Beitrag zu den verlogenen „Einheitsfeiern“ in Dresden: Die Spalter saßen im Westen!

Erklärung des Politbüros der SED anlässlich der Überreichung einer Note der Regierung der UdSSR an die Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs über die deutsche Frage am 1. Oktober 1949:

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Gromyko (4. von rechts) während der Potsdamer Konferenz im Juli 1945

Der stellvertretende sowjetische Außenminister Gromyko hat am 1. Oktober dieses Jahres auf Anweisung der Regierung der UdSSR den Botschaftern der USA und Großbritanniens und dem Geschäftsträger Frankreichs in der Sowjetunion gleichlautende Noten über die deutsche Frage überreicht.

In dieser Note der Sowjetunion wird die Tatsache festgestellt, dass die Bildung einer Separatregierung für die Westzonen. Deutschlands die Vollendung der Politik der Spaltung Deutschlands bedeutet, wie sie in den vergangenen Jahren Von den Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs unter Verletzung des Potsdamer Abkommens verfolgt wurde. Durch die Errichtung einer Separatregierung für Westdeutschland verletzten die drei genannten Mächte ebenfalls die Beschlüsse, die im Juni dieses Jahres auf der Pariser Sitzung der Außenminister gefasst worden waren. Die Regierung der UdSSR stellt in ihrer Note vom 1. Oktober fest: 

„Die Sowjetregierung hält es für notwendig, die Aufmerksamkeit auf die außerordentlich ernste Verantwortung zu lenken, die auf die Regierung der USA im Zusammenhang mit der Politik in Deutschland fällt, wie sie von den USA gemeinsam mit Großbritannien und Frankreich verfolgt wird, einer Politik, die zur Bildung der antinationalen Separatregierung in Bonn geführt hat, welche die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz über den demokratischen Wiederaufbau und über die Entmilitarisierung Deutschlands sowie die Deutschland auferlegten Verpflichtungen feindselig betrachtet, was mit den Interessen der friedliebenden Völker Europas unvereinbar ist.“

„Die Sowjetregierung hält es gleichzeitig für notwendig, festzustellen, dass jetzt, insofern, als die oben erwähnte Separatregierung in Bonn gebildet worden ist, eine neue, Lage, in Deutschland geschaffen wurde, die der Erfüllung der Aufgaben zur Wiederherstellung der Einheit Deutschlands als eines demokratischen und friedlichen Staates und der Sicherung der Erfüllung der Verpflichtungen seitens Deutschlands, die Deutschland durch das Potsdamer Abkommen der vier Mächte auferlegt worden sind, besonders große Bedeutung verleiht.“

Das Politbüro der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands hat in seiner Sitzung vom 3. Oktober zur Note der Sowjetregierung vom 1. Oktober über die deutsche Frage Stellung genommen und erklärt dazu folgendes: In dem Abkommen von Potsdam, das von den Regierungen der UdSSR, der USA und Großbritanniens gemeinsam beschlossen worden ist und dem sich die Regierung Frankreichs angeschlossen hat, verpflichteten sich diese Mächte, Deutschland als eine Einheit zu behandeln, seine Umwandlung in einen demokratischen und friedlichen Staat zu erleichtern und den Abschluss eines Friedensvertrages mit Deutschland vorzubereiten.

Unter Bruch dieser Verpflichtungen und unter gröbster Verletzung der Zusicherungen, die damit dem deutschen Volke gegeben worden waren, sowie im schärfsten Gegensatz zu den feierlichen Erklärungen, die die Regierungen der westlichen Großmächte wiederholt im Verlaufe des zweiten Weltkrieges über die Ziele der Vereinten Nationen im Kampfe gegen Hitlerdeutschland und den faschistischen Aggressorenblock abgegeben hatten, haben die Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs bereits seit dem Jahre 1946 eine Politik der Spaltung Deutschlands und der Kolonisierung Westdeutschlands durchgeführt, die im schärfsten Gegensatz zu den Interessen des deutschen Volkes und zur Aufgabe der Demokratisierung und Entmilitarisierung Deutschlands steht und damit auch den Interessen aller demokratischen und friedliebenden Nationen widerspricht.

Die in der Note der Sowjetregierung vom 1. Oktober über die deutsche Frage getroffenen Feststellungen über diese Politik der Spaltung Deutschlands und der Schaffung eines von den westlichen imperialistischen Mächten abhängigen separaten, westdeutschen Marionetten-„Staates“ entsprechen, wie dem deutschen Volke hinreichend bekannt ist, voll und ganz den Tatsachen.

Damit ist die Schuld und Verantwortung der Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs und ihrer deutschen Helfershelfer an der Spaltung Deutschlands mit allen ihren für das deutsche Volk verhängnisvollen Folgen eindeutig festgestellt.

Die Regierung der Sowjetunion hat, getreu den Worten Generalissimus Stalins, dass die Hitler kommen und gehen, das deutsche Volk, der deutsche Staat aber bleiben, das Potsdamer Abkommen unterzeichnet, um es in die Tat umzusetzen, dem deutschen Volke die Möglichkeit zu geben, in den Kreis der friedliebenden Nationen als gleichberechtigtes Mitglied zurückzukehren und die Unabhängigkeit eines einheitlichen, demokratischen und friedlichen Deutschlands wiederherzustellen. In Übereinstimmung mit den berechtigten nationalen Belangen des deutschen Volkes und den Interessen aller Völker an einer friedlichen, demokratischen Entwicklung Deutschlands, hat die Regierung der Sowjetunion wiederholt den Regierungen der Westmächte Vorschläge gemacht, die darauf gerichtet waren, das Abkommen von Potsdam zu verwirklichen und die Einheit Deutschlands wiederherzustellen. Unermüdlich hat die Sowjetregierung mit Stalin an der Spitze den Kampf gegen die Spaltung Deutschlands geführt. Vor mehr als zwei Jahren hat die Sowjetregierung den Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs vorgeschlagen, die Maßnahmen zu treffen, die für die Schaffung der Regierung eines demokratischen Deutschlands nötig sind, sowie mit der Ausarbeitung des Entwurfs eines Friedensvertrages für Deutschland zu beginnen. Zuletzt hat die Sowjetregierung auf der Pariser Tagung der Außenminister im Juni dieses Jahres vorgeschlagen, einen gesamtdeutschen Staatsrat zu bilden, der als ein Wirtschafts- und Verwaltungszentrum mit Regierungsfunktionen der erste Schritt zur Bildung einer gesamtdeutschen demokratischen Regierung hatte werden können. Aber alle diese Vorschläge der Sowjetregierung, die von allen wahrhaft demokratischen und patriotischen Kräften des deutschen Volkes lebhaft begrüßt und unterstützt wurden, sind von den Regierungen der westlichen imperialistischen Großmächte zurückgewiesen worden.

Damit wird erneut bestätigt, dass von allen Großmächten nur die UdSSR ein Freund der Einheit und Unabhängigkeit eines demokratischen Deutschlands, ein Freund der Millionenmassen der Werktätigen Deutschlands ist, die in Ruhe und Frieden leben wollen und auf die Einhaltung des Potsdamer Abkommens bestehen.

Der Imperialismus der Vereinigten Staaten aber und seine imperialistischen Verbündeten, die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs, sind Feinde des deutschen Volkes, die die Einheit unseres Vaterlandes sprengen, die westlichen Besatzungszonen Deutschlands der kolonialen Unterdrückung unterwerfen und Westdeutschland in einen Brückenkopf für die aggressiven Kriegspläne des Dollarimperialismus gegen die demokratische Ordnung in der Ostzone, gegen die Länder der Volksdemokratie und gegen die UdSSR, das Land des Sozialismus und der Vorkämpfer des Weltfriedens, verwandeln.

Die sogenannte „Bonner Verfassung“, die, wie in der Note der Sowjetregierung vom 1. Oktober dieses Jahres zutreffend festgestellt wird, nur ein Anhängsel des dem deutschen Volke aufgezwungenen Besatzungsstatuts der Westmächte ist, und die Bonner Marionetten-„Regierung“ finden nicht die Billigung und Unterstützung westdeutschen Volkes, das um seine Meinung über diese Machinationen gar nicht befragt worden ist, sondern werden lediglich von einer kleinen Gruppe besonders ausgesuchter alter reaktionärer politischer Figuren Westdeutschlands gestützt, die gestern Diener Hitlerdeutschlands waren und heute bezahlte Werkzeuge der ausländischen imperialistischen Finanzkreise sind. Es ist Landesverrat, der von allen den reaktionären deutschen Politikern begangen wird, die den amerikanischen Imperialismus bei der Spaltung Deutschlands und der Schaffung eines separaten, von den Gnaden des Dollarimperialismus abhängigen westdeutschen Marionetten-„Staates“ unterstützen.
Das nationale Interesse des deutschen Volkes erfordert den schärfsten Kampf aller patriotischen Kräfte, die für die Einheit und Unabhängigkeit eines demokratischen Deutschlands eintreten, gegen die Versklavung und Aggressionspolitik des amerikanischen Imperialismus und seiner deutschen Helfershelfer, der alten Verderber Deutschlands, der Herren der Schwerindustrie und Großbanken, sowie der Spaltungspolitiker in den Reihen der westdeutschen Parteien.

