterstützung des Hinterlandes kann man nicht kämpfen, das Hinterland stellt Ersatz und schickt Munition und Verpflegung. Im alten Russland aber hat das Hinterland, wie in jedem Klassenstaat, die Front nicht immer unterstützt. Eine solche Unterstützung wurde bei gerechten, bei Vater­ländischen Kriegen geleistet, wenn die Freiheit und nationale Unabhängigkeit des Landes bedroht war. Bei den weitaus meisten Kriegen, die vom Zarismus geführt wurden, be­sonders in den letzten anderthalb Jahrhunderten seines Be­stehens, brachte das Volk seine Unzufriedenheit mit der zaristischen Eroberungspolitik zum Ausdruck, wie das beim Russisch-Japanischen Kriege oder im ersten Weltkriege der Fall war.

Der Sieg der großen Oktoberrevolution hat das Ver­hältnis zwischen Front und Hinterland grundlegend ver­ändert. In der Sowjetunion waren Front und Hinterland eins. Alle Sowjetbürger leisteten ihren Beitrag zum Siege über die deutsch-faschistischen Eindringlinge.

Eine große Hilfe für die Rote Armee bedeutete der auf­opfernde Kampf der sowjetischen Partisanen im Rücken der deutsch-faschistischen Truppen. In der Geschichte der Völker der Sowjetunion hat die Partisanenbewegung nicht selten eine große Rolle gespielt. Es genügt, auf die Operationen der Partisanen während des Vaterländischen Krieges im Jahre 1812 hinzuweisen. Eine besondere Bedeutung hatte der Par­tisanenkampf bei dem Befreiungskrieg des Sowjetvolkes gegen die deutschen, englischen, japanischen, französischen und amerikanischen Interventen sowie die russische Konterrevolution in den Jahren 1918-1920. Die Erfahrungen des Partisanenkampfes, die Traditionen dieser heroischen Ver­gangenheit sind der sowjetischen Epoche in Fleisch und Blut übergegangen.

Der aufopfernde Kampf der Partisanen im Rücken der deutsch-faschistischen Armeen hat in der Geschichte nicht seinesgleichen. Die sowjetischen Partisanen ließen den Faschisten weder bei Tag noch bei Nacht Ruhe und zwangen sie, Dutzende von Divisionen von der Front abzuziehen, um das Hinterland zu bewachen. Die Partisanen haben aber nicht nur deutsche Kräfte gefesselt und dadurch den Kampf der Roten Armee erleichtert, sondern auch aktiv an deren Operationen teilgenommen: sie halfen beim Überqueren der Wasserhindernisse, verteidigten Brückenköpfe, die sie dem Feind entrissen hatten, und griffen den Feind unerwartet im Rücken an. Die Volksrächer eröffneten gegen die deutschen Eindringlinge eine innere Front, was auf den gesamten Kriegsverlauf einen starken Einfluss hatte.

Die Siege der Roten Armee wurden dank der sowje­tischen Kriegskunst errungen. Die schweren Niederlagen der deutschen Armee demonstrierten anschaulich, die Wirkungs­losigkeit der nazistischen Strategie. Im Kriege siegte die Stalinsche Strategie, die auf einer wissenschaftlichen Grund­lage aufgebaut ist. Jede der siegreichen Schlachten der Roten Armee wird unzweifelhaft Gegenstand eingehenden Stu­diums ganzer Generationen von Historikern sein.

Die Rote Armee hat gesiegt, weil sie es gelernt hatte, den Feind so zu schlagen, wie das die moderne Kriegskunst erfordert. Die sowjetischen Krieger wurden zu Meistern ihres Fachs und die Kommandeure zu Meistern der Truppenführung.

