Schlagwort: Sowjetunion

Zum 155. Geburtstag von Maxim Gorki

Vor 155 Jahren, am 28. März 1868, wurde Maxim Gorki unter dem Namen Alexei Maximowitsch Peschkow in Nischni Nowgorod geboren. Er zählt als Prosaist und Dramatiker zu den großen proletarischen Schriftstellern des zwanzigsten Jahrhunderts und als Begründer der Literatur des sozialistischen Realismus.

Die UdSSR in der Periode des Kampfes für die Kollektivierung der Landwirtschaft (1930-1934)

In diesem zweiten Teil über die Geschichte der sozialistischen Industrialisierung der UdSSR behandlen wir die Einführung des ersten Fünfjahrplans in der Weltgeschichte und den entschlossenen Kampf gegen die inneren und äußeren Feinde der Sowjetunion, die mit allen Mitteln versuchten ihren Erfolg zu sabotieren und die Herrschaft der Arbeiterklasse, im Bündnis mit der Bauernschaft, zugunsten einer Restauration des Kapitalismus in Russland zu stürzen.

Der Kampf für die sozialistische Industrialisierung der UdSSR – Teil 1

Angesichts der neuerlichen Versuche zur Diskreditierung Russlands und seiner Geschichte, indem die NATO-Propaganda jetzt ganz offen auf die alten, abgestandenen und schon so oft widerlegten Lügenmärchen aus der Goebbels-Küche zurückgreift, wie die ungeheuerliche Behauptung, die Sowjetunion hätte Ende der 20er / Anfang 30er Jahre einen „Genozid“ an der Bevölkerung der Ukraine begangen, soll hier die Entwicklung der sozialistischen Industrialisierung der Sowjetunion erläutert werden. Allein ihre Beschreibung in all ihren politischen und ökonomischen Dimensionen macht klar, wie absurd derartige Behauptungen waren, die seinerzeit von den Nazis in die Welt gesetzt wurden und heute zum Gegenstand einer gemeinsamen Resolution der Regierungsparteien im Deutschen Bundestag gemacht wurden. Eine genaue Betrachtung der wirklichen Vorgänge in der noch jungen Sowjetunion verdeutlicht aber auch, warum die Nazis, als aggressivste Speerspitze der reaktionärsten Kreise des internationalen Finanzkapitals derartige Lügengeschichten in die Welt gesetzt haben, die heute durch die NATO-Staaten zur allein gültigen Wahrheit verklärt werden.

Mao Tse-tung: „Die Lage nach dem SIEG IM WIDERSTANDSKRIEG GEGEN DIE JAPANISCHE AGGRESSION und unser Kurs“

Diese Rede hielt Genosse Mao Tse-tung am 13. August 1945 auf einer Funktionärskonferenz in Yenan – zwei Tage, bevor die japanischen Imperialisten ihre Niederlage im antiimperialistischen und antifaschistischen Befreiungskrieg des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression, anerkannten. Auf Grund der marxistisch-leninistischen Methode der Klassenanalyse wird darin das Wesentliche an der politischen Lage in China nach dem Sieg im Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression gründlich untersucht und die revolutionäre Taktik des Proletariats aufgestellt. Wie Genosse Mao Tse-tung in seiner Eröffnungsrede auf dem VII. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas im April 1945 ausführte, stand China nach der Niederwerfung des japanischen Imperialismus immer noch vor der Entscheidung zwischen zweierlei Geschicken, zwei Perspektiven: entweder ein neues China zu werden oder das alte China zu bleiben. Die von Tschiang Kai-schek vertretene Klasse der großen Grundherren und der Großbourgeoisie Chinas wollten dem Volk die Früchte seines Sieges im Widerstandskrieg entreißen, sie wollten, dass China nach wie vor ein halbkoloniales, halb feudales Land unter ihrer Diktatur bleiben sollte. Die Kommunistische Partei Chinas, die die Interessen des Proletariats und der großen Masse des Volkes vertritt, setzte sich einerseits mit aller Kraft für den Frieden ein und widersetzte sich einem Bürgerkrieg; sie musste andererseits gegen den konterrevolutionären Plan Tschiang Kai-scheks, einen Bürgerkrieg im ganzen Land zu entfesseln, alle Vorbereitungen treffen und einen richtigen Kurs einschlagen, das heißt, sie durfte keine Illusionen über den Imperialismus und die Reaktionäre hegen und keine Angst vor Drohungen haben, musste die vom Volk im Kampf errungenen Erfolge entschlossen schützen und alle Anstrengungen unternehmen, um ein vom Proletariat geführtes neues China der breiten Volksmassen und der Neuen Demokratie zu errichten. Der Entscheidungskampf zwischen den beiden Geschicken, den beiden Perspektiven Chinas bildet den Inhalt des Geschichtsabschnitts vom Ende des Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression bis zur Gründung, der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949, der historischen Periode des Befreiungskriegs des chinesischen Volkes oder des Dritten Revolutionären Bürgerkriegs. Nach dem Widerstandskrieg zerriss Tschiang Kai-schek mit Unterstützung des USA-Imperialismus immer wieder die Friedensvereinbarungen und entfesselte einen konterrevolutionären Bürgerkrieg von bisher ungeahnten riesigen Ausmaßen, in dem Versuch, die Kräfte des Volkes zu vernichten. Dank der richtigen Führung der Kommunistischen Partei Chinas konnte jedoch das chinesische Volk in einem nur vier Jahre dauernden Kampf im ganzen Land seinen großen Sieg erringen, Tschiang Kai-schek schlagen und ein neues China errichten.