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9. Tagung des Deutschen Volksrates am 7. Oktober 1949

Die Antwort des deutschen Volkes auf die in der Note der Sowjetregierung vom 1. Oktober dieses Jahres angeprangerte Vollendung der Politik der Spaltung Deutschlands durch die imperialistischen Westmächte muss der Zusammenschluss in der Nationalen Front des demokratischen Deutschlands sein, die für die Wiederherstellung der Einheit Deutschlands, für den Abschluss eines gerechten Friedensvertrages und den Abzug aller Besatzungstruppen kämpft!

Das Politbüro der SED erklärt, dass die Note der Sowjetregierung vom 1. Oktober dieses Jahres an die Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs über die deutsche Frage ein neuer, wertvoller Schritt der Sowjetregierung um Unterstützung des Kampfes unseres deutschen Volkes um die Einheit und demokratische friedliche Entwicklung Deutschlands darstellt. Es dankt im Namen des werktätigen deutschen Volkes und aller deutschen Demokraten und Patrioten für diese Unterstützung, die uns die Garantie des unausbleiblichen endgültigen Erfolges unserer gerechten Sache ist.

Nieder mit dem Besatzungs- und Ruhrstatut!

Nieder mit der Spaltungs- und Kriegspolitik des amerikanischen Imperialismus und seiner „deutschen“ Agenten!

Es lebe der Kampf um ein einheitliches, demokratisches und friedliches Deutschland!

Politisches Büro der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands

Berlin, den 3. Oktober 1949.

Zitiert nach: Neues Deutschland, 04.10.1949, Jahrgang 4, Ausgabe 232

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Ansprache des Genossen J.W. Stalin an das Volk vom 2. September 1945

Genossen!

Mitbürger und Mitbürgerinnen!

Heute, am 2. September, haben Japans Staats- und Militärvertreter die Urkunde der bedingungslosen Kapitulation unterzeichnet. Zu Wasser und zu Lande aufs Haupt geschlagen und durch die Streitkräfte der Vereinten Nationen von allen Seiten eingekreist, hat sich Japan als besiegt bekannt und die Waffen gestreckt.

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Unterzeichnung der japanischen Kapitulationserklärung

Zwei Herde des Weltfaschismus und der Weltaggression hatten sich am Vorabend dieses Weltkrieges gebildet: Deutschland im Westen und Japan im Osten. Sie waren es, die den zweiten Weltkrieg entfesselt haben. Sie waren es, die die Menschheit und ihre Zivilisation an den Rand des Verderbens gebracht haben. Der Herd der Weltaggression im Westen wurde vor vier Monaten liquidiert, wodurch Deutschland sich gezwungen sah, zu kapitulieren. Vier Monate später wurde der Herd der Weltaggression im Osten liquidiert, wodurch Japan, der Hauptverbündete Deutschlands, sich gleichfalls gezwungen sah, die Kapitulation zu unterzeichnen.

Das bedeutet, dass das Ende des zweiten Weltkrieges gekommen ist.

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Siegesparade in Chungking am 3. September 1945

Jetzt können wir sagen, dass die für den Frieden in der ganzen Welt notwendigen Voraussetzungen bereits errungen sind.

Es muss gesagt werden, dass die japanischen Okkupanten nicht nur unseren Verbündeten – China, den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien – Schaden zugefügt haben. Sie haben auch unserem Lande überaus ernsten Schaden zugefügt. Darum haben wir noch unsere besondere Rechnung mit Japan zu regeln.

Japan begann mit seiner Aggression gegen unser Land bereits 1904 im Russisch-Japanischen Krieg. Bekanntlich machte sich Japan im Februar 1904, als die Verhandlungen zwischen Japan und Rußland noch andauerten, die Schwäche der Zarenregierung zunutze, überfiel unerwartet und treubrüchig ohne Kriegserklärung unser Land und griff das russische Geschwader im Raum Port-Arthur an, um mehrere russische Kriegsschiffe außer Gefecht zu setzen und damit eine vorteilhafte Lage für seine eigene Flotte zu schaffen. Japan setzte tatsächlich drei erstklassige Kriegsschiffe Rußlands außer Gefecht. Kennzeichnend ist, dass Japan siebenunddreißig Jahre später gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika dieses treubrüchige Verfahren genau wiederholte, als es 1941 den Flottenstützpunkt der Vereinigten Staaten von Amerika in Pearl-Harbour überfiel und eine Anzahl von Linienschiffen dieses Staates außer Gefecht setzte. Bekanntlich erlitt Rußland damals im Krieg gegen Japan eine Niederlage. Japan aber nutzte die Niederlage des zaristischen Rußlands aus, um Rußland Süd-Sachalin abzunehmen, sich auf den Kurilen festzusetzen und auf diese Weise unserem Lande im Osten alle Ausgänge nach dem Ozean und folglich auch alle Ausgänge nach den Häfen Sowjet-Kamtschatkas und der sowjetischen Tschuktschen-Halbinsel fest zu verschließen. Es war klar, dass Japan sich die Aufgabe stellte, von Rußland dessen ganzen Fernen Osten loszureißen.

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Weibliche Soldaten der alliierten Streitkräfte der Antifaschistischen Koalition bei der Siegesparade in Chungking am 3. September 1945 feiern den Sieg über Japan

Damit jedoch waren die annektionistischen Aktionen Japans gegen unser Land nicht erschöpft. 1918, nach Errichtung der Sowjetordnung in unserem Lande, machte sich Japan die damalige feindliche Haltung Englands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten von Amerika gegenüber dem Sowjetlande zunutze, überfiel, auf diese Länder gestützt, erneut unser Land und okkupierte den Fernen Osten. Vier Jahre lang marterte Japan unser Volk und plünderte den sowjetischen Fernen Osten.

Doch auch das ist nicht alles. 1938 überfiel Japan im Raum des Chassansees bei Wladiwostok von neuem unser Land, um Wladiwostok einzukreisen; im darauf folgenden Jahre wiederholte Japan seinen Überfall dann an einer anderen Stelle, im Raum der Mongolischen Volksrepublik bei Halchin-Gol, mit dem Ziel, nach dem Sowjetterritorium durchzubrechen, unsere Sibirische Eisenbahnlinie zu durchschneiden und den Fernen Osten von Rußland abzuschneiden.

Allerdings wurden die Angriffe Japans im Räume Chassan und Halchin-Gol von den Sowjettruppen mit großem Schimpf für die Japaner liquidiert. Gleicherweise wurde die japanische militärische Intervention der Jahre 1918-1922 erfolgreich liquidiert, und die japanischen Okkupanten wurden aus den Bezirken unseres Fernen Ostens hinausgeworfen. Doch hatte die Niederlage der russischen Truppen im Jahre 1904, im Russisch-Japanischen Kriege, im Bewusstsein des Volkes schwere Erinnerungen zurückgelassen. Diese Niederlage lastete auf unserem Lande als ein schwarzer Fleck. Unser Volk glaubte daran und wartete darauf, dass der Tag kommt, da Japan geschlagen und der Fleck getilgt wird. Vierzig Jahre haben wir, Menschen der alten Generation, auf diesen Tag gewartet. Und nun ist dieser Tag gekommen. Heute hat sich Japan als besiegt bekannt und die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet.

Das bedeutet, dass Süd-Sachalin und die Kurilen an die Sowjetunion fallen und von nun an nicht als Mittel zur Trennung der Sowjetunion vom Ozean und als Stützpunkt eines japanischen Überfalls auf unseren Fernen Osten dienen werden, sondern als Mittel der direkten Verbindung der Sowjetunion mit dem Ozean und als Stützpunkt der Verteidigung unseres Landes gegen die japanische Aggression.