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass nur die weise Strategie der Obersten Führung der Roten Armee, sowie die wendige Taktik der Truppenkommandeure – der Voll­strecker des Willens der Obersten Führung – zu den von den Streitkräften der Sowjetunion errungenen historischen Siegen führen konnten und tatsächlich geführt haben. In ihren Reihen hatte die Rote Armee Heerführer neuen Typs, Feld­herrn der Stalinschen Kriegsschule – die Marschälle Wassilewskij, Konjew, Shukow, Rokossowskij, Woroschilow, Budjonnyj, Timoschenko, Goworow, Tolbuchin, Malinowskij, Merezkow, hervorragende Generale und Befehlshaber der Fronten Watutin, Tschemjachowskij, Jeremenko, Bagramjan und andere.

Den Gegner völlig zu zerschmettern, gelang der Roten Armee auch deshalb, weil die Sowjetunion im Kampf gegen Hitlerdeutschland nicht allein stand. Die richtige Außen­politik der Sowjetregierung gewährleistete dem Sowjetvolk die Unterstützung der gesamten fortschrittlichen Mensch­heit. Der heroische Kampf des jugoslawischen, tschecho­slowakischen, polnischen, französischen und anderer Völker Europas gegen die deutschen Okkupanten verschmolz mit dem Ringen der Sowjetvölker. Im Laufe des Krieges bildete und festigte sich die Anti-Hitler-Koalition, an deren Spitze die UdSSR, Großbritannien und die USA standen.

Die Sowjetunion erkämpfte den Sieg, weil die Partei von Lenin und Stalin, die Partei der Bolschewiki, die führende und lenkende Kraft, der organisierende Kern des Sowjet­volkes im Kampf gegen die faschistischen Eindringlinge war.

Die besten Kräfte der kommunistischen Partei wurden an die Front geschickt. Die Kommunisten kämpften in den ersten Reihen der Roten Armee. Sämtliche Kräfte der Partei waren darauf gerichtet, eine leistungsfähige Kriegswirtschaft zu schaffen und die Anstrengungen des Volkes zur Unter­stützung der Front zusammenzufassen.

»In den Tagen des Vaterländischen Krieges«, sagte J. W. Stalin, »steht die Partei vor uns als der Inspirator und Organisator des allgemeinen Volkskampfes gegen die faschistischen Okkupanten. Durch die Organisationsarbeit der Partei wurden alle Anstrengungen der Sowjetmenschen in eins zusammengefasst und auf das gemeinsame Ziel gelenkt, alle unsere Kräfte und Mittel der Zerschmetterung des Feindes dienstbar gemacht.«

Die Organisatoren des Kampfes der Sowjetarmee und des gesamten Sowjetvolkes gegen die faschistischen Eindring­linge waren die bedeutendsten Persönlichkeiten der kommu­nistischen Partei und des Sowjetstaates: Molotow, Kalinin, Woroschilow, Kaganowitsch, Shdanow, Andrejew, Mikojan, Schtscherbakow, Berija, Malenkow, Chruschtschow, Schwernik, Wosnessenskij, Bulganin, Kossygin und andere.

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Die Sowjetunion hat gesiegt, weil sie von J. W. Stalin, dem Steuermann des Sowjetlandes und dem großen Stra­tegen und Feldherrn, zum Siege geführt wurde. J. W. Stalin entwickelte den genialen Plan, wie der Krieg zu führen und der Sieg zu erringen ist. Unter seiner Führung zerschmetterte die Sowjetarmee die faschistischen Eindringlinge bei Moskau, bereitete die deutsche Katastrophe bei Stalingrad vor, schlug den Gegner in der Schlacht bei Bjelgorod und Kursk. Die Sowjetarmee verwirklichte die Pläne Stalins, als sie den Sowjetboden von den faschistischen Eindringlingen säuberte und sie endgültig auf ihrem eigenen Territorium zer­schmetterte.

Auszüge aus dem sowjetischen Buch Der große Vaterländische Krieg der Sowjetunion, dass 1947 im SWA-Verlag/Berlin als 4. Band in der Reihe “Das Sowjetland” erschienen ist.

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