Die Verteidigungsschlachten der Roten Armee im Sommer 1942

Genau so wie alle Kriege des 20. Jahrhunderts unterschied sich der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion von den Kriegen der vergangenen Jahrhunderte dadurch, dass man seinen Ausgang nicht durch eine einzige Schlacht entscheiden konnte. Die Schlacht vor Moskau brachte den Deutschen eine schwere Niederlage bei, aber die deutsche Kriegsmaschine war noch lange nicht zerschlagen. Im ersten Weltkrieg hatten die Großmächte einen Ring von Fronten um Deutschland geschaffen, und trotzdem waren vier Jahre erforderlich, um der deutschen Armee eine endgültige Niederlage beizubringen. Im zweiten Weltkriege kämpfte Deutschland zwar ohne die Türkei, hatte dafür aber Italien, Japan und Finnland auf seiner Seite.

Im Jahre 1942 kämpfte die UdSSR gegen Deutschland und seine Verbündeten auch weiterhin allein, weil die Alliierten keine zweite Front in Europa geschaffen hatten. Das Fehlen der zweiten Front machte sich die faschistische Führung zunutze, um mit neuen Kräften gegen Osten aufzubrechen. In Deutschland wurde eine „totale Mobilmachung“ verkündet: in den Betrieben und Ämtern sowie in den Lehranstalten wurden alle Waffenfähigen eingezogen.

Zygmunt Białas: Drei Gründe, die für Rußland sprechen — Sascha’s Welt

Es gibt viele vernünftige Gründe, die für Rußland sprechen und dafür, daß sich auch zwischen Polen und Rußland wieder freundschaftliche, oder doch zumindest partnerschaftliche Beziehungen entwickeln. In seinem Beitrag hat Zygmunt Białas einige Argumente aufgeführt, die nicht nur für die Menschen in Polen, sondern auch weltweit für friedliche und gutnachbarliche Beziehungen entscheidend sind. Und dabei geht es nicht nur um die Entnazifizierung der Ukraine, sondern vor allem um die Zurückdrängung des USA-Imperialismus, der sich schon seit 1945 wie ein „Weltgendarm“ aufführt und anmaßend darüber befindet, welche Staaten für die dort herrschenden „Eliten“ gerade noch als Vasallen akzeptiert werden und welche als „Schurkenstaat“ von den USA bis aufs Äußerste bekämpft werden.

Es ist das Bestreben vieler Völker der Welt, sich vom unheilvollen Einfluß den USA zu befreien, um endlich Frieden auf der Welt zu haben und  über das eigene Schicksal frei von Einmischung selbst verfügen zu können. Der Kapitalismus befindet sich in einer tiefen Krise. Wer vor zwei Jahren noch an eine „Pandemie“ geglaubt hat, der folgt auch heute den Lügen aus der Giftküche US-amerikanischer Think tanks, privater Massenmedien und Geheimorganisationen und hält Putin für einen Aggressor. Doch wer die Wahrheit wissen will, der muß sich schon darum bemühen. Es gibt immer einen Weg!

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Zum 150. Geburtstag von Alexandra Kollontai

Heute vor 150 Jahren, am 31. März 1872, wurde die russische Revolutionärin, sowjetische Politikerin, Diplomatin und Schriftstellerin Alexandra Michailowna Kollontai geboren. Sie war die erste Ministerin und Botschafterin der jüngeren Geschichte. Im Jahr 1915 trat Kollontai der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands #RSDAP(B) bei.

