Griechische Kommunisten ehren Aris Velouchiotis

Aris_velouchiotis_01Die griechischen Kommunisten gedachten am vergangenen Wochenende mit Massenkundgebungen in Arta, Lamia und Trikala des ersten Hauptmanns der griechischen Volksarmee (ELAS), der vor 70 Jahren, am 16. Juni 1945 in einem Gefecht mit regierungstreuen Paramilitärs, zusammen mit seinem Adjutanten Iavellas, fiel. Sein Kopf wurde abgeschnitten und der Öffentlichkeit, zur Abschreckung, auf dem Platz der Stadt Trikala zur Schau gestellt.

Aris Velouchiotis (Jahrgang 1905), der aus Lamia stammte, organisierte sich 1929 in der Kommunistischen Jugend. Während der Diktatur von Ioannis Metaxas (1936–1941) wurde er verhaftet und kam in Ägina ins Gefängnis. Er floh jedoch während seines Prozesses und wurde zu einem Kader der inzwischen verbotenen Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE): 1939 wurde er erneut verhaftet und auf Korfu inhaftiert.

Nach seiner Freilassung kämpfte Klaras ab 1940 als Feldwebel der Artillerie in der griechischen Armee an der albanischen Front gegen Mussolinis Armee, bis Griechenland im April 1941 durch den Angriff der Wehrmacht zur Kapitulation gezwungen wurde.

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion, wurde Klaras, der sich schon länger für die Aufnahme des Partisanenkriegs gegen die Besatzer ausgesprochen hatte, von der Kommunistischen Partei nach Zentralgriechenland geschickt, um die Voraussetzungen für einen Partisanenkrieg gegen die Nazis zu prüfen. Auf der Grundlage seiner Ergebnisse schickte die Parteiführung Klaras im Januar 1942 in die Berge, wo er mit dem Aufbau der Partisanenstreitkräfte begann. Am 7. Juni 1942 traten zum ersten Mal Partisanen unter seiner Führung im Dorf Domnista (Evritania) in Zentralgriechenland in Aktion.

Eine der wichtigsten Operationen der von Velouchiotis geführten Einheit, war die Sprengung der Gorgopotamos-Brücke südlich von Lamia im November 1942. Der Erfolg der Aktion behinderte unter anderem für mehrere Tage den Nachschub der deutschen Truppen in Nordafrika, hatte darüber hinaus jedoch für die Möglichkeit des Widerstands gegen das vermeintlich übermächtige faschistische Besatzungsregime auch eine hohe symbolische Bedeutung.

Im Oktober des Jahres 1944 mussten die Nazis aus Griechenland abziehen. Velouchiotis, der die „Vereinbarung von Varkiza“ zwischen der ELAS und ihrer Überorganisation EAM mit der zurückgekehrten Exilregierung unter Georgios Papandreou scharf ablehnte, kehrte in die zentralgriechischen Berge zurück, um den Widerstand gegen die eingesetzte Regierung und die britischen Quasi-Besatzungstruppen zu organisieren. Obwohl die meisten seiner Verbündeten ihn verlassen hatten, setzte er den Partisanenkampf von dort, bis zu seinem Tod fort.

„Aris Velouchiotis war Kommunist. Der Marxismus-Leninismus war sein Weltbild. Das war die Wurzel seines geschärften Klasseninstinkts, seines unerschütterlichen Glaubens an die gerechte Sache des Volkes und die politische Einsicht, die ihn charakterisiert, auch wenn er selbst nicht frei von den Schwierigkeiten der Bildung einer vollständig richtigen Strategie, von Illusionen und Irrtümern war, die die internationale und auch die griechische kommunistische Bewegung hatte.

Aris war ein Mann des Volkes, mit der Fähigkeit, unter den Massen wohlmeinend, vielseitig, aber auch hartnäckig in seinen Ansichten, zu arbeiten. Er war ein guter Organisator und Propagandist. Er war sehr dynamisch und hatte großes Vertrauen in die gerechte Sache des Volkes.

Aris war ein Produkt seiner Zeit. Seine Charakteristik spiegelt den harten Kampf zwischen den beiden Welten.

Aris Velouchiotis, der erste Hauptmann der ELAS, starb nicht. Er lebt in uns. Diejenigen, die versuchten und weiterhin versuchen, seinen Beitrag und sein tragisches Ende, für ihre Zwecke auszubeuten, dürfen das nicht vergessen: Aris war Kommunist, er blieb seiner Partei im Sinne der Ideologie und Ideale der KKE bis zu seinem letzten Atemzug treu.“ 

Dimitris Koutsoumpas, GS des ZK der KKE.

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Eine Antwort zu Griechische Kommunisten ehren Aris Velouchiotis

  1. sascha313 schreibt:

    Hat dies auf Sascha's Welt rebloggt und kommentierte:
    Die Kommunistische Partei Griechenlands (Kommunistikó Kómma Eládas – KKE) wurde im November 1918 gegründet.. Sie mußte seit ihrer Gründung dreimal in die Illegalität gehen (während der Pangalos-Diktatur 1925-1926, unter der monarcho-faschistischen Metaxas-Diktatur und während der faschistischen Okkupation 1936-1944 sowie seit Oktober 1947 bis zum Sturz der Obristenherrschaft 1974). Die KKE verfolgt eine klare und konsequente Politik, die auf den Prinzipien des Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus beruht. Im Ergebnis der Parlamentswahlen von 1981 konnte sie ihre Stellung als dritte politische Hauptkraft Griechenlands ausbauen. Ihr Einfluß auf das politische und gesellschaftliche Leben ist bedeutend größer, als es sich im Wahlergebnis niederschlägt (verstärktes Verhältniswahlsystem, dadurch Begünstigung der stärksten Partei). Ihre Politik ist auf die Durchsetzung realer Veränderungen gerichtet… (Quelle: Länder der Erde, Verlag Die Wirtschaft, Berlin/DDR, 1985).

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