Zum 70. Jahrestag des Sieges über den Faschismus: Die Zerschmetterung der japanischen Imperialisten

japan

Mit der Niederlage Nazideutschlands war der Herd der Weltaggression im Westen beseitigt. Aber im Fernen Osten tobte der Krieg fort, der von dem Hauptverbündeten Hitler­deutschlands, dem imperialistischen Japan, entfesselt wor­den war.

Die japanischen Imperialisten trugen sich seit langem mit Eroberungsplänen, die gegen die Sowjetunion gerichtet waren. Sie hatten mehr als einmal versucht, sich auf Kosten des sowjetischen Territoriums zu bereichern. Aber alle diese Ver­suche endeten unvermeidlich mit einem Fiasko. Die Inter­vention in den Jahren 1918—1922 brachte einen Misserfolg: in schwerem, erbittertem Ringen verteidigte die junge Rote Armee den sowjetischen Fernen Osten und warf die japani­schen Eindringlinge hinaus. Sieben Jahre später versuchten die Japaner im Jahre 1929 mit Hilfe chinesischer Militaristen, die Stärke der Sowjetunion zu sondieren. Aber die sowjetische Fernöstliche Armee versetzte den japanischen Söldlingen einen solchen Schlag, dass ihre Auftraggeber für fast weitere zehn Jahre zur Räson gebracht wurden. Die japanischen Im­perialisten hatten sich überzeugt, dass sie mit eigenen Kräf­ten ihre Raubziele nicht erreichen konnten; man musste ein geeignetes Aufmarschgebiet für den Überfall schaffen und sich der Unterstützung irgendeiner Großmacht, am besten in Europa, vergewissern. Im Jahre 1931 besetzten die Japaner die Mandschurei. Ein Aufmarschgebiet, von dem aus man sowohl gegen China als auch gegen die Sowjetunion operieren konnte, fiel in die Hände der japanischen Imperialisten. Die Regierung des Sowjetlandes begriff wohl, was Japan plante. Ende 1931 schlug die sowjetische Regierung Japan vor, einen Nichtangriffspakt abzuschließen. Im nächsten Jahr wurde das Angebot wiederholt, aber die japanische Regierung antwortete mit einer Ablehnung und bestätigte dadurch, dass sie in der Tat die Mandschurei gegen die UdSSR auszunutzen beabsichtige. Im Jahre 1936 unterzeichneten Japan und Deutschland den »Antikominternpakt«, ein Abkommen über den Kampf gegen die Komintern, wie es offiziell hieß. In Wirklichkeit war es ein gegen die demokratischen Länder und vor allem gegen die Sowjetunion gerichtetes Bündnis. Bei dem Gerichtsprozess gegen die japanischen Militaristen in Tokio im Jahre 1946 stellte sich heraus, dass der »Anti­kominternpakt« eine Geheimklausel enthielt, die gegen die Sowjetunion gerichtet war.