Unser Sowjetvolk hat für den Sieg weder Kräfte noch Mühe gescheut. Wir haben schwere Jahre durchgemacht. Jetzt aber kann jeder von uns sagen: wir haben gesiegt. Von nun an können wir unser Vaterland als befreit ansehen von der Bedrohung durch eine deutsche Invasion im Westen und eine japanische Invasion im Osten. Der lang erwartete Friede für die Völker der ganzen Welt ist eingetreten.

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Ich beglückwünsche euch, meine, lieben Mitbürger und Mitbürgerinnen, zu dem großen Siege, zur erfolgreichen Beendigung des Krieges, zum Eintritt des Friedens in der ganzen Welt!

Ruhm den Streitkräften der Sowjetunion, der Vereinigten Staaten von Amerika, Chinas und Großbritanniens, die den Sieg über Japan errungen haben!

Ruhm unseren fernöstlichen Truppen und der Kriegsflotte des Stillen Ozeans, die die Ehre und Würde unserer Heimat behauptet haben!

Ruhm unserem großen Volke, dem Siegervolke!

Ewiger Ruhm den Helden, die in Kämpfen für die Ehre und den Sieg unserer Heimat gefallen sind!

Es lebe und gedeihe unsere Heimat.

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Ehrung des russischen Dichters Gawrila Derschawin 200 Jahre nach seinem Tod von Olivia Kroth

Der Lauf des Flusses Zeit
Wird alle Menschentaten mit sich tragen
Und in Versenkung tauchen
Die Völker, Reiche und ihre Herrscher. 

Und wenn es etwas gibt, das uns noch bleibt,
Durch Hörnerschall und Harfenton,
So wird es auch im Schlund der Zeit verschwinden
Und allgemeines Schicksal teilen. 

Dieses schöne Gedicht stammt aus der Feder des russischen Poeten Gawrila Romanowitsch Derschawin (1743-1816). Seine Aussage könnte auf gewöhnliche Menschen zutreffen, aber nicht auf ihn selbst. Seine Dichtung bleibt, so frisch wie eh und je, in russischen Anthologien erhalten. Auch hat „der Lauf des Flusses Zeit“ nicht alle „Völker, Reiche und ihre Herrscher“ in Versenkung getaucht. Zarin Katherina die Grosse (1729-1796) ist immer noch im Gedächtnis der Russen als eine grosse Herrscherin über das Zarenreich lebendig. Gawrila Derschawin war ihr Lieblingsdichter. Er lebte an ihrem Hof und schrieb ihr zu Ehren Gedichte.

Gawrila Romanovitsch Derschawin (Гаврила Романович Державин) wurde am 14. Juli 1743 in Kasan, Tatarstan, geboren. Er starb am 20. Juli 1816 als einer der höchstgeschätzten russischen Dichter seiner Zeit und als Staatsmann am Hof von Katherina der Grossen. Seine Werke werden der klassischen Literatur zugeordnet. Am Zarenhof in Sankt Petersburg stieg er vom einfachen Soldaten zu hohen Staatsämtern auf. Weil er politisch klug handelte, ging es mit seiner Karriere aufwärts, als er das Militär verliess und in den Staatsdienst eintrat. So wurde er 1784 der erste Gouverneur der Provinz Olonez. Das Gouvernement Olonez im Nordwesten des russischen Zarenreichs erstreckte sich vom Ladogasee bis zum Weissen Meer. Im Westen reichte es bis Finnland, im Norden und Osten bis Archangelsk und Wologda, im Süden bis Nowgorod und Sankt Petersburg. Das Gebiet umfasste über 57.000 Quadratkilometer. Davon waren 6.800  Quadratkilometer Seengebiet…

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Olivia Kroth: Ehrung des russischen Dichters Gawrila Derschawin 200 Jahre nach seinem Tod — Olivia2010kroth’s Blog

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Chabarowsk am Amur – Ein Reisebericht von Olivia Kroth

Chabarowsk am Amur von Olivia Kroth Chabarowsk (Хабаровск) ist mit 600.000 Einwohnern die grösste Stadt in Russlands Fernem Osten und das Verwaltungszentrum der Region. Chabarowsk liegt nur 30 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt, am Zusammenfluss von Amur und Ussuri. Der Amur fliesst nach Osten, entlang der Grenze Chinas. Der Ussuri fliesst nach Norden. Die […]

über Olivia Kroth: Chabarowsk am Amur — Olivia2010kroth’s Blog

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Olivia Kroth: Zum 30. Todestag des russischen Polarforschers Iwan Papanin

Iwan Dimitrjewitsch Papanins Leben steht beispielhaft für eine sowjetische Karriere als Polarforscher, Expeditionsleiter, Entdecker des Nordpols und Autor von zwei Büchern über seine abenteuerlichen Forschungsreisen und sein Leben auf einer arktischen Eisdriftstation. Iwan Papanin wurde am 26. November 1894 in Sewastopol auf der Krim geboren, wo er als Matrose zu arbeiten begann. Am 30. Januar 1986 starb er in Moskau als Konteradmiral der sowjetischen Marine, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und “Held der Sowjetunion”, mit dem Orden der Oktoberrevolution und neunfach mit dem Leninorden geehrt. Am 30. Januar 2016 jährt sich sein Todestag zum 30. Mal.

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Sankt Petersburg an der Ostsee

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Sankt Petersburg an der Ostsee

von Olivia Kroth

Sankt Petersburg an der Ostsee, Russlands Fenster zum Westen, ist das ganze Jahr über einen Besuch wert. Die Wasserstadt, als “Venedig des Nordens” bekannt, ist im Frühling und Sommer schön, entwickelt aber auch in den dunkleren Jahreszeiten ihren Charme. Im Herbst und Winter verlagern sich die  kulturellen Aktivitäten von außen nach innen. Dann zünden Museen und Paläste, Konzerthallen und Opernhäuser ihre Lüster aus Kristall an, um Besucher des gesamten Weltkreises zu begrüßen und zu verzaubern. Die Stadt steht mit ihren aussergewöhnlichen architektonischen und historischen Denkmälern auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Sankt Petersburg ist überdies ein Zentrum für Handel und Industrie. Der russische Präsident kommt regelmässig hierher, um an nationalen sowie internationalen Konferenzen, Ausstellungen und Sportveranstaltungen teilzunehmen. 

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Olivia Kroth: Das Alexander-Skrjabin-Museum in Moskau

Quelle: Olivia Kroth: Das Alexander-Skrjabin-Museum in Moskau

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Dr. Richard Sorge, Kommunist, Internationalist, Kundschafter, Held der Sowjetunion

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Viele von uns haben wohl zum ersten Mal in ihrem Leben durch dieses Buch etwas von Richard Sorge und dessen sagenumwobene, geheimnisvolle Tätigkeit, die inzwischen mehrfach verfilmt und mit den verschiedensten Mythen belegt wurde, so dass sie noch heute Stoff für umfangreiche Diskussionen und Deutungen liefert, erfahren.

Dr. Sorge funkt aus Tokyo ist nicht nur das Porträt eines heldenhaften Kundschafters. Das Buch schildert auch das Wirken der Gruppe „Ramsay“ in Japan vor und während des zweiten Weltkrieges. Die Autoren haben alle entscheidenden Fakten zusammengetragen. Aus acht europäischen, zwei asiatischen Staaten und aus den USA stammt das Material, das in diesem Dokumentarbericht verarbeitet worden ist. Zum Gelingen dieses Buches haben Angehörige der Gruppe „Ramsay“, besonders Max und Anna Christiansen-Clausen, deutsche Kommunisten und Wissenschaftler, sowjetische Genossen, japanische Gelehrte, Frau Dr. Christiane Sorge, westdeutsche und Schweizer Publizisten, ein französischer Filmregisseur, jugoslawische und nordamerikanische Journalisten sowie viele andere beigetragen. Das Besondere an dem Bericht ist aber die politische Wertung des Kampfes der Sorge-Gruppe, die für die Rote Armee, für die Sowjetunion und im Interesse aller friedliebenden Menschen Kundschafterdienste leistete und Nachrichten von großem militärischem Wert lieferte. So ist zum ersten Mal ein umfassendes reales Sorge-Bild entstanden, das der Persönlichkeit dieses großartigen deutschen Kommunisten, Internationalisten und Patrioten, des sowjetischen Aufklärers Dr. Richard Sorge, sowie seinen Mitstreitern voll gerecht wird. Die Verfasser haben es auch verstanden, die Zeit und die Umwelt begreiflich werden zu lassen, in der die tapferen Vierzig ihre Pflicht erfüllten. Erst dadurch wurde eine echte menschliche und politische Würdigung dieser Friedenskämpfer möglich, die ihre wissenschaftlichen Arbeitsmethoden, ihren Mut, ihre Kühnheit und Findigkeit sowie ihre meisterhaft konspirative Arbeit einschließt.

Das Buch erschien 1968, vier Jahre nachdem Richard Sorge in der Sowjetunion postum zum “Helden der Sowjetunion” ernannt wurde. Seitdem wurde er in der DDR, wie auch in der Sowjetunion, auf die vielfältigste Weise geehrt. Der Ehrenname „Dr. Richard Sorge“ wurde in der DDR an folgende Einrichtungen verliehen:

– 30 polytechnische Oberschulen
– 35 FDJ-Grundorganisationen
– 22 GST-Grundorganisationen
– 46 Brigaden
– 10 Straßen
– 1 Truppenteil Aufklärungsbataillon-1
– 1 Kaserne – Kaserne Lehnin (letzter Standort des LStR-40
– 1 TS Boot der Volksmarine
– 3 Betriebsberufsschulen
– 7 KG-Hundertschaften
– 1 sst Kampfgruppenzug des Betonwerkes Berlin-Grünau
– 3 Kindergärten
– 2 Einrichtungen der ZV der DDR
– 4 Kreisparteischulen der SED
– 1 Jugendherberge
– 4 Jugendclubs

Die Idee dahinter wurde in der DDR damals folgendermaßen zusammengefasst:

Mit Richard Sorge ehren wir in unserer Deutschen Demokratischen Republik den standhaften Kommunisten, glühenden In­ternationalisten, den selbstlosen Kämpfer für den ersten sozialistischen Staat, den überzeugten Verfechter seiner marxistischen Weltanschauung, aber auch den durch ei­gene Erfahrung im Kampf gewachsenen Gegner des imperialistischen Krieges und den klugen Wissenschaftler und Journali­sten. Seit Erscheinen der ersten Publikationen über diesen großartigen Menschen ist er zum Vorbild von Generationen gewor­den. Sozialistische Brigaden, Schulen und Kampfkollektive der Streitkräfte fühlen sich seinem Kampf verpflichtet und tragen seinen Namen.

Richard Sorge gehörte zu der Generation, die durch das Feuer des ersten Weltkrieges ging, bittere Erfahrungen sammelte, die besonders nachhaltig wirkten, weil sie mit dem Blut gefallener Kameraden und eige­nen Schmerzen verbunden waren. Sein Schicksal glich in jenen Jahren dem von Ludwig Renn, Hans Kahle, Ernst Schneller und vielen anderen. Sie haßten nicht nur den imperialistischen Krieg und die Kreise, die für das Völkermorden verantwortlich waren, sie wandten sich auch gegen die rechten sozialdemokratischen Führer, die sich durch ihre Burgfriedenspolitik mit­schuldig gemacht hatten. Sie schlugen sich auf die Seite der revolutionären Arbeiter und verfochten deren Sache. Sie widmeten dem Kampf der Arbeiterbewegung ihr gan­zes Leben, und viele gaben es auch in die­sem Kampf. Prinzipienfestigkeit und Kühn­heit, Mut und Initiative, Treue und Siegeszuversicht sind Charakterstärken dieser Kommunisten, die auch Richard Sorge aus­zeichneten. Junge Menschen von heute, die sich beim Aufbau und beim Schutz des sozialistischen Vaterlandes bewähren, schöp­fen Kraft und Zuversicht aus dem Leben dieser Vorbilder.

Genosse Sorge hat uns vorgelebt und als Vermächtnis hinterlassen: Man kann kein Kommunist, kein aufrechter Patriot seiner Heimat sein, ohne die Sowjetunion, das Land Lenins, zu lieben und bedingungslos mit ganzer Kraft an seiner Seite gegen den Imperialismus, für den Sozialismus, für den Frieden und die Menschheit zu kämpfen. Für Richard Sorge gab es in seiner Haltung zur Sowjetunion keine Zweifel und kein Schwanken. Er war sich gewiß, für die gerechteste Sache zu kämpfen und zu den Sie­gern der Geschichte zu gehören.

Viele Kundschafter haben im Kampf an der geheimen Front Großes geleistet. Ihre Informationen haben während des Großen Vaterländischen Krieges dazu beigetragen, daß die sowjetische Führung ihre Entschlüsse auf gesicherten Angaben aufbauen konnte. An dieser Front kämpften Kommu­nisten vieler Länder, aber auch Antifaschisten, die aus bürgerlichen Kreisen stamm­ten. Manch Kundschafter hat den Triumph der Völker über die faschistisch-militaristi­sche Staatengruppe nicht mehr erlebt, er ist an der lautlosen Front gefallen. Jahre nach dem Sieg haben Einige Zeit und Kraft gefunden, ihre Erinnerungen niederzuschreiben und damit auch das Vermächtnis der Gefallenen zu bewahren. Hier seien nur Ruth Werner, Sändor Radö, Iwan Winarow und Kim Philby genannt.

In einleitenden Bemerkungen zu seinen Memoiren, die unter dem Titel «Kämpfer der lautlosen Front» erschienen sind, macht der spätere General der bulgarischen Volks­armee Iwan Winarow darauf aufmerksam, daß auch die Niederschrift seiner Erinne­rungen eine ernste Aufgabe war. «Dazu ist der Stoff, der leicht zur Sensation werden kann, zu <heiß>, wie man sagt. Viele Seiten der Tätigkeit eines Kundschafters bleiben immer geheim, gleichgültig, wieviel Zeit in­zwischen ins Land gegangen ist.»

Nach der Einverleibung der DDR durch die BRD wurden etliche dieser Einrichtungen von den neuen Machthabern umbenannt, um die Erinnerung an diesen hervorragenden Kommunisten und Internationalisten auszulöschen.

In immerhin noch 6 [sechs] Städten (!!!) konnte die radikale Auslöschung bislang verhindert werden:
Richard-Sorge-Str. in Aschersleben
Richard-Sorge-Str. in Berlin
Richard-Sorge-Str. in Jena
Richard-Sorge-Str. in Wildau bei Königs Wusterhausen
Dr.-Richard-Sorge-Str. in Dranske
Dr.-Richard-Sorge-Str. in Wollin bei Brandenburg an der Havel

Torpedoschnellboote, Aufklärungsbataillone, geschweige denn Kasernen tragen heute nicht mehr den Namen von Richard Sorge und Schulen durften ab 1990 nur noch mit ihrer Nummer, unter Weglassung des Namens, genannt werden.

Heute, zum 120. Geburtstag Richard Sorges, wurde ihm zu Ehren in Moskau, in der Schule Nr. 141, ein Denkmal eingeweiht.

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Geboren wurde Richard Sorge als Sohn eines deutschen Ingenieurs und dessen russischer Frau am 4. Oktober 1895 in Adschibend bei Baku im heutigen Aserbaidschan, wo der Vater in der Erdölindustrie tätig war. Sein Großonkel Richard Friedrich Adolf Sorge (1826 – 1906) — war ein enger Weggefährte von Karl Marx und einer der Mitbegründer und führenden Köpfe der Ersten Internationalen Arbeiterassoziation. Richard Sorge schrieb in einer kurzen Autobiographie im Jahr 1927: „Meines Vaters Familie ist eine Familie von Intellektuellen und gleichzeitig eine Familie mit alten revolutionären Traditionen. Meine Mutter und mein Großvater, wie meines Großvaters Vettern, besonders Friedrich Adolf Sorge, waren aktive Revolutionäre vor, während und nach der Revolution 1848.“

Der Erste imperialistische Weltkrieg sollte zum entscheidenden Wendepunkt im Leben Richard Sorges werden. Zunächst meldete er sich freiwillig, unter dem Einfluss seiner reaktionär-konservativen Umgebung in Berlin, wo er seit seinem 3. Lebensjahr aufwuchs,  zum freiwilligen Militärdienst im kaiserlich-deutschen Heer. Er trat in ein Artilleriebataillon ein und wurde an die Westfront versetzt. Dort wurde er im März 1916 durch Granatsplitter schwer verwundet, wobei ihm beide Beine brachen. Durch die Verwundung blieb er für den Rest seines Lebens körperlich beeinträchtigt. Er wurde allerdings zum Unteroffizier befördert und erhielt das Eiserne Kreuz.

Doch die Schrecken des Krieges, die er erlebt hatte, öffneten Richard Sorge die Augen für den reaktionären Charakter des Völkergemetzels zur Aufteilung der Welt zwischen einigen wenigen Kapitalgruppen. Noch während seiner Genesung befasste er sich mit den Werken von Karl Marx und Friedrich Engels und begann 1916 mit einem Studium der Nationalökonomie und Philosophie, zunächst in Berlin und später in Kiel. Hier nahm er Kontakt zu den Unabhängigen Sozialdemokraten (USPD), als der einigen Partei die damals konsequent den Kampf gegen den imperialistischen Krieg organisierte,  auf und gründete eine Gruppe sozialistischer Studenten.

Neben seinem Studium hat er eine Stelle als Assistent am privaten fortschrittlichen Kieler „Institut für Seeverkehr und Weltwirtschaft“ inne (ab 1934:: Institut für Weltwirtschaft).  In den Jahren 1918 bis 1922 wird an diesem Institut intensiv über ökonomische und soziologische Fragestellungen in Hinblick auf die Arbeiterbewegung diskutiert und publiziert. Das politische Spektrum der hier Forschenden reicht von der SPD über USPD, KPD bis zu den Rätekommunisten der KAPD. Hochschullehrer und Studierende beteiligen sich auch an praktischer Bildungsarbeit, in den sog. „Matrosenzirkeln“, halten dort vor Matrosen und Arbeitern Vorträge zu Wirtschaftsfragen.

Richard Sorge beteiligte sich jetzt aktiv am Kampf der revolutionären Arbeiterschaft gegen Krieg und Hunger. In Hamburg unterstützte er die Hungeraufstände der Arbeiterschaft. Am 3. November 1918 zog er gemeinsam mit den 5000 – 6000 Matrosen, Soldaten und Arbeitern durch die Straßen Kiels, mit dem Ziel, die gefangenen Marine-Kameraden zu befreien. So wurde er zum Revolutionär. 1919 war Richard Sorge bereits Gründungsmitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), die jetzt aus der USPD und dem Spartakus-Bund hervorging.

Inmitten dieser bewegten Zeit, der revolutionären Umwälzungen in Deutschland, des Zusammenbruchs des wilhelminischen Kaiserreichs in Folge der ersten schweren Niederlage des deutschen Imperialismus bei seinem Griff nach der Weltmacht, führte Richard Sorge sein Studium mit hoher Energie fort, so dass er in erstaunlich kurzer Zeit bereits 1919 in Hamburg mit der Arbeit Die Reichstarife des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine zum Dr. rer. pol. promovieren konnte. So wurde er als Lehrkraft angestellt und ging an die Technische Hochschule in Aachen. Wegen der aktiven Teilnahme an den bewaffneten Abwehrkämpfen gegen den Kapp-Putsch verlor er jedoch bald seine Assistentenstelle.

Nachdem Richard Sorge nun mehrere Monate im Bergwerk unter Tage gearbeitet hatte, wurde er jetzt Redakteur bei der Bergischen Arbeiterstimme, schied allerdings auf Wunsch seiner Genossen im Oktober 1922 bereits wieder aus. Er zog nach Frankfurt am Main und wurde Mitglied in der Gesellschaft für Sozialforschung, dem formellen Verein für die Gründung des Instituts für Sozialforschung. Zu Pfingsten 1923 organisierte er in Thüringen die Erste Marxistische Arbeitswoche, an der Felix Weil, Karl Korsch, Georg Lukács, Friedrich Pollock, Karl August Wittfogel, Julian Gumperz u. a. teilnahmen. Sorge war 1924 einer der beiden Hauptassistenten des Instituts.

Die gescheiterten Arbeiteraufstände in Hamburg, Sachsen und Thüringen führten schließlich zum (vorläufigen) Verbot der KPD im gesamten Deutschen Reich. Sie signalisierten zugleich auch das Ende der revolutionären Welle von 1917 – 1923 und den Beginn einer relativen Stabilisierung des Kapitalismus. In dieser Situation hielt die KPD vom  7.–10. April 1924 ihren 9. (illegalen) Parteitag in Frankfurt / a. M. ab. Es galt, sich den neuen Herausforderungen zu stellen und in engem Zusammenwirken mit der KOMINTERN alle Möglichkeiten des revolutionären Klassenkampfes (legale und illegale) auszuschöpfen.

So reiste Richard Sorge 1924 mit der Zustimmung der Parteiführung, auf Einladung des Exekutivkomitees der KOMINTERN, erstmalig nach Moskau zur besseren Koordinierung der gemeinsamen Arbeit. 1925 reiste er dann erneut für einen längeren Aufenthalt nach Moskau und trat der KPdSU (b) bei. Er wurde jetzt ein Bürger der Sowjetunion, der bei der KPdSU (b) und im Komintern-Apparat angestellt war und arbeitete als Reporter der Informationsabteilung, Politikwissenschaftler und Sekretär der Organisationsabteilung des Instituts für Marxismus-Leninismus. Hier war er maßgeblich an der Herausgabe der MEGA (Marx-Engels-Gesamtausgabe) beteiligt.

Durch seine Fähigkeiten im Beherrschen der russischen und der deutschen Sprache sowie seiner Gewandtheit auch in anderen Sprachen, war Richard Sorge ein idealer Kader für die Tätigkeit als Kundschafter bei der Bekämpfung der Machenschaften der imperialistischen Großmächte,  die bereits wieder zu neuen Kriegen rüsteten und deren Versuche, die noch junge Sowjetunion zu erdrosseln. Ab 1929 arbeitete Richard Sorge nun ausschließlich für die GRU (Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije = Hauptverwaltung für Aufklärung [beim Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation])  unter der Führung von Jan Bersin (genannt: Pawel Iwanowitsch). Während dieser Zeit wird er gründlich auf seine zukünftigen Einsätze, vor allem in China, vorbreitet.

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Nach Reisen nach England und Irland führte Richard Sorge 1930 seinen Auftrag in Shanghai aus. Er baut Informationsnetzwerke im Fernen Osten auf. Dies unter den Decknamen „Fix“, „Sontel“, „Inson“, „Schmid“, „Johson“ und dem berühmten „Ramsay“.

Zu dem Zeitpunkt als sich Richard Sorge für eine Arbeit für die GRU entschied wusste er natürlich noch nicht wohin ihn seine Einsätze führen würden. Er vermutete Deutschland oder Italien. Um so erstaunter war er als „Pawel Iwanowitsch“ auf einer Weltkarte in seinem Dienstzimmer mit seiner Hand auf China wies.

Als die 1925 begonnene Volksrevolution in China in den Jahren 1926 und 1927 von der Armee Tschiang-Kai-scheks mit grausamen Terror niedergeschlagen wurde, versuchten die Amerikaner und Briten, neben den Japanern, das Verhältnis von China zur SU zu verschlechtern. Der SU drohte somit aus dieser Richtung eine enorme Gefahr.

Im Januar 1930 kam Sorge in Schanghai an. Sein erstes Quartier war ein Hotel in der Avenue Joffre. Diese Straße verläuft parallel zum Fluß Huangpu der diese große Stadt quert und in den Jangtsekiang fließt. Sein Verbindungsmann „Wassili“ führte ihn in China ein. Schanghai hatte damals bereits mehr als 3 Millionen Einwohner und war Standort der gesamten Industrie. Schanghai war ein Staat im Staat. Diese Stadt waren eigentlich drei Städte. Zuerst das internationale Settlement unter starkem Einfluß der britischen Krone. Die Macht in diesem Teil der Stadt hatte uneingeschräkt der britische Konsul. Er verfügte über eigene Armee- und Polizeikräfte. Zweitens einen französichen Teil indem der französische Generalkonsul mit ebenfalls eigenen Armee- und Polizeikräften herrschte. Und drittens der eigentlichen „Chinesenstadt“. Betrat man diesen Teil der Stadt trat man in ein bereits vergangenes Jahrhundert zurück.

Richard Sorge lebte unter der Legende eines Auslandskorrespondenten der „Deutschen Getreide-Zeitung“ in China. Im Gepäck Sorges befand sich u.a. ein Empfehlungsschreiben des Außenministeriums Deutschlands für den deutschen Großkonsul in China Freiherr von Collenberg-Bödigheim.