Alexandra Kollontai

Als Volkskommissarin für soziale Fürsorge setzte sich die alleinerziehende Mutter in der jungen Sowjetunion für ein fortschrittliches Eherecht und umfassenden Schutz von Mutter und Kind ein, wie er in der Weltgeschichte niemals zuvor bestanden hat. Sie erkämpfte das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und schlug Volksküchen und kollektive Kindererziehung vor.

In Verbindung mit dem 10. Jahrestag der Oktoberrevolution 1927 erinnerte Alexandra Kollontai in einem Aufsatz an „Die ersten Schritte zum Mutterschutz“:

Die Idee, eine Abteilung für den Schutz von Mutter und Kind zu bilden, war in den heißesten Augenblicken der Oktoberkämpfe entstanden. Die Grundprinzipien, auf denen die Arbeit dieser Abteilung fußen sollte, und die damit verbundenen Richtlinien für die soziale Betreuung von Müttern und schwangeren Frauen wurden auf der ersten Arbeiterinnenkonferenz [1] gleich zu Beginn der Oktoberrevolution festgelegt.

Die Konferenz war auf meine Initiative als Mitglied des Zentralkomitees hin einberufen worden, und wir bildeten bei der Redaktion der Zeitschrift Rabotniza eine „Initiativgruppe“ der Bolschewistinnen Aufgabe dieser ersten Konferenz von Vertreterinnen der Industriearbeiterinnen in Russland war es, die Massen der Arbeiterinnen, die sich spontan der Revolution zugewandt hatten, für die Sowjets waren und mit den Bolschewiki gingen, zusammenzuschließen, zu verbinden. Mehr als 500 Delegierte aus Petrograder Betrieben waren auf der Konferenz anwesend. Auch aus Moskau, Iwanowo-Wosnessensk, Tula und Kaluga waren einige Delegierte gekommen.

Die Konferenz wurde ungewöhnlich rege vorbereitet und fand bei den erwachenden Massen der Arbeiterinnen lebhaftes Echo und Interesse. Die Arbeiterinnen, die sich um die Zeitschrift Rabotniza zusammengeschlossen hatten, besaßen zu der Zeit schon ein eigenes Aktiv. Die Seele der Zeitschrift waren Klawdija Nikolajewa und Konkordija Samoilowa.

Auf der Konferenz wurden die wichtigsten Forderungen der bolschewistischen Arbeiterinnen genannt und verankert. Große Bedeutung wurde unter diesen Forderungen dem Problem des Schutzes und der Betreuung der Mütter beigemessen. In ganz einfachen Räumlichkeiten, irgendwo in der Bolotnaja-Straße, diskutierten die Arbeiterinnen zu einem Zeitpunkt, da die Oktoberrevolution in vollem Gange war, da die Zugangswege nach Petrograd noch nicht endgültig von den Truppen der Provisorischen Regierung gesäubert waren und in der Stadtduma von Petrograd noch so etwas wie eine Regierung der Menschewiki und Sozialrevolutionäre auf eigene Faust tagte, lebhaft und sachlich darüber, welche Maßnahmen die Sowjetmacht zum Schutz der werktätigen Mütter und ihrer Kinder in erster Linie ergreifen müsste.

Am 6. November 1917 hatte ich als Mitglied des Zentralkomitees der Partei und als Sekretär der „Initiativgruppe“ der Arbeiterinnen ein Referat zum Mutterschutz zu halten. Meine Thesen wurden als Grundlage genommen. Die auf der Konferenz vertretenen Arbeiterinnen bekundeten großes Interesse für das Referat und beteiligten sich überaus rege an der Diskussion, an den Debatten zum Referat sowie an der Ausarbeitung der Thesen. Die Thesen wurden dann dem Volkskommissariat für staatliche Fürsorge und dem Volkskommissariat für Arbeit, zu denen die Abteilung für soziale Fürsorge damals gehörte, „als Richtlinie“ zugeleitet.

Bei einem Vergleich der geltenden Gesetzesbestimmungen im Bereich von Mutterschutz und -betreuung mit den auf der ersten Konferenz der Arbeiterinnen angenommenen Thesen wird deutlich, dass es die Wünsche jener Konferenz waren, die den sowjetischen Gesetzen auf diesem Gebiet zugrunde gelegt wurden.

Somit ist festzustellen, dass die Initiative beim Schutz und bei der Betreuung von Mutter und Kind von den werktätigen Frauen selbst ausgegangen ist. Aktiv wirkten die Arbeiterinnen zu jener Zeit noch kaum in den Sowjets. Doch schon in den ersten Tagen des Bestehens der Sowjetmacht erreichten sie, dass in den Sowjets lebhaft und schöpferisch an dem Problem gearbeitet wurde, den Frauen die Last der Mutterschaft zu erleichtern.

Die Maßnahmen zum Schutz und zur Betreuung der Mütter gingen in den ersten Monaten der Sowjetmacht von zwei Volkskommissariaten aus – dem Volkskommissariat für staatliche Fürsorge und dem Volkskommissariat für Arbeit. Letzteres arbeitete eine Reihe von Bestimmungen zur Sozialgesetzgebung aus. Das Volkskommissariat für staatliche Fürsorge unternahm Schritte zur Unterstützung der werktätigen Mütter.

Erstes Anliegen des Volkskommissariats für staatliche Fürsorge war es, die vorhandenen Einrichtungen der Findelhäuser in Petrograd und Moskau zu erhalten und zugleich umzugestalten. Das Volkskommissariat stellte sich die Aufgabe, aus diesen „Engelfabriken“ Häuser für Mutter und Kind zu machen.

In den Aufgabenbereich des Volkskommissariats fiel auch die Betreuung aller Kinderkrippen (davon gab es sehr wenige), der Mütterberatungen und der Waisenhäuser, die bereits vor der Revolution von Wohltätigkeitsvereinen gegründet worden waren.

Um alle diese Einrichtungen in den Griff zu bekommen und sie im Sinne der Politik der Sowjetmacht zu betreiben, musste das Volkskommissariat für staatliche Fürsorge vor allem eine Sektion für Sozialforschung gründen. Zur Arbeit in dieser Sektion wurden in starkem Maße Arbeiterinnen aus den Betrieben herangezogen. Die Sektion überprüfte zunächst alle mit dem Schutz von Mutter und Kind zusammenhängenden Einrichtungen und wurde dabei auch mit der offenen Sabotage von Beamten und Verwaltern fertig.

Im Dezember 1917, also bereits eineinhalb Monate nach der Machtübernahme durch das Proletariat, wurde klar, dass das Volkskommissariat ohne ein besonderes Zentrum für die Arbeit zum Schutz von Mutter und Kind den wachsenden Anforderungen und Aufgaben auf diesem Gebiet nicht würde gerecht werden können.

Am 31. Dezember 1917 erließ das Volkskommissariat ein Dekret über die Bildung eines Kollegiums, das eine Abteilung zum Schutz von Mutter und Kind gründen sollte. Zum Leiter dieser Abteilung wurde Doktor Koroljow ernannt, dem Kollegium stand der Volkskommissar vor.

Die Sowjetmacht war die erste Macht der Welt, die offiziell, in Gesetzen, die Mutterschaft als soziale Funktion der Frau anerkannte und auf Grund der Tatsache, dass in einer Republik der Werktätigen die Frau stets in gewisser Weise die Pflicht haben wird, für die Gesellschaft zu arbeiten, die Lösung des Problems der Betreuung der Mütter von diesem neuen Standpunkt aus in Angriff nahm.

Das Schwergewicht der Tätigkeit des Volkskommissariats lag in den ersten Monaten der Sowjetmacht auf der Organisierung und Reorganisierung der Einrichtungen, die den Müttern die Last der Mutterschaft zu erleichtern vermochten und gleichzeitig gegen die hohe Kindersterblichkeit ankämpfen konnten.