Nachdem sie ein Aufmarschgebiet erobert hatten, beschlos­sen die japanischen Imperialisten, ihre Kräfte erneut zu ver­suchen. Im Jahre 1938 organisierten die Japaner einen räube­rischen Überfall auf die Sowjetunion im Raum des Chassansees, stießen aber auf eine entschlossene Abwehr. Im Jahre 1939 begannen sie eine größere Operation im Raum der Mongolei in der Hoffnung, zum Baikalsee durchbrechen zu können, und erlitten erneut eine Niederlage. Der Schlag der Roten Armee bei Chalchin-Gol war so vernichtend, dass die japanischen Imperialisten auch nach dem Überfall Hitler­deutschlands auf das Sowjetland nicht wagten, die Sowjet­union anzugreifen, obwohl sie einen Bündnispakt mit dem faschistischen Deutschland abgeschlossen hatten. Bis zum Jahre 1940 hatten die japanischen Generale den operativen Plan eines Überfalls auf die UdSSR ausgearbeitet. Es war vorgesehen, den Angriff an drei Fronten zu führen. Die eine Front hatte die Aufgabe, Chabarowsk einzunehmen, die Nörd­liche Front sollte gegen Wladiwostok und weiter in Richtung der Stadt Swobodnyj operieren, und die Westliche Front schließlich war gegen Tschita gerichtet, um das gesamte Sowjetterritorium bis zum Baikalsee zu erobern. Der Opera­tionsplan war durch den japanischen Kaiser bestätigt worden. Im Sommer 1941, nach Hitlers Überfall auf die Sowjetunion, arbeiteten die japanischen Generale ihren operativen Plan bis in die Einzelheiten aus und nannten ihn »Kan-Toku-en« – »Besondere Manöver der Kwantung-Armee«. Die Japaner entfalteten eine fieberhafte Tätigkeit, um ihren Plan zu verwirklichen. Es wurden Stäbe geschaffen, neue Truppen­teile der Kwantung-Armee aufgestellt, Munition heran­gebracht Genau so wie die Nazis hatten die japanischen Generale im voraus eine Sonderkommission geschaffen, die den Auftrag erhielt, das System des zukünftigen Besatzungs­regimes auf sowjetischem Territorium auszuarbeiten. Aber obwohl die Nazis auf einem Eingreifen Japans gegen die Sowjetunion bestanden, zeigte dieses keine Eile. Die japani­schen Imperialisten warteten ab, bis Deutschland der Sowjet­union – wie sie es fest glaubten – eine Niederlage bereiten oder zumindest diese schwächen würde, erst dann gedachten sie, sich in den Krieg einzumischen. Im Dezember 1941 überfiel Japan die USA und England. Aber gleichzeitig rüstete es sich sorgfältig zum Überfall auf die Sowjetunion. Die Japaner unterhielten an der Sowjetgrenze eine riesige Armee und zwangen die Sowjetunion, Gegenmaßnahmen zu treffen. In der schwersten Periode der Kampfhandlungen an der sowjetisch-deutschen Front hatte das sowjetische Kommando keine Möglichkeit, seine Kräfte vom Fernen Osten abzuziehen. Dadurch unterstützten die Japaner ihre hitlerischen Verbün­deten und erschwerten die Lage der Sowjetunion. Im Juli 1942, als die Nazis nach Stalingrad vorstießen, hat­ten die Japaner ihre Armeen vollständig mobilisiert und warteten auf den Fall von Stalingrad, um über die Sowjet­union herzufallen. Nach dem deutschen Fiasko an den Mauern dieser Heldenstadt verstärkte die japanische Militärclique erneut die Kwantung-Armee, deren Stärke bis auf 1,1 Mil­lionen Mann gebracht wurde.

Die Japaner schufen an den sowjetischen fernöstlichen Grenzen eine äußerst gespannte Lage. Die japanische Presse führte eine antisowjetische Kampagne durch. Die japanische Administration hielt die Sowjetdampfer und -schiffe, die aus den Vereinigten Staaten unterwegs waren, zurück. Die. Japaner verhinderten die Lieferungen von Munition durch die Alliierten nach Wladiwostok. Die amerikanischen und britischen Schiffe waren gezwungen, die Route nach Mur­mansk und Archangelsk zu wählen, einen schweren und ge­fährlichen Weg, auf dem ihnen die deutschen U-Boote, Kreuzer und Flugzeuge auflauerten.

Sogar als Hitlerdeutschland, durch die Schläge der Sowjet­truppen erschüttert, am Rande der Katastrophe stand, stellte Japan seine feindliche Aktivität gegen die Sowjetunion durch­aus nicht ein. Das zwang die Sowjetregierung, den Neutrali­tätspakt mit Japan zu kündigen.

Auch nach der Kapitulation Hitlerdeutschlands änderte sich die Lage nicht. Japan setzte den Krieg hartnäckig fort, wobei die Spannung im Fernen Osten nicht nachließ. Ihrer tückischen Politik treu, wandte sich Japan im Juli 1945 an die Sowjetunion mit der Bitte um Vermittlung bei der Errich­tung des Friedens im Fernen Osten. Das war ein offenbarer Versuch Zeit zu gewinnen und unter dem Vorwand von Besprechungen die Kräfte für die Fortsetzung des Krieges umzugruppieren. Die Sowjetunion brachte das provokatorische Spiel Japans zum Scheitern. Eine solche Bedrohung im Osten konnte nicht mehr geduldet werden; es konnte nicht zu­gelassen werden, dass die Menschheit weiterhin im Feuer des Krieges verbleiben und unzählige Opfer bringen sollte. Ihrer Bündnispflicht getreu, schloss sich die UdSSR der Potsdamer Erklärung der USA, Großbritanniens und Chinas vom 26. Juli 1945 an, die eine bedingungslose Kapitulation Japans forderte. Die Regierung der Sowjetunion erklärte, dass die UdSSR sich vom 9. August an im Kriegszustand mit Japan befinden würde.

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Das Foto zeigt den Mar­schall der Sowjetunion Alexander Michailowitsch Wassilewski im Gespräch mit dem Marschall der Sowjetunion Semjon Michailowitsch Budjonny im Donbass im Jahr 1943.