Der Weg von der SU nach China führte über Deutschland, die USA nach China. Durch den Großkonsul lernte Sorge dort deutsche Militärberater kennen, Oberst van Glieber und Hauptmann Möllendorf, durch die er in nahezu alle Regionen Chinas reisen konnte ohne auf bedeutende Schwierigkeiten zu stoßen. Mit Oberst van Glieber fuhr Sorge auch nach Hangzhou. Einer verbotenen Region die allergrößter Geheimhaltung unterlag. Durch Oberst van Glieber erfuhr Sorge, das die Aufgaben der deutschen Militärberater einerseits dem Aufbau der Armee Tschiang-Kai-scheks dienen, das Hauptziel allerdings sei, die Erprobung eigener Waffen durchzuführen. Hier erfuhr er auch, dass mitten in Deutschland bereits ein geheimer Generalstab arbeitete, der in Verbänden wie dem „Stahlhelm“, „Wehrwolf“ und „Jungdo“ (Jungdeutscher Orden) mehr als 3 Millionen künftiger Soldaten außerhalb der Reichswehr auf einen zukünftigen Krieg vorbereitet würden.

Richard Sorge lernte durch diese vorzüglichen Kontakte Tschinag-Kai-schek, den Außenminister Bang und den Kriegsminister Ho-In-sching persönlich kennen. Sein Hauptauftrag war es jedoch Informationen über die Umsetzung des Memorandums Shin-ichi-Tanakas aus dem Jahr 1927 zu beschaffen. Dieses Memorandum beinhaltete die Forderung mit der SU die „Schwerter“zu kreuzen. Dabei spielten die Besetzung der Mandschurei und der Mongolei eine bedeutende Rolle. Durch das Anwachsen der chinesischen Befreiungsbewegung vor allem in Süd- und Zentralchina waren allerding die Kräfte gebunden und ein massiver Einsatz gegen die SU nicht möglich.

Mit Hauptmann Möllendorf besuchte Sorge die großen Truppenübungsplätze Hangzhou und Changchun aber auch Kaifeng und Xian. Die Kommandeure der Divisionen Tschiang-Kai-scheks waren Reichswehroffiziere, die als Berater getarnt agierten.

Richard Sorge begann dann eine Kundschaftergruppe aufzubauen. Mitglieder waren z.B.
– „John“ ein polnischer Jude
– „Tschang“ ein Chinese
– eine Deutsche (ohne Angabe des Namens, Ehefrau eines deutschen Geschäftsmannes)
– Max Christiansen-Clausen
– „Klaas Selman“ ein estnischer Kaufmann, während seiner Zeit in Schanghai auch „Paul“ genannt, Klarname Karl Rimm, Absolvent der sowjetischen Militärakademie im Range eines Generals und Militärberater Sorges
– Konstatin Mischin ein ehemaliger russischer Offizier der vor der Revolution geflohen war und später zur GRU fand.

Max Clausen baute ein eigenes Funkgerät, da das zur Verfügung gestellte den Anforderungen nicht gerecht wurde. Sein Eigenbau gewährleistete eine stabile Verbindung von Schanghai nach „Wiesbaden“ ( Deckname für die Gegenfunkstelle in Wladiwostok). Hier in Schanghai lernte Clausen auch seine spätere Frau Anna kennen.

Sorge erhielt Kenntnis zweier japanischer Geheimpläne. Der eine mit dem Decknamen „HEJ“ befasste sich mit der militärischen Aggression gegen China, der zweite mit dem Codenamen „OZU“ war der Plan militärischer Operationen gegen die SU. Hier begann die langjährige Zusammenarbeit mit dem japanischen Korrespondenten Hozumi Ozaki.

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Im Herbst 1932 erreichte Sorge der Funkspruch: „Rückkehr vorbereiten!“. Zusätzlich erhielt er einen Brief nach dessen Decodierung feststand, er sollte dringend zurück nach Moskau. Seine Gruppe hatte er an „Paul“ zu übergeben, der seine Rolle einzunehmen hatte. Am 15.11.1932 funkte Karl nach Moskau „Richard 12.11. von Schanghai nach Japan abgereist. am 21.11. muss er in Wladiwostok eintreffen.“ In den Unterlagen der GRU existiert die Abschrift dieses Funkspruches mit dem Vermerk Bersins „Wladiwostok informieren 15.XI.32“.

1932 kehrte der tapfere sowjetische Kundschafter nach Moskau zurück, wo er neue Instruktionen erhielt. Er wurde mit der Errichtung eines Informationsnetzwerkes in Tokio und der Überwachung aller möglichen Handlungen der japanischen imperialistischen Kamarilla beauftragt. Bei dieser Zielsetzung kommt Richard Sorge seine deutsche Abstammung zugute, um bis in die inneren Strukturen der Nazi-Hierarchie vorzudringen und nach Japan entsandt zu werden. Er wird in Tokio Korrespondent der deutschen „Frankfurter Zeitung“ und der „Technischen Rundschau“.

Richard Sorge reist von Deutschland nach Kanada. Von dort aus reist er weiter in die USA. Und dann am 6. September 1933 kommt er in Tokio unter dem Deckmantel des deutschen Journalisten an. Richard Sorge findet rasch Zugang zu den exklusivsten Ebenen der japanischen Aristokratie und der deutschen Botschaft in Japan. Eugene Ott, ein hoher Nazifunktionär in Tokio, wird sein Freund und vertraut ihm viele wichtige Informationen aus den Beziehungen zwischen Nazideutschland und dem imperialistischen Japan an. Er bat Richard Sorge sogar, die Pressesprecherfunktion der deutschen Botschaft in Tokio zu übernehmen. Er nimmt dies an, nachdem er den Unbekümmerten abgegeben hat. Sorge sollte es sein, der die Geheimberichte redigierte, welche hohe deutsche Marine- und Heeresoffiziere nach Berlin sendeten.

1935 reiste Richard Sorge insgeheim nach Moskau und kehrte in Begleitung von Max-Gottfried Clausen, seinem Funker, und dessen Gattin Anna Vallennius (die eine wertvolle Arbeit im Netzwerk verrichten sollte) zurück. Clausen würde die von Sorge beschafften wertvollen Informationen nach Moskau funken. Dieser Funkverkehr wurde zwar ständig vom japanischen Geheimdienst abgehört, aber die Chiffrierung konnten sie dabei nie knacken.

Richard Sorge schaffte es sogar, in die Gestapo-Strukturen einzubrechen, die in Japan tätig waren. Er beschaffte und lieferte nach Moskau alle Informationen aus dieser grausigen faschistischen deutschen Polizei.

Die Funksprüche von Clausen sind großartig. Beeindruckend rasch gelangen die Informationen an das Ziel. Clausen schaffte sogar, diese Informationen zu vereinfachen und den Wert von ihnen dabei noch zu erhöhen. 1939 sendet er 23.139 Worte in 60 Funksprüchen. 1940 sind es 19.179 Worte, 1941 sind es 13.103 Worte in 20 Funksprüchen. Dabei vermied er stets, dass der japanische Geheimdienst es schaffen konnte, die Codes zu dechiffrieren.

Am 20. Mai 1941 senden Richard Sorge und sein Funker Max-Gottfried Klausen folgende Meldung nach Moskau: „Hitler zieht derzeit 170 bis 190 Divisionen zusammen. Der Angriff wird am 20. Juni stattfinden. Sein unmittelbares Ziel wird Moskau sein.“ Das Sowjetische Oberkommando sollte diese Information unterschätzen und hielt sie für eine Machenschaft der deutschen Spionage-Abwehr, um den Krieg fortzusetzen, wenn die UdSSR noch nicht komplett vorbereitet war.

Am 22. Juni begann der heimtückische und wortbrüchige Überfall des faschistischen Deutschland auf die UdSSR, die „Operation Barbarossa“. Stalin begriff den begangenen Fehler und bei der nächsten Gelegenheit sollte er den Berichten von „Ramsay“ alias Richard Sorge in Japan mehr Beachtung schenken.

Am 15. Oktober 1941 übermittelten Richard Sorge und Max-Gottfried Clausen eine weitere wertvolle Information nach Moskau. Hier der Wortlaut der Meldung: „Die Armee von Kouantoung greift Sibirien nicht an. Japan hat beschlossen, niemanden anzugreifen außer die Vereinigten Staaten und England. Ich wiederhole: Neutralität von Japan gesichert. Russland wird nicht angegriffen.“

Einen Monat später wurde die sowjetische Heeresgruppe von Marschall Ermenko, die den Fernen Osten der UdSSR schützte, zur Verstärkung Moskaus in Marsch gesetzt. Diese strategische Operation sollte die sowjetische Hauptstadt retten und grundlegend für den Verlauf des Großen Vaterländischen Krieges der UdSSR werden.

Richard Sorge wurde drei Tage später festgenommen, d.h. nach jenem Funkspruch. Seine Festnahme ist Ergebnis eines Verrats. Eine Routine-Operation der Kempetai, der japanischen Geheimpolizei, gegen die japanische Kommunistische Partei, führte zur Festnahme von Tomo Kitabayashi, welcher Miyagi Yotoku verrät, welcher wiederum Ozaki Hozumi verrät, welcher dann trotz aller Folter standhaft bleibt und der japanischen Polizei kein Wort sagt. Aber die japanische Geheimpolizei Kempetai legte Wanzen im Haus von Hozumi. Und nach und nach fielen ihr die Mitglieder des Netzwerkes in die Hände. Insgesamt wurden 35 antifaschistische Kämpfer festgenommen.

Ozaki Hozumi wurde verurteilt und hingerichtet. Max-Gottfried Clausen wurde zu lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt. Dieselbe Verurteilung erfuhr Anna Vallennius, der Kroate und Journalist Branko Vukelic, welcher zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde und im Gefängnis sterben sollte.

Richard Sorge wurde am 7. November 1944, am Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, hingerichtet. Als er die letzten Stufen zum Galgen emporsteigt, ruft er noch aus:

„Für die Kommunistische Partei! Für die Sowjetunion! Für die Rote Armee!“

Am 4. September 1964 erschien ein Artikel in der Prawda, in dem es hieß: „Es ist die Stunde gekommen, von einem Mann zu sprechen, dessen Name für die kommenden Generationen ein Symbol für die Aufopferung für die Sache des Friedens, ein Symbol für die Würde und das Heldentum ist … Richard Sorge“.

In Moskau wurde ein Film über sein Leben geplant. Wer sind Sie, Herr Sorge? Von Ives Ciampi. Ihm wurden Orden und höchste Auszeichnungen postum verliehen, so der Orden “Held der Sowjetunion”. Seinen überlebenden Kundschaftergefährten, dem Funker Max-Gottfried Clausen und Anna Vallennius, wurde der Rotbannerorden und außerdem die Medaille in Gold für Verdienste der Nationalen Volksarmee der DDR verliehen.

Aber das größte Gedenken für Richard Sorge und die tapferen Mitglieder seiner Gruppe ist die Anerkennung der Tatsache, dass sein heldenhaftes Handeln in den inneren Strukturen des japanischen imperialistischen Ungeheuers ein hochbedeutsamer Beitrag bei der Zerschlagung des Faschismus und der Rettung Moskaus im Großen Vaterländischen Krieg war.

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Abschließend, für alle, die ihre Kenntnisse vertiefen wollen, eine Empfehlung, zu einem Buch, das 1984 im Militärverlag der DDR erschien und auch gehört werden kann:

REPORT von Julius MaderEin Dokumentarbericht über Kundschafter des Friedens mit ausgewählten Artikeln von Richard Sorge

Dieses Buch ist einer internationalen Gruppe heldenhafter Kundschafter gewidmet, die vor und während des zweiten Weltkrieges in Japan gegen die deutsch-japani­schen Kriegsbrandstifter kämpften. In den Jahren 1942 bis 1945 ließen japanische Imperialisten und Militaristen folgende Mitglieder der Gruppe «Ramsay» erdrosseln, zu Tode foltern oder im Kerker verhungern:

den Helden der Sowjetunion Dr. RICHARD SORGE

den jugoslawischen Kommunisten BRANKO VUKELIC

sowie die japanischen Patrioten Dr. HOZUMI OZAKI, YOTOKU MIYAGI, SHIGE MIZUNO, YOSHIO KAWAMURA, SUMIO FUNAKOSHI und TOMO KITABAYASHI.

Ihr Kampf für den Frieden und für das Glück der Völker ist uns Beispiel und Verpflichtung!

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Zum 70. Jahrestag des Sieges über den Faschismus: Die Zerschmetterung der japanischen Imperialisten

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Mit der Niederlage Nazideutschlands war der Herd der Weltaggression im Westen beseitigt. Aber im Fernen Osten tobte der Krieg fort, der von dem Hauptverbündeten Hitler­deutschlands, dem imperialistischen Japan, entfesselt wor­den war.

Die japanischen Imperialisten trugen sich seit langem mit Eroberungsplänen, die gegen die Sowjetunion gerichtet waren. Sie hatten mehr als einmal versucht, sich auf Kosten des sowjetischen Territoriums zu bereichern. Aber alle diese Ver­suche endeten unvermeidlich mit einem Fiasko. Die Inter­vention in den Jahren 1918—1922 brachte einen Misserfolg: in schwerem, erbittertem Ringen verteidigte die junge Rote Armee den sowjetischen Fernen Osten und warf die japani­schen Eindringlinge hinaus. Sieben Jahre später versuchten die Japaner im Jahre 1929 mit Hilfe chinesischer Militaristen, die Stärke der Sowjetunion zu sondieren. Aber die sowjetische Fernöstliche Armee versetzte den japanischen Söldlingen einen solchen Schlag, dass ihre Auftraggeber für fast weitere zehn Jahre zur Räson gebracht wurden. Die japanischen Im­perialisten hatten sich überzeugt, dass sie mit eigenen Kräf­ten ihre Raubziele nicht erreichen konnten; man musste ein geeignetes Aufmarschgebiet für den Überfall schaffen und sich der Unterstützung irgendeiner Großmacht, am besten in Europa, vergewissern. Im Jahre 1931 besetzten die Japaner die Mandschurei. Ein Aufmarschgebiet, von dem aus man sowohl gegen China als auch gegen die Sowjetunion operieren konnte, fiel in die Hände der japanischen Imperialisten. Die Regierung des Sowjetlandes begriff wohl, was Japan plante. Ende 1931 schlug die sowjetische Regierung Japan vor, einen Nichtangriffspakt abzuschließen. Im nächsten Jahr wurde das Angebot wiederholt, aber die japanische Regierung antwortete mit einer Ablehnung und bestätigte dadurch, dass sie in der Tat die Mandschurei gegen die UdSSR auszunutzen beabsichtige. Im Jahre 1936 unterzeichneten Japan und Deutschland den »Antikominternpakt«, ein Abkommen über den Kampf gegen die Komintern, wie es offiziell hieß. In Wirklichkeit war es ein gegen die demokratischen Länder und vor allem gegen die Sowjetunion gerichtetes Bündnis. Bei dem Gerichtsprozess gegen die japanischen Militaristen in Tokio im Jahre 1946 stellte sich heraus, dass der »Anti­kominternpakt« eine Geheimklausel enthielt, die gegen die Sowjetunion gerichtet war.

Nachdem sie ein Aufmarschgebiet erobert hatten, beschlos­sen die japanischen Imperialisten, ihre Kräfte erneut zu ver­suchen. Im Jahre 1938 organisierten die Japaner einen räube­rischen Überfall auf die Sowjetunion im Raum des Chassansees, stießen aber auf eine entschlossene Abwehr. Im Jahre 1939 begannen sie eine größere Operation im Raum der Mongolei in der Hoffnung, zum Baikalsee durchbrechen zu können, und erlitten erneut eine Niederlage. Der Schlag der Roten Armee bei Chalchin-Gol war so vernichtend, dass die japanischen Imperialisten auch nach dem Überfall Hitler­deutschlands auf das Sowjetland nicht wagten, die Sowjet­union anzugreifen, obwohl sie einen Bündnispakt mit dem faschistischen Deutschland abgeschlossen hatten. Bis zum Jahre 1940 hatten die japanischen Generale den operativen Plan eines Überfalls auf die UdSSR ausgearbeitet. Es war vorgesehen, den Angriff an drei Fronten zu führen. Die eine Front hatte die Aufgabe, Chabarowsk einzunehmen, die Nörd­liche Front sollte gegen Wladiwostok und weiter in Richtung der Stadt Swobodnyj operieren, und die Westliche Front schließlich war gegen Tschita gerichtet, um das gesamte Sowjetterritorium bis zum Baikalsee zu erobern. Der Opera­tionsplan war durch den japanischen Kaiser bestätigt worden. Im Sommer 1941, nach Hitlers Überfall auf die Sowjetunion, arbeiteten die japanischen Generale ihren operativen Plan bis in die Einzelheiten aus und nannten ihn »Kan-Toku-en« – »Besondere Manöver der Kwantung-Armee«. Die Japaner entfalteten eine fieberhafte Tätigkeit, um ihren Plan zu verwirklichen. Es wurden Stäbe geschaffen, neue Truppen­teile der Kwantung-Armee aufgestellt, Munition heran­gebracht Genau so wie die Nazis hatten die japanischen Generale im voraus eine Sonderkommission geschaffen, die den Auftrag erhielt, das System des zukünftigen Besatzungs­regimes auf sowjetischem Territorium auszuarbeiten. Aber obwohl die Nazis auf einem Eingreifen Japans gegen die Sowjetunion bestanden, zeigte dieses keine Eile. Die japani­schen Imperialisten warteten ab, bis Deutschland der Sowjet­union – wie sie es fest glaubten – eine Niederlage bereiten oder zumindest diese schwächen würde, erst dann gedachten sie, sich in den Krieg einzumischen. Im Dezember 1941 überfiel Japan die USA und England. Aber gleichzeitig rüstete es sich sorgfältig zum Überfall auf die Sowjetunion. Die Japaner unterhielten an der Sowjetgrenze eine riesige Armee und zwangen die Sowjetunion, Gegenmaßnahmen zu treffen. In der schwersten Periode der Kampfhandlungen an der sowjetisch-deutschen Front hatte das sowjetische Kommando keine Möglichkeit, seine Kräfte vom Fernen Osten abzuziehen. Dadurch unterstützten die Japaner ihre hitlerischen Verbün­deten und erschwerten die Lage der Sowjetunion. Im Juli 1942, als die Nazis nach Stalingrad vorstießen, hat­ten die Japaner ihre Armeen vollständig mobilisiert und warteten auf den Fall von Stalingrad, um über die Sowjet­union herzufallen. Nach dem deutschen Fiasko an den Mauern dieser Heldenstadt verstärkte die japanische Militärclique erneut die Kwantung-Armee, deren Stärke bis auf 1,1 Mil­lionen Mann gebracht wurde.