Mit dem Dekret vom 20. Januar 1918 leitete das Volkskommissariat für staatliche Fürsorge vor allem die Neuordnung und Reorganisierung der Entbindungsanstalten ein. Das Dekret ordnete an, dass alle Heime, Kliniken und sonstigen Institutionen für Geburtshilfe und Gynäkologie der Abteilung für den Schutz von Mutter und Kind zu unterstellen sind. Des weiteren wurde in dem Dekret verfügt, die Geburtshilfe auf der Grundlage von drei neuen Prinzipien zu organisieren: 1) klinische Hilfe für alle mittellosen Mütter, was bedeutete, dass gerade dem ärmsten Teil der weiblichen Bevölkerung, den Arbeiterinnen, Bäuerinnen und Angestellten, die Türen zu den Entbindungsanstalten geöffnet wurden; 2) Entlohnung der Ärzte durch den Staat, um zu verhindern, dass wohlhabendere Frauen durch private Honorare für die Ärzte Privilegien bei der Geburt genießen, und um die Ungleichheit zwischen wohlhabenden und mittellosen Gebärenden zu beseitigen; 3) Schutz der Gebärenden, hauptsächlich der mittellosen Frauen, davor, als „Opfer der Wissenschaft“ angesehen zu werden, an dem unerfahrene Hebammen und junge Studenten die Geburtshilfe erlernen und praktizieren könnten. Niemand habe das Recht, die Frau bei der Erfüllung der heiligen, doch für sie qualvollen Bürgerpflicht der Mutterschaft als „Opfer der Wissenschaft“ zu betrachten, hieß es in dem Dekret. Das gleiche Dekret besagte, dass die Geburtshilfeausbildung für Hebammen nicht mehr ein Jahr, sondern zwei Jahre dauern sollte, wobei die Lehrgangsteilnehmerinnen erst im zweiten Ausbildungsjahr zur aktiven Geburtshilfe zugelassen wurden.

Der nächste Schritt des Kollegiums zum Schutz von Mutter und Kind war der Zusammenschluss aller Einrichtungen, die Frau und Kind vor und nach der Geburt betreuten, angefangen von den Säuglingsheimen bis hin zu Krippen auf dem Lande, zu einer gesamtstaatlichen Organisation. Gemäß dem Dekret des Volkskommissariats vom 31. Januar 1918 sollte die Abteilung zum Schutz von Mutter und Kind eine Kette von Einrichtungen schaffen, die gewährleisteten, dass in der Sowjetrepublik geistig und körperlich starke und gesunde Bürger heranwachsen. Dieses Dekret legte ferner fest, dass ein sogenannter Musterpalast der Mutterschaft ins Leben gerufen und die Entbindungsanstalten und Findelhäuser in Moskau und Petrograd zu einer Einrichtung mit dem Namen „Moskauer Institut des Kleinkindes“ und „Petrograder Institut des Kleinkindes“ zusammengefasst würden. Die Findelhäuser wurden in „Palast des Kleinkindes“ umbenannt.

Das wachsende Ausmaß der Tätigkeit des Volkskommissariats im Rahmen der Abteilung für den Schutz von Mutter und Kind und der lebhafte Widerhall, den diese Tätigkeit bei den Massen der Arbeiterinnen fand, veranlassten das Volkskommissariat, das Kollegium zum Schutz der Mutterschaft zu vergrößern. Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften, der Krankenkassen, der Stadtbezirkssowjets von Petrograd sowie der Redaktion der Zeitschrift Rabotniza wurden in das Kollegium aufgenommen.

Mit dem Dekret vom 31. Januar wurde das Kollegium in eine Kommission umgewandelt, die sich bei ihrer Arbeit von drei Grundsätzen leiten lassen sollte:

  1. das Kind der Mutter erhalten, also Kampf gegen die Kindersterblichkeit;
     
  2. Erziehung des Kindes in der Atmosphäre einer weitgefassten sozialistischen Familie (Einrichtung von Häusern für Mutter und Kind, Grundsteinlegung für die soziale Erziehung der Kinder von ihren ersten Lebenstagen an);
     
  3. Schaffung einer gesunden Atmosphäre für die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder.
Alexandra Kollontai (vordere Reihe, rechts) 1921 beim III. Weltkongress der Komintern; lins neben ihr die deutsche Delegierte der KPD, Clara Zetkin.

Im Januar 1918, noch vor Erlass des Dekrets, ging die Abteilung zum Schutz von Mutter und Kind daran, einen Palast zum Schutze von Mutter und Kind einzurichten. Dazu gehören sollten der Palast des Kleinkindes (ehemaliges Findelhaus) und der Palast der Mutter (ehemaliges klinisches Institut für Geburtshilfe und Gynäkologie in Petrograd). Dem von der Kommission für den Schutz von Mutter und Kind und der Abteilung entwickelten Projekt zufolge sollte der Palast ein Museum des Schutzes von Mutter und Kind (eine Idee, die später hervorragend von W.P. Lebedewa in Form einer Ausstellung zum Schutz von Mutter und Kind verwirklicht wurde), eine Musterkinderkrippe, Mütterberatungsstellen, eine Milchküche, eine Pflegschaftsstelle und anderes mehr beherbergen. Als Domizil für den Palast der Mutterschaft wurde das dafür bestens geeignete Gebäude des Nikolaus-Instituts gewählt.