An die Spitze der Armeen im Fernen Osten wurde Mar­schall der Sowjetunion Wassilewskij gestellt. Die Offensive entwickelte sich in mehreren Richtungen. Die Truppen der 1. Fernöstlichen Front unter dem Befehl des Marschalls der Sowjetunion Merezkow griffen aus dem Küstengebiet an, aus dem Raum von Chabarowsk stießen die Truppen des Armeegenerals Purkajew, der die 2. Fernöstliche Front befehligte, vor. Die Truppen des Marschalls der Sowjetunion Malinowskij, des Befehlshabers der Transbaikalienfront, rückten ungestüm in den Rücken der japanischen Armee vor.

Obwohl sich die Japaner zum Krieg im Fernen Osten un­unterbrochen gerüstet hatten, hatte die Rote Armee ihre für lange Zeit berechneten Verteidigungsstellungen rasch durch­brochen und einen so wuchtigen Schlag geführt, dass der Feind nicht standhalten konnte. Bereits von den ersten Kriegs­tagen an wurde es klar, dass die größte japanische Heeres­gruppe, die Kwantung-Armee, zur vollen Zerschmetterung verurteilt war. Japan beschloss, zu kapitulieren. Auf diese Weise hat der Eintritt der Sowjetunion in den Krieg mit Japan die Lage im Fernen Osten entscheidend verändert und das Eintreten des Friedens in der ganzen Welt beschleunigt.

Aber auch im Augenblick des Zusammenbruchs verzichteten die japanischen Faschisten auf ihre beliebte Methode der Provokation nicht. Das japanische Kommando willigte in die Kapitulation ein, ordnete aber gleichzeitig einen Gegen­angriff an. Es war ein neuer Schlag der Roten Armee er­forderlich, um die Provokateure zur Vernunft zu bringen. Die tapferen Sowjettruppen wiesen den japanischen Gegen­angriff zurück und traten zu einer wuchtigen Offensive an. Die Japaner wurden zerschmettert. Ein Teil der Divisionen wurde eingekesselt und gefangengenommen. Das japanische Kommando beeilte sich, seinen Truppen den Befehl zur Waffenstreckung zu geben.

Nun war die Zeit gekommen, um den japanischen Eindring­lingen die Rechnung vorzulegen, die in den langen Jahren militärischer Provokationen und Intrigen aufgelaufen war.

»Vierzig Jahre«, sagte J. W. Stalin, »haben wir, Menschen der alten Generation, auf diesen Tag gewartet. Und nun ist dieser Tag gekommen.« Das russische Volk hat sich niemals mit der Niederlage im Russisch-Japanischen Kriege abgefun­den, als Japan sich auf Süd-Sachalin und auf den Kurilen­inseln festsetzte. Damit wurde Russland vom Ozean und folg­lich auch von den Häfen der Kamtschatka- und Tschuktschen-Halbinsel abgeschnitten.

»Die Niederlage der russischen Truppen im Jahre 1904, im Russisch-Japanischen Kriege, ließ im Bewusstsein des Vol­kes schwere Erinnerungen zurück. Diese Niederlage lastete auf unserem Lande als ein schwarzer Fleck. Unser Volk glaubte daran und wartete darauf, dass der Tag kommt, da Japan geschlagen und der Fleck getilgt wird.« (Stalin.)

Das Sowjetvolk hat den schwarzen Fleck beseitigt. Süd-Sachalin und die Kurileninseln kehrten zur Sowjetunion zurück.

Beide Aggressionsherde – im Osten und im Westen – waren liquidiert. Der Friede war gekommen.

»Unser Sowjetvolk«, sagte J. W. Stalin, als er am 2. Sep­tember 1945 die Sowjetmenschen zum Siege über Japan beglückwünschte, »hat für den Sieg weder Kräfte noch Mühe gescheut. Wir haben schwere Jahre durchgemacht. Jetzt aber kann jeder von uns sagen: wir haben gesiegt. Von nun an können wir unser Vaterland als befreit ansehen von der Bedrohung durch eine deutsche Invasion im Westen und eine japanische Invasion im Osten. Der lang erwartete Friede für die Völker der ganzen Welt ist angebrochen.«

Auszüge aus dem sowjetischen Buch Der große Vaterländische Krieg der Sowjetunion, dass 1947 im SWA-Verlag/Berlin als 4. Band in der Reihe „Das Sowjetland“ erschienen ist.

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