Die Japaner schufen an den sowjetischen fernöstlichen Grenzen eine äußerst gespannte Lage. Die japanische Presse führte eine antisowjetische Kampagne durch. Die japanische Administration hielt die Sowjetdampfer und -schiffe, die aus den Vereinigten Staaten unterwegs waren, zurück. Die. Japaner verhinderten die Lieferungen von Munition durch die Alliierten nach Wladiwostok. Die amerikanischen und britischen Schiffe waren gezwungen, die Route nach Mur­mansk und Archangelsk zu wählen, einen schweren und ge­fährlichen Weg, auf dem ihnen die deutschen U-Boote, Kreuzer und Flugzeuge auflauerten.

Sogar als Hitlerdeutschland, durch die Schläge der Sowjet­truppen erschüttert, am Rande der Katastrophe stand, stellte Japan seine feindliche Aktivität gegen die Sowjetunion durch­aus nicht ein. Das zwang die Sowjetregierung, den Neutrali­tätspakt mit Japan zu kündigen.

Auch nach der Kapitulation Hitlerdeutschlands änderte sich die Lage nicht. Japan setzte den Krieg hartnäckig fort, wobei die Spannung im Fernen Osten nicht nachließ. Ihrer tückischen Politik treu, wandte sich Japan im Juli 1945 an die Sowjetunion mit der Bitte um Vermittlung bei der Errich­tung des Friedens im Fernen Osten. Das war ein offenbarer Versuch Zeit zu gewinnen und unter dem Vorwand von Besprechungen die Kräfte für die Fortsetzung des Krieges umzugruppieren. Die Sowjetunion brachte das provokatorische Spiel Japans zum Scheitern. Eine solche Bedrohung im Osten konnte nicht mehr geduldet werden; es konnte nicht zu­gelassen werden, dass die Menschheit weiterhin im Feuer des Krieges verbleiben und unzählige Opfer bringen sollte. Ihrer Bündnispflicht getreu, schloss sich die UdSSR der Potsdamer Erklärung der USA, Großbritanniens und Chinas vom 26. Juli 1945 an, die eine bedingungslose Kapitulation Japans forderte. Die Regierung der Sowjetunion erklärte, dass die UdSSR sich vom 9. August an im Kriegszustand mit Japan befinden würde.

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Das Foto zeigt den Mar­schall der Sowjetunion Alexander Michailowitsch Wassilewski im Gespräch mit dem Marschall der Sowjetunion Semjon Michailowitsch Budjonny im Donbass im Jahr 1943.

An die Spitze der Armeen im Fernen Osten wurde Mar­schall der Sowjetunion Wassilewskij gestellt. Die Offensive entwickelte sich in mehreren Richtungen. Die Truppen der 1. Fernöstlichen Front unter dem Befehl des Marschalls der Sowjetunion Merezkow griffen aus dem Küstengebiet an, aus dem Raum von Chabarowsk stießen die Truppen des Armeegenerals Purkajew, der die 2. Fernöstliche Front befehligte, vor. Die Truppen des Marschalls der Sowjetunion Malinowskij, des Befehlshabers der Transbaikalienfront, rückten ungestüm in den Rücken der japanischen Armee vor.

Obwohl sich die Japaner zum Krieg im Fernen Osten un­unterbrochen gerüstet hatten, hatte die Rote Armee ihre für lange Zeit berechneten Verteidigungsstellungen rasch durch­brochen und einen so wuchtigen Schlag geführt, dass der Feind nicht standhalten konnte. Bereits von den ersten Kriegs­tagen an wurde es klar, dass die größte japanische Heeres­gruppe, die Kwantung-Armee, zur vollen Zerschmetterung verurteilt war. Japan beschloss, zu kapitulieren. Auf diese Weise hat der Eintritt der Sowjetunion in den Krieg mit Japan die Lage im Fernen Osten entscheidend verändert und das Eintreten des Friedens in der ganzen Welt beschleunigt.

Aber auch im Augenblick des Zusammenbruchs verzichteten die japanischen Faschisten auf ihre beliebte Methode der Provokation nicht. Das japanische Kommando willigte in die Kapitulation ein, ordnete aber gleichzeitig einen Gegen­angriff an. Es war ein neuer Schlag der Roten Armee er­forderlich, um die Provokateure zur Vernunft zu bringen. Die tapferen Sowjettruppen wiesen den japanischen Gegen­angriff zurück und traten zu einer wuchtigen Offensive an. Die Japaner wurden zerschmettert. Ein Teil der Divisionen wurde eingekesselt und gefangengenommen. Das japanische Kommando beeilte sich, seinen Truppen den Befehl zur Waffenstreckung zu geben.

Nun war die Zeit gekommen, um den japanischen Eindring­lingen die Rechnung vorzulegen, die in den langen Jahren militärischer Provokationen und Intrigen aufgelaufen war.

»Vierzig Jahre«, sagte J. W. Stalin, »haben wir, Menschen der alten Generation, auf diesen Tag gewartet. Und nun ist dieser Tag gekommen.« Das russische Volk hat sich niemals mit der Niederlage im Russisch-Japanischen Kriege abgefun­den, als Japan sich auf Süd-Sachalin und auf den Kurilen­inseln festsetzte. Damit wurde Russland vom Ozean und folg­lich auch von den Häfen der Kamtschatka- und Tschuktschen-Halbinsel abgeschnitten.

»Die Niederlage der russischen Truppen im Jahre 1904, im Russisch-Japanischen Kriege, ließ im Bewusstsein des Vol­kes schwere Erinnerungen zurück. Diese Niederlage lastete auf unserem Lande als ein schwarzer Fleck. Unser Volk glaubte daran und wartete darauf, dass der Tag kommt, da Japan geschlagen und der Fleck getilgt wird.« (Stalin.)

Das Sowjetvolk hat den schwarzen Fleck beseitigt. Süd-Sachalin und die Kurileninseln kehrten zur Sowjetunion zurück.

Beide Aggressionsherde – im Osten und im Westen – waren liquidiert. Der Friede war gekommen.

»Unser Sowjetvolk«, sagte J. W. Stalin, als er am 2. Sep­tember 1945 die Sowjetmenschen zum Siege über Japan beglückwünschte, »hat für den Sieg weder Kräfte noch Mühe gescheut. Wir haben schwere Jahre durchgemacht. Jetzt aber kann jeder von uns sagen: wir haben gesiegt. Von nun an können wir unser Vaterland als befreit ansehen von der Bedrohung durch eine deutsche Invasion im Westen und eine japanische Invasion im Osten. Der lang erwartete Friede für die Völker der ganzen Welt ist angebrochen.«

Auszüge aus dem sowjetischen Buch Der große Vaterländische Krieg der Sowjetunion, dass 1947 im SWA-Verlag/Berlin als 4. Band in der Reihe „Das Sowjetland“ erschienen ist